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27.04.2024 | (rsn) – Lange blieb es auf der Königsetappe der Tour de Romandie (2.UWT) ruhig, doch das letzte Drittel des Schlussanstieges reichte aus, um die Gesamtwertung nochmal ordentlich durchzuwirbeln. Und in Richard Carapaz (EF Education – EasyPost) einen Gesamtsieger hervorzubringen, der so auch nicht unbedingt zu erwarten war.
Denn der 30-Jährige Ecuadorianer wusste im bisherigen Verlauf der Rundfahrt nicht unbedingt zu überzeugen. Doch das fünfte Teilstück des Rennens durch die Westschweiz über 152 Kilometer zwischen Saillon und Leysin sollte seines werden. Der 30-Jährige sicherte sich als Solist seinen dritten Sieg der Saison.
Fast hätte ihm aber noch Florian Lipowitz (Bora-Hansgrohe) dazwischengefunkt. Der 23-Jährige hatte am Zielstrich die Lücke wieder zugefahren, die Carapaz mit einer Attacke 2000 Meter zuvor gerissen hatte. Vorbei kam er am Ecuadorianer allerdings nicht mehr. Durch seine couragierte Fahrt auf den letzten fünf Kilometern sicherte er sich aber Rang drei in der Gesamtwertung, lediglich zwei Sekunden hinter seinem Teamkollegen Aleksandr Vlasov und dem neuen Gesamtführenden Carlos Rodriguez (Ineos Grenadiers), der mit zehn Sekunden Rückstand Dritter der Tageswertung wurde.
Juan Ayuso (UAE Team Emirates), der im Gelben Trikot unterwegs war, musste die Führung abgeben. Der Spanier wurde mit 44 Sekunden Rückstand Elfter, nachdem er in der heißen Phase keine Attacken mitgehen konnte. Der bisherige Leader fiel auf Rang fünf im Gesamtklassement zurück, denn auch Ilan Van Wilder (Soudal – Quick-Step) als Tagessiebenter ist an ihm vorbeigezogen.
"Ich hätte nie gedacht, dass ich mit den absolut weltbesten Kletterern mitfahren kann“, sagte Lipowitz im Ziel, durchaus von seiner eigenen Leistung beeindruckt. “Aber schon vom Beginn des Anstieges an fühlte ich mich gut und die Beine passten. Leider habe ich Carapaz am Ende nicht mehr erwischt, bin aber sehr zufrieden mit dem Tag. Ich versuchte mein Bestes, bin echt zufrieden mit dem Tag“, so der frühere Biathlet.
Zufrieden kann auch Juri Hollmann (Alpecin – Deceuninck) sein. Der Berliner sammelte vier weitere Punkte in der Bergwertung und konnte damit sein Trikot erfolgreich verteidigen. Andrea Vendrame (Decathlon – AG2R La Mondiale) ist weiterhin Führender der Punktewertung, Gelb und auch Weiß gehen an den 23-Jährigen Rodiguez.
Bei heute wieder trockenen Bedingungen setzte sich gut zehn Kilometer nach dem Start ein Trio ab. Bart Lemmen (Visma – Lease a Bike), Nelson Oliveira (Movistar) und Raul Garcia Pierna (Arkéa – B&B Hotels) gingen in die Offensive. Kurz nach dem Zwischensprint in Aproz bekamen sie Unterstützung von Hollmann, der sein Bergtrikot verteidigen wollte. Im Anstieg nach Ovronnaz (1. Kategorie) stießen auch Josef Cerny (Soudal – Quick-Step) und Dorian Godon (Decathlon – AG2R La Mondiale), vormals im Gelben Trikot, dazu.
Während sich der Ausflug für das Trio, das erst im Nachhinein zur Spitze stieß, noch vor dem Gipfel wieder erledigt hatte – Hollmann konnte dennoch aus dem Feld heraus vier Punkte für sein Trikot sichern – zogen Garcia Pierna, Oliveira und Lemmen noch etwas länger ihre Kreise. Auch die nächste Bergwertung in La Rasse (3. Kategorie) machten sie unter sich aus.
Unterdessen hatte Godon mit seinem Teamkollegen Clement Berthet auf zu einem weiteren Angriff gemacht. In Les Rives (2. Kategorie) 50 Kilometer vor dem Ziel war es um die Ausreißer dfann aber geschehen. Lediglich Berthet konnte sich vor dem Feld behaupten und zog sein Ding auch über Les Giettes (3. Kategorie) bis zum Schlussanstieg durch. Mit etwa 60 Sekunden Vorsprung ging er als alleiniger Führender in die letzten 14 Kilometer.
Das Streckenprofil der 4. Etappe der Tour de Romandie | Foto: Veranstalter
Lange blieb das von Ineos angeschlagene Tempo in der Hauptgruppe verhältnismäßig gemächlich. Dennoch schrumpfte die Gruppe bei acht Kilometern vor dem Ziel auf 25 Fahrer zusammen. Berthet rettete sich noch bis 5,5 Kilometer vor dem Ziel. Dort begann dann auch der steilere Abschnitt des Berges.
Egan Bernal (Ineos Grenadiers) war dann der Erste, der das Tempo verschärfte. Sein Antritt sorgte dafür, dass Ayuso erstmals Probleme bekam, die Lücke zur Spitze aber nochmal schließen konnte. An der 3-Kilometer-Marke war es dann Lipowitz, der die nächste Attacke setzte. Nur Carapaz und Rodriguez konnten mitgehen. Dahinter bildeten Vlasov und Enric Mas (Movistar) das erste Verfolgerduo. Ayuso konnte auch dort nicht mehr mitfahren und musste froh sein, das von hinten Teamkollege Adam Yates zurückkam, um ihn noch ein bisschen zu unterstützen.
Unterdessen setzte Carapaz 2000 Meter vor dem Ziel noch einen drauf und löste sich von Rodriguez und Lipowitz. Der Deutsche blieb die ganze Zeit im Windschatten seines Mitstreiters, der den Abstand auf den Führenden bei wenigen Sekunden halten konnte. Auf den letzten 300 Metern ging Lipowitz dann nochmal aus dem Sattel. Bis zur Ziellinie schaffte er es zwar zu Carapaz nach vorne, doch nicht mehr an ihm vorbei.
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