Katalonien: Schlappe für Visma-Doppelspitze

Uijtdebroeks verkrampfte in der Kälte, auch Kuss litt am Berg

Von Matthias Seng

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Cian Uijtdebroejs (Visma - Lease a Bike) auf der 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt | Foto: Cor Vos

20.03.2024  |  (rsn) – Auf der 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt hat das erfolgsverwöhnte Team Visma – Lease a Bike eine herbe Schlappe einstecken müssen. Weder Vuelta-Sieger Sepp Kuss noch Neuzugang Cian Uijtdebroeks hatten der Attacke von Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) etwas entgegenzusetzen, mit der sich der Slowene den Tagessieg und die Führung in der Gesamtwertung sicherte.

Die Visma-Doppelspitze verlor im oberen Teil des elf Kilometer langen Schlussanstiegs zur Skistation Vallter 2000 sogar noch den Kontakt zur ersten Verfolgergruppe. Kuss wurde schließlich mit 2:03 Minuten Rückstand auf Pogacar Elfter, Uijtdebroeks landete 2:45 Minuten hinter dem zweimaligen Tour-Sieger nur auf dem 23. Platz.

Der 21-jährige Belgier machten nach eigenen Worten vor allem die extremen Wetterbedingungen zu schaffen. “Ich habe mich tatsächlich mehr als gut gefühlt. Ich musste bei Pogacars Angriff passen, aber in der Gruppe hinter ihm konnte ich gut mithalten. Allerdings wurde mir zunehmend kalt und deswegen verkrampfte ich auf den letzten Kilometern“, erklärte Uijtdebroeks, weshalb er im Finale dem Tempo nicht mehr folgen konnte.

An der Form habe es dagegen nicht gelegen, weshalb der letztjährige Gesamtachte der Vuelta a Espana sich mit Blick auf die noch anstehenden schweren Etappen auch zuversichtlich zeigte. “Ich hoffe, meine guten Beine wiederzufinden. Es gibt für uns noch viele Chancen und Möglichkeiten“, fügte Uijtedebroeks an.

Ähnlich optimistisch äußerte sich Kuss, der im Gesamtklassement zwar zwei Positionen gut machte, aber als Neunter bereits 2:21 Minuten Rückstand auf den überragenden Pogacar aufweist. “Es war ein harter Tag und das spürte man deutlich in den Beinen. Ich glaube nicht, dass am Ende irgendjemand noch sehr frisch war. Es war vielleicht nicht unser bester Tag, aber es liegt noch viel vor uns. Wir müssen vor allem nach vorne schauen“, sagte der 29-jährige US-Amerikaner.

Angesichts der noch recht knappen Abstände hinter Pogacar beurteilte auch Visma-Sportdirektor Marc Reef den Rennverlauf nicht allzu negativ und nahm seine beiden Kapitäne in Schutz. “Sie haben gekämpft und damit müssen wir vorerst zufrieden sein. Sepp ist Neunter der Rangliste, vierzig Sekunden vom Podium entfernt. Das bietet noch Perspektiven“, sagte der Niederländer und fügte mit Blick auf die schwere 3. Etappe an: “Es steht ein weiterer harter Tag mit hoffentlich besseren Wetterbedingungen bevor. Dann werden wir es wieder probieren.“

Zumindest auf besseres Wetter wird Reef aber wohl nicht hoffen können, sind doch für das dritte Teilstück ähnliche widrige Bedingungen mit Regen und Kälte vorhergesagt.

So oder so dürfte es mit einem erneuten Gesamtsieg für Visma – Lease a Bike nichts werden. Im vergangenen Jahr hatte Primoz Roglic ein denkwürdiges Duell mit Remco Evenepoel (Soudal – Quick-Step) knapp für sich entschieden und dabei auch zwei Etappen gewonnen. Der Slowene, mittlerweile im Trikot von Bora – hansgrohe, ist bei der 103. Austragung ebenso wie der Vorjahreszweite Evenepoel nicht am Start.

Stattdessen hat nun Pogacar beste Chancen, es seinem Landsmann gleichzutun und gleich beim Debüt die Katalonien-Rundfahrt für sich zu entscheiden. Sollten Kuss oder Uijtdebroeks noch auf dem Podium landen, wäre das für Visma – Lease a Bike diesmal schon als Erfolg zu werten.

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