Brügge-De Panne mit widrigen Wetterbedingungen

Philipsen fährt in Manier eines Klassikspezialisten zum Sieg

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Philipsen fährt in Manier eines Klassikspezialisten zum Sieg"
Jasper Philipsen bejubelt seinen Sieg beim Frühjahrsklassiker Brügge-De Panne. | Foto: Cor Vos

22.03.2023  |  (rsn) – Jasper Philipsen (Alpecin – Deceuninck) hat den Frühjahrsklassiker Brügge-De Panne (1.UWT) gewonnen. Bei Dauerregen, niedrigen Temperaturen und und viel Wind setzte sich der Belgier bei der 47. Austragung des Rennens im Sprint einer Vierergruppe nach 221 Kilometern vor Olav Kooij (Jumbo – Visma), Yves Lampaert (Soudal Quick-Step) und Frederik Frison (Lotto Dstny) durch und feierte damit seinen dritten Saisonsieg. Fabio Jakobsen (Soudal Quick-Step) führte die zweite Gruppe mit 21 Sekunden Rückstand ins Ziel.

Bester Deutscher wurde Jonas Koch (Bora - hansgrohe) als 16. mit 1:06 Minuten Rückstand vor Pascal Ackermann (UAE Team Emirates), der allerdings noch zwei Minuten mehr Rückstand mit ins Ziel brachte.

"Wir waren mit unserem starken Team immer zur Stelle, immer vorne, wenn es notwendig wurde. Es war heute relativ schnell viel Tempo im Rennen", lenkte Sieger Philipsen den Fokus auf den stark ausgeprägten Klassiker-Charakter des Rennens. "In De Moeren war es windiger als gedacht, aber wir sind sehr gut auf der Windkante gefahren." Weil die Gruppe auf den letzten 30 Kilometern aber immer nochs ehr stark besetzt gewesen sei, habe der 25-Jährige das Kommando dann selbst übernommen. "Ich habe dann versucht, von vorne zu fahren. Es war hart für jeden, auch für mich. Aber es hat ja gut funktioniert", so der Sieger, der auch der stärkste Fahrer des Tages war.

Ackermann hatte bereits vor dem Rennen prognostiziert, dass derjenige mit den besten Beinen das Rennen für sich entscheiden werde. Auf ihn traf das hingegen nicht zu. Er spürte früh, dass es nicht für ganz vorne reichen würde.

Philipsen hingegen präsentierte sich in starker Klassikerform, wollte sich deswegen jedoch nicht auch zum Anwärter für Gent-Wevelgem oder gar die Flandern-Rundfahrt machen lassen. "Flandern ist anders, da sind es viel mehr Höhenmeter. Ich bin erstmal froh, dass ich das hier gut zu Ende gebracht habe."

So lief Brügge-De Panne:

Jonas Rutsch (EF Education – EasyPost) war Teil einer fünfköpfigen Ausreißergruppe, die den ersten Teil des Rennens bestimmte. Ungefähr bis zur Hälfte der Strecke schaffte es das Quintett, das nie mehr als drei Minuten Vorsprung bekam. Als der erste große Bruch durchs Hauptfeld ging, war es um die Ausreißer Geschichte und eine 34-köpfige Gruppe übernahm die Führung.

Philipsen war der einzige der Topsprinter, der zu diesem Zeitpunkt ganz vorne dabei war. Doch 68 Kilometer vor dem Ziel schloss die zweite Gruppe wieder auf. Weitere 50 Fahrer, darunter alle Sieganwärter, waren damit nun vorne dabei. Grund genug für Philipsens Alpecin-Team, das Tempo wieder anzuziehen. Der Sprinter ging selbst mit in den Wind und sorgte für ein erneutes Auseinanderbrechen der Spitzengruppe. Dieses mal waren allerdings nahezu alle Tosprinter mit von der Partie.

Das Profil von Brügge-De Panne

Während Soudal Quick-Step zu viert in der Spitze vertreten war, hatte Philipsen nur noch Jonas Rickaert bei sich. Aus deutscher Sicht hatten nur Ackermann und Koch den Sprung geschafft. Während letzter auch der einzige Bora-Profi war – Kapitän Sam Bennett war schon nach wenigen Kilometern wegen Unwohlseins ausgestiegen – musste auch Ackermann später dem Wetter Tribut zollen und verlor 16 Kilometer vor dem Ziel den Anschluss.

Genau in diesem Moment trat Philipsen, der zuvor noch sein Rad wegen eines Defektes hatte wechseln müssen, erneut an. Nur Kooij und Lampaert konnten direkt folgen, Frison schaffte kurz darauf den Sprung von den Verfolgern zum Trio. Schnell hatte sich das Quartett eine halbe Minute Vorsprung herausgefahren.

Zwar konnte Davide Ballerini für Europameister Jakobsen die Lücke auf den letzten Kilometern nochmal halbieren, doch den Anschluss schafften die Verfolger nicht mehr. So attackierte als Erstes aus der Spitze heraus unter dem Teufelslappen Frison, der jedoch keine Chance hatte wegzukommen. 250 Meter vor dem Ende versuchte es dann Lampaert, der aber noch von Philipsen und Kooij überholt wurde.

Results powered by FirstCycling.com

Weitere Radsportnachrichten

24.01.2026Radsport live im TV: Die Rennen des Tages

(rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die w

24.01.2026Matthews zeigt sich vom Sturz zum Saisonauftakt unbeeindruckt

(rsn) – Wie schon vor zwei Jahren ist Michael Matthews (Jayco – AlUla) in Spanien mit einem frühen Sieg in die Saison gestartet und hat dabei einen Sturz vom Vortag offensichtlich gut weggesteckt

24.01.2026Trotz zweier Platten: van der Poel feiert 50. Weltcup-Sieg

(rsn) - Mathieu van der Poel (Alpecin – Premier Tech) bleibt in diesem diesen Winter weiter ungeschlagen. Beim Weltcup in Maasmechelen konnten auch zwei Reifenschaden seinen elften Saisonsieg und de

24.01.2026Squiban im Bergaufsprint stärker als Reusser

(rsn) – Marlen Reusser (Movistar) hat in Spanien nur knapp einen perfekten Saisonstart verpasst. Die 34-jährige Schweizerin musste sich am ersten Tag der Mallorca Challenge im Bergaufsprint der Tro

24.01.2026Pieterse erstmals nach zwei Jahren im Weltcup wieder vorn

(rsn) – Nach mehr als zwei Jahren durfte Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) wieder aufs höchste Podest eines Weltcups steigen. In Maasmechelen setzte sich die Niederländerin zehn Sekunden vor

24.01.2026Zukunft von Deutschlands Cross-Vorzeigeteam gesichert

(rsn) – Gute Nachrichten für Heizomat – Cube: Wie Teamchef Stefan Herrmann RSN gegenüber mitteilte, hätten beide Sponsoren ihre Verträge mit dem Team um jeweils drei Jahre verlängert. Seit 20

24.01.2026AlUla Tour 2026: Drei Chancen für Sprinter, zwei für Kletterer

(rsn) – Bei ihrer 6. Auflage wird die AlUla Tour erstmals zur ProSeries gehören. Die fünftägige Rundfahrt durch Saudi-Arabien findet in diesem Jahr vom 27. bis zum 31. Januar und bietet den Sprin

24.01.2026Sturzfolgen: Narvaez erleidet Frakturen an der Brustwirbelsäule

(rsn) - Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) hat sich bei seinem Sturz auf der 4. Etappe der Tour Down Under Knochenbrüche zugezogen. Wie Teamarzt Adrian Rotunno auf X erklärte, seien bei dem

24.01.2026Highlight-Video der 4. Etappe der Tour Down Under

(rsn) – Nach einem zweiten und einem fünften Platz hat Ethan Vernon (NSN) bei der Tour Down Under erstmals jubeln dürfen. Auf der wegen Waldbrandgefahr verkürzten 4. Etappe setzte sich der Brite

24.01.2026Grand-Tour-Ambitionen ad acta, Fokus auf die Klassiker

(rsn) – Im Jahr eins nach Demi Vollering (FDJ - United Suez) gelang es dem Team von SD Worx - Protime nicht, den Abgang seiner besten Rundfahrerin zu kompensieren. Gemessen an eingefahrenen Siegen s

24.01.2026Medien: Gallopin verlässt Red Bull - Bora - hansgrohe

(rsn) - Laut einem Bericht von Het Laatste Nieuws, den auch das niederländisch-belgische Radsportportal Wielerflits aufgegriffen hat, soll der Franzose Tony Gallopin seine Arbeit beim deutschen World

24.01.2026Mit PTSS übers Zechengelände

(rsn) – Wann immer es zeitlich möglich ist, veröffentlicht Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) auf ihrem Youtube-Kanal einen Tag vor ihrem nächsten Cross-Einsatz ein ungeschnittenes "Recon"-Vi

RADRENNEN HEUTE

    WorldTour

  • Santos Tour Down Under (2.UWT, AUS)
  • Radrennen Männer

  • Gran Premia Castellon - Ruta (1.1, ESP)
  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Tour of Sharjah (2.2, UAE)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)