Italienerin gewinnt wie 2024 Brabantse Pijl

Longo Borghini macht in Overijse ihren Sturz von der Ronde vergessen

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Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) hat den 10. Brabantse Pijl gewonnen. | Foto: Cor Vos

18.04.2025  |  (rsn) – Zwölf Tage nach ihrem Sturz bei der Flandern-Rundfahrt hat sich Elisa Longo Borghini (UAE Team ADQ) eindrucksvoll zurückgemeldet und beim 10. Brabantse Pijl (1.Pro) souverän die Titelverteidigung gefeiert. Die Italienische Meisterin entschied den Ardennenklassiker über 125,7 Kilometer zwischen Lennik und Overijse nach einer Attacke auf den letzten elf Kilometern souverän für sich und bewies, dass die knapp zweiwöchige Pause ihre Form nicht beeinträchtigt hat.

Sechs Sekunden hinter Longo Borghini sicherte sich die Niederländerin Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) im Sprint der ersten Verfolgerinnen den zweiten Platz vor ihrer Landsfrau Femke Gerritse (SD Worx – Protime). Auf Rang vier folgte Longo Borghinis Teamkollegin Eleonora Gasparrini, Fünfte wurde die Britin Anna Henderson (Visma – Lease a Bike). Die Schweizerin Elise Chabbey (FDJ – Suez) belegte Rang acht.

“Ich schaue ja nicht so auf die Statistiken, aber natürlich ist es schön, hier zum zweiten Mal gewonnen zu haben. Es ist ein sehr schönes Rennen und ich mag die Kombination aus Hügeln und Kopfsteinpflaster sehr. Das ist ein schöner Übergang von den Pflasterklassikern zu den Ardennenrennen“, kommentierte Longo Borghini ihren Sieg, mit dem sie nun Redkordhalterin des 2016 erstmals ausgetragenen Rennens ist. Die damalige Premiere hatte Vos gewonnen.

“Ich habe mich ziemlich gut gefühlt und wir haben mit dem Team geplant, ein aggressives Rennen zu fahren. Wir wollten unsere Chancen suchen. Ich hab das dann an der Moskestraat gemacht, war aber bei der vorletzten Überquerung etwas eingebaut, habe dann aber den Anschluss an die Spitzengruppe geschafft“, sagte Longo Borghini, die sich dann auf die Tempoarbeit ihrer Teamkollegin Brodie Chapman verlassen konnte, ehe sie an der letzten Überfahrt an der Moskestraat die entscheidende Attacke setzte. “Ich wusste, dass hinter mir in der Gruppe einige Teams mit mehreren Fahrerinnen vertreten waren. Ich war mir nicht sicher, es zu schaffen. Ich habe dann aber auf meine Werte geschaut und wusste, dass es für sie schwer werden würde, mich noch einzuholen.“

So lief der 10. Brabantse Pijl:

Bei der 10. Jubiläumsausgabe des Pfeil von Brabant wurden alle Attacken vereitelt, ehe das Feld nach einer Tempobeschleunigung durch Lidl – Trek gut 50 Kilometer vor dem Ziel zerfiel. Kurz darauf schickte das US-Team Niam Fisher-Black in die Offensive, in deren Folge unter anderem Marie Schreiber (SD Worx – Protime) und Ricarda Bauernfeind (Canyon – SRAM – zondarcrypto) zurückfielen.

Mit ihrer Attacke initiierte die Neuseeländerin bei strahlendem Sonnenschein eine siebenköpfige Spitzengruppe, zu der noch Chapman, Jade Wiel (FDJ – Suez), Monica Trinca Colonel (Liv - AlUla –Jayco), Eva van Agt (Visma – Lease a Bike), Anne Knijnenburg (VolkerWessels) und die Schweizerin Steffi Häberlin (SD Worx – Protime) gehörten.

Da die meisten großen Teams in der Spitze vertreten waren, lag es vor allem an Fenix - Deceunick, den bis zu 40 Sekunden großen Rückstand des ersten Feldes zu verkleinern. Der betrug eingangs der vorletzten Runde aber noch fast eine halbe Minute.

Longo Borghini läutet das Finale ein

An der Moskestraat, einem nur 500 Meter langen, aber neun Prozent steilen Kopfsteinpflaster-Anstieg, löste sich eine Favoritinnen-Gruppe um Longo Borghini und Vos und es war die Titelverteidigerin, die mit einer Tempoverschärfung 28 Kilometer vor dem Ziel die Lücke zur Spitze schloss. In der nunmehr achtköpfigen Gruppe sorgte nunmehr Longo Borghinis Teamkollegin Chapman für Tempo.

Doch obwohl die Australische Zeitfahrmeisterin alles gab, wurde die Gruppe am Anstieg S-Bocht Overijse kurz vor der vorletzten Zieldurchfahrt dank einer Attacke von Elise Chabbey (FDJ - Suez) gestellt, so dass die letzten 20 Kilometer von einem noch gut 40-köpfigen Feld in Angriff genommen wurden.

Und erneut ergriff Lidl – Trek die Initiative: Diesmal war es Riejanne Markus, die sich rund zehn Sekunden Vorsprung herausfahren konnte, aber bereits auf dem Kopfsteinpflaster-Anstieg der Herstraat 15 Kilometer vor dem Ziel eingefangen war. Prompt trat ihre Teamkollegin Amanda Spratt an, ehe sich Olympiasiegerin Kirsten Faulkner (EF Education – EasyPost) vergeblich versuchte.

An der Moskestraat macht Longo Borghini den Unterschied

Danach jagte das Feld mit hohem Tempo der bis zu 15 Prozent steilen Moskestraat entgegen, wo Longo Borghini elf Kilometer vor dem Ziel antrat und sich bis zur Kuppe einen kleinen Vorsprung herausfuhr, den sie in der Folge gegenüber dem auseinanderfallenden Feld bis auf eine halbe Minute vergrößerte.

Zwar spannte sich van der Breggen an ihrem 35. Geburtstag vor die Verfolgerinnen, so dass sich der Rückstand um einige Sekunden verringerte. Zwei Kilometer vor dem Ziel war die Niederländerin dann aber mit ihren Kräften am Ende und fiel aus der Gruppe heraus. Ihre Teamkollegin Mischa Bredewold übernahm, doch Longo Borghini behauptete ihren Vorsprung auch im letzten Anstieg kurz vor dem Ziel, das sie sechs Sekunden vor den von Vos angeführten Verfolgerinnen erreichte, um den 51. Sieg ihrer Karriere zu feiern.

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