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22.07.2025 | (rsn) – Red Bull – Bora – hansgrohe ist auf der 16. Etappe der Tour de France 2025 ein Statement der besonderen Art gelungen. Im berüchtigten Schlussanstieg hinauf zum Mont Ventoux zogen Florian Lipowitz und Primoz Roglic an einem Strang und versetzten der Konkurrenz im Kampf um das Podest einen empfindlichen Schlag. Nach der geglückten Reifeprüfung in den Voralpen der Provence rückt der Traum vom Podest für den 24-jährigen Tour-Debütanten immer näher.
Zum Zünglein an der Waage wurden die finalen Kilometer der Etappe. Lipowitz, Roglic und Oscar Onley (Picnic - PostNL) lieferten sich einen Schlagabtausch, letzteren vermochte das Bora-Duo bis dahin einfach nicht abzuschütteln. Abseits der TV-Kameras setzten sich Lipowitz und Roglic dann doch von Onley ab und knöpften dem jungen Schotten mehr als eine halbe Minute ab.
"Ein Plan sieht immer gut aus, wenn er aufgeht. Wir haben (Mick) van Dijke vorne. Den haben wir dann zurückgerufen als es etwas flacher wurde. In erster Linie auch, um die Jungs noch mal zu kühlen. Das hat er auch gemacht“, erklärte der Sportliche Leiter Bernie Eisel gegenüber dem ZDF die Taktik seines Teams. "Wir haben dann gesehen, nach vorne zu Pogacar und Vingegaard ging nichts mehr, deshalb haben wir versucht, auf Onley Zeit gutzumachen. Wenn Lipo das erste Mal attackiert hätte, hätte das wenig Sinn gemacht. Deshalb hat es Roglic probiert und beim zweiten Mal saß der Angriff. So musste Onley nachsetzen und Lipo konnte an seinem Hinterrad bleiben", beschrieb der Österreicher die entscheidende Szene.
"Als Pogacar und Vingegaard wegfuhren, mussten wir schauen, wie wir den Kampf um Platz drei hinkriegen. Primoz und ich haben dann Oscar immer wieder attackiert, um eine Distanz zu uns reinzubringen“, schilderte Lipowitz gegenüber dem ZDF, was im TV nicht zu sehen war. "Irgendwann konnte Primoz wegfahren und ich bin bei Oscar geblieben und habe es dann 1,7 Kilometer vor dem Ziel noch mal probiert, bin weggekommen und konnte wieder zur Gruppe von Primoz aufschließen. So sind wir zusammen ins Ziel gefahren. Wir können mit dem heutigen Tag sehr zufrieden sein“, bilanzierte Lipowitz.
Eisel ergänzte: Alles ging perfekt auf. Beide haben Zeit gutgemacht. Lipowitz hat Platz drei gesichert und ausgebaut und Roglic ist Richtung Podium und Platz vier unterwegs". Tatsächlich hat Roglic auf Rang fünf nur noch 38 Sekunden Rückstand auf Onley, dessen Rückstand auf Lipowitz nun auf 2:01 Minuten angewachsen ist.
Fünf Etappen vor Schluss ist das Tour-Podium für den Deutsche zum Greifen nah. "Ich bin stolz auf die Mannschaft, wir haben heute eine gute Teamleistung gezeigt", schwärmte Team-Manager Ralph Denk. "Man hat es gesehen, Roglic hat auch im Zieleinlauf immer wieder nach Florian geschaut."
Auch im Anstieg zum Mont Ventoux bewiesen die beiden wieder, dass die Kapitänsfrage keine Rolle spielt, bei Red Bull zählt aktuell nur eine Devise: Gemeinsam sind wir stark. Am Ende kann voraussichtlich nur ein Fahrer aus der deutschen Equipe auf dem Podium stehen. Wer das ist, ist den Protagonisten offenbar egal – das ließ zumindest Lipowitz erst am Montag verlauten. Die Ansage spiegelte sich auch in der Taktik wider.
"Primoz und ich haben uns heute super ergänzt und immer wieder attackiert", führte der 24-Jährige aus. "Dann habe ich meine Attacke nochmal gesetzt, konnte eine Lücke reißen und gab danach nur noch Vollgas bis ins Ziel."
Nach 16 Etappen knallen aber noch keine Sektkorken, unter anderem steht am Donnerstag noch die Königsetappe dieser Tour auf den Col de la Loze bevor. "Ich kenne in den Alpen alle Anstiege. Es ist wirklich schwer und dort kann alles passieren", brachte Denk seinen Respekt vor den letzten Herausforderungen der diesjährigen Frankreich-Rundfahrt auf den Punkt.
In dieselbe Kerbe schlug Lipowitz. "Ich habe jetzt mit meinem dritten Platz schon Vorfreude auf Paris, aber es kommen noch zwei Tage in den Alpen, wo noch so viel passieren kann", mahnte der gebürtige Ulmer. "Das Wichtigste ist jetzt, gesund zu bleiben. Wir sind im Kampf ums Podium gut vertreten. Soweit schaut es ganz gut aus“, sagte Lipowitz und machte deutlich, dass er auch die beiden Bergankünfte nach Courchevel (Donnerstag) und La Plagne (Freitag) nicht fürchtet.
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