Kann Lotto Dstny das Talent halten?

De Lie erinnert Manager Heulot an den jungen Sagan

Von Sebastian Lindner

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Arnaud De Lie soll künftig zum Mittelpunkt des Lotto-Dstny-Teams werden. | Foto: Cor Vos

02.03.2023  |  (rsn) – Es war 2010, als ein junger Slowake die große Radsportbühne betrat. Mit zwei Etappensiegen bei Paris-Nizza und der Tour of California, den dazugehörigen Punktewertungen und einem weiteren Sieg bei der Tour de Romandie machte Peter Sagen, damals 20 Jahre alt, erstmals so richtig auf sich aufmerksam. Zwei Jahre später gewann er bei seiner ersten Tour de France drei Etappen und das Grüne Trikot – das erste von sieben. Zehn Jahre lang reihte Sagan reihenweise große Siege aneinander. Er entwickelte sich vom reinen Sprinter immer mehr zum Klassikerjäger. Ist der Nachfolger des heute 33-Jährigen Dreifach-Weltmeisters, der seine Karriere auf der Straße nach der Saison beenden will, bereits im Peloton unterwegs?

“Ich habe das gleiche Gefühl bei ihm wie damals bei Sagan, als er wie ein Komet in die Radsportwelt kam“, sagte Stéphane Heulot, der neue Manager des Teams Lotto Dstny, der Zeitung Het Nieuwsblad. Und meinte damit seinen aktuell auf der Erfolgswelle surfenden Youngster Arnaud De Lie. Auch Teamkollege Thomas De Gendt zog während der Oman-Rundfahrt diesen Vergleich. “Er ist etwas verspielt auf dem Rad“, so der Routinier gegenüber cyclingnews.com, "so wie Sagan in seinen jungen Tagen. Er hat also noch Luft für Verbesserungen. Aber für den Moment ist es schön zu sehen, wie er Spaß am Attackieren hat.“

Auch der Erfolg spricht für De Lie, der ebenfalls. In seinem ersten Profijahr sammelte er neun UCI-Siege, überwiegend in Sprints bei Eintagesrennen uneteranderem gegen etablierte Sprinter wie Arnaud Démare, Jasper Philipsen oder Michael Matthews. In der laufenden Saison hat De Lie bereits dreimal zugeschlagen, dazu beim Omloop Het Niewusblad am Openingsweekend den Sprint der Verfolger gewonnen. Nur Solosieger Dylan van Baarle (Jumbo - Visma) war schneller.

De Lie langfristig binden? Heulot: “Das ist unsere Pflicht“

“Er ist ein Top-Talent, ein fantastischer Typ, der mit seinen Füßen auf dem Boden bleibt. Werte sind ihm sehr wichtig“, lobte Heulot seinen neuen Star, der “mit seinem Enthusiasmus und seinen Ambitionen das ganze Team nach vorne bringt.“ Kein Wunder also, dass der Franzose den Wallonen, dessen Vertrag bei Lotto Dstny noch die nächste Saison einschließt, langfristig binden will. “Wir wären dumm, wenn wir nicht langfristig planen würden.“ De Lie solle zum Mittelpunkt der belgischen Equipe werden. “Das ist unsere Pflicht.“

Doch um den Plan umzusetzen, muss zusätzliches Geld her. Das aktuelle Budget des Teams gibt einen deutlich besser dotierten Vertrag, der notwendig sein wird, um De Lie zu halten, nicht her. “Wir müssen dieses Problem so schnell wie möglich lösen. Aber wir sprechen bereits mit potenziell interessierten Sponsoren. Ich bin deswegen nicht besorgt.“

Keine Grand Tour in 2023

Gleichzeitig passt er auf, damit De Lies heller Stern nicht nicht zu früh ausbrennt. “Wir müssen vorsichtig bleiben. Er ist noch jung und wir sollten keine Schritte überspringen“, so Heulot. Das gelte auch für den Rennkalender, wie Lotto-Sportdirektor Nikolas Maes cyclingnews.com sagte. De Lie solle zwar sein Debüt bei Paris-Roubaix feiern, aber nicht die gesamte Klassikersaison fahren. Auch eine Grand Tour sei nicht angedacht. “Als wir ihn letztes Jahr zu den Profis holten, wussten wir zwar, dass er dazu fähig ist, große Dinge zu tun. Aber wir haben nicht erwartet, dass seine Entwicklungskurve derart steil ist“, so Maes.

Trotzdem wolle das Team im Groben an dem Plan festhalten, den es für zwei, drei Jahre aufgestellt hatte. “Ja, wir haben auch den Omloop kurzfristig hinzugefügt. Ich denke auch, dass das richtig war. Aber das heißt noch lange nicht, dass wir jetzt das gesamte Programm über den Haufen werfen und versuchen, andere Ziele zu erreichen.“

Ob das auch für den Plan gilt, selbst in der kommenden Saison auf eine Grand Tour zu verzichten, ist offen. Sollte De Lie selbst daran interessiert sein, dürfte das neben den finanziellen Aspekten eine große Rolle dabei spielen, ob das 20-jährige Riesentalent  wirklich langfristig beim aktuellen Zweitdivisionär bleibt.

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