RSNplusRSN-Rangliste, Platz 78: Alex Kirsch

Bei der Tour sechs Tage Qual, sonst konstant geliefert

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Bei der Tour sechs Tage Qual, sonst konstant geliefert"
Alex Kirsch (Segafredo - Trek) | Foto: Cor Vos

02.11.2022  |  (rsn) – Seit 2019 trägt Alex Kirsch das Trikot von Trek-Segafredo und ist somit einer der dienstältesten Fahrer im US-Rennstall. Seinen Stellenwert für das Team hat der Luxemburger nicht als Ergebnisfahrer, sondern als loyaler Helfer auf den verschiedensten Terrains.

“Es lief ganz gut. Es war ein Jahr mit Höhen und Tiefen, aber grundsätzlich bin ich sehr zufrieden“, blickte Kirsch gegenüber radsport-news.com auf die abgelaufene Radsportsaison zurück.

Auf 79 Renntage brachte es Kirsch 2022, nur vier Mal stieg der 30-Jährige trotz aller Helferaufgaben dabei vorzeitig vom Rad. Er war sowohl bei den großen Frühjahrsklassikern als auch der Tour de France und der Vuelta a Espana am Start.

___STEADY_PAYWALL___

Sein bestes Ergebnis erzielte Kirsch früh in der Saison mit Rang fünf bei der Tour des Alpes Maritimes et du Var (2.1). Direkt danach folgte noch Platz 15 beim Omloop Het Nieuwsblad (1.UWT) und der 22. Gesamtrang bei Paris-Nizza. Die einzige Enttäuschung zum Ende der Klassikersaison war der sturzbedingte Ausfall bei Paris-Roubaix.

Ein ordentliches Resultat war auch der achte Platz im Einzelzeitfahren der Belgien-Rundfahrt (2.Pro), bei den luxemburgischen Meisterschaften hatte er sich allerdings deutlich mehr als Rang sieben erhofft.

Bei der Belgien-Rundfahrt überzeugte Alex Kirsch (Trek - Segafredo) im Zeitfahren. | Foto: Cor Vos

Dass bei den luxemburgischen Meisterschaften die KT-Fahrer um den späteren Sieger Colin Heiderscheid (Leopard) die Profis ins Hintertreffen brachten, hatte laut Kirsch mehrere Ursachen. “Das war ein chaotischen Rennen, wo wir Fahrer unterschiedliche Informationen erhalten haben. Schlussendlich hat die Ausreißergruppe das gut gemacht und nicht alle Profis waren am Titel interessiert“, erklärte er.

Gemischte Gefühle über den Verlauf der Grand Tours

Die Enttäuschung über den verpassten Meistertitel war bei Kirsch aber schnell vergessen, denn er wurde im Gegensatz zum letzten Jahr in den Tour-Kader von Trek-Segafredo berufen. Allerdings war schon auf der 6. Etappe Schluss, nachdem er zuvor auf keiner Etappe besser als Rang 129 und zum Zeitpunkt seiner Aufgabe Letzter im Klassement war. Dies hatte jedoch seine Gründe, denn Kirsch hatte sich direkt vor Rundfahrtbeginn eine Lebensmittelvergiftung eingefangen. “Das waren sechs Tage Qual. Schweren Herzens machte letztlich nur noch eine Aufgabe Sinn“, so Kirsch, der dafür aber die Vuelta a Espana in Angriff nahm und diese auch zu Ende fuhr.

Die Spanien-Rundfahrt entpuppte sich auch zu einem seiner großen Saisonhighlights, denn er war wichtiger Helfer von Mads Pedersen, der gleich drei Etappen gewann und souverän das Trikot des besten Sprinters mit nach Hause nahm. “Die Vuelta mit den ganzen Erfolgen im Team war schon etwas Besonderes“, so Kirsch.

Bei der Vuelta stellte sich Kirsch vor allem, aber nicht nur in den Dienst von Mads Pedersen. | Foto: Cor Vos

Guter Saisonabschluss und Hoffnung auf eine freie Rolle

Der Luxemburger kam mit guter Form aus der Vuelta und zeigte dies zunächst mit Rang 16 bei Paris-Bourges (1.1), ehe er zum Saisonabschluss bei Paris-Tours (1.Pro) das Rennen mit einer kleinen Spitzengruppe bis 1300 Meter vor dem Ziel anführte – dann zogen noch die Sprinter um den Sieger Arnaud Demare (Groupama - FDJ) am Luxemburger und seinen Begleitern vorbei. Trotz des verpassten ersten Profisieges war Kirsch rückblickend äußerst zufrieden mit seiner Leistung. “Klar war ich erst einmal enttäuscht. Aber letztlich konnte ich meinen Plan umsetzen, habe mein Bestes gegeben und konnte daher auch nicht lange traurig sein. Es war sicherlich ein guter Abschluss der Saison“, befand Kirsch, der 2023 in sein fünftes Jahr bei Trek-Segafredo gehen wird.

“Ich habe mich hier Schritt für Schritt gut entwickelt. Ich bekomme intern immer mehr Verantwortung. Das gefällt mir. Und ich liefere immer konstant ab, was wiederum dem Team gefällt. Also scheint das mit uns zu passen“, erklärte Kirsch mit Blick auf seine schon recht lange Zugehörigkeit zur Mannschaft. Für die kommende Saison will der Allrounder wieder bei den großen Klassikern starten, dieses Mal aber "einen Schritt weiter kommen“ und “konstant mit den Besten mitfahren – nicht nur als Helfer“, hofft Kirsch auf eine freie Rolle. Auch mindestens eine GrandTour will er fahren – dann als Helfer beziehungsweise Sprintanfahrer.

Mehr Informationen zu diesem Thema

27.12.2022Fahrer des Jahres 2022: Küng freut sich über Strassacker-Trophäe

(rsn) – Eine Woche hatte Stefan Küng zuhause, bevor sich der Schweizer von Frauenfeld wieder verabschieden musste, um am heutigen Dienstag die nächste Trainingslager-Reise in Angriff zu nehmen.

19.12.2022Die Radsport-News-Jahresrangliste 2022 im Überblick

(rsn) – Auch in diesem Jahr hat Radsport News wieder mit Hilfe eines eigens dafür erstellten Punkteschlüssels den besten Fahrer des deutschsprachigen Raumes ermittelt. In unserer Rangliste 2022 fi

19.12.2022Ein Super-Jahr trotz zwei schmerzhafter Niederlagen

(rsn) – 2022 war das Jahr des Stefan Küng (Groupama - FDJ). Im Juni feierte der Schweizer die Geburt seines ersten Sohnes Noé und sportlich lief es über die gesamte Saison hinweg glänzend. Küng

18.12.2022Eine Hüft-OP ebnete den Weg zurück auf die Siegerstraße

(rsn) – Ein ganz großer Sieg wie beim Flèche Wallonne oder der Tour-Etappe in Sarran im Jahr 2020 sprang in dieser Saison zwar nicht für ihn heraus, doch mit insgesamt vier ersten Plätzen bei kl

17.12.2022Vom ersten bis zum letzten Rennen Leistung abgerufen

(rsn) – In seinem zweiten Profijahr gelang Mauro Schmid zwar kein Coup wie 2021, als er eine Etappe des Giro d‘Italia gewann. Doch bei seinem neuen Team Quick-Step Alpha Vinyl machte der Schweizer

16.12.2022Bester Deutscher trotz zwei Mal Corona und Nahtoderlebnis

(rsn) – Trotz zweier Coronaerkrankungen und eines schweren Trainingssturzes, der ihn mehrere Wochen außer Gefecht setzte, konnte Max Walscheid (Cofidis) 2022 so viele Punkte für die Jahresranglist

15.12.2022In der Romandie geglänzt, bei der Tour tragischer Held

(rsn) – Er war der tragische Held der Tour de France – nicht nur aus deutscher Sicht, sondern auch für die internationalen Fans: Simon Geschke (Cofidis) kämpfte bis zur letzten Bergetappe wacker

14.12.2022Zunächst konstant stark, dann von Corona ausgeknockt

(rsn) - Auch wenn ihm in der Saison 2022 deutlich weniger Siege gelangen als noch im vergangenen Jahr, so wusste Phil Bauhaus (Bahrain Victorious) mit einer deutlichen Leistungssteigerung zu beeindru

13.12.2022Nach den Klassikern aus dem Loch herausgearbeitet

(rsn) – Auch wenn er im Frühjahr wegen Krankheiten nicht die gewünschten Ergebnisse einfahren konnte und im Sommer bei der Tour de France leer ausging, fällt Nils Politts Saisonbilanz positiv aus

12.12.2022Nach langem Leidensweg Befreiungsschlag in der Schweiz

(rsn) – Es war eine der beeindruckendsten Triumphfahrten der gesamten Saison 2022: Als Bob Jungels (AG2R Citroën) am 10. Juli durch die Schweiz rauschte und in Chatel am Rande des Skigebiets Les Po

11.12.2022Immer wenn er fit war, kam etwas dazwischen

(rsn) – Nach fünf Jahren bei Bora – hansgrohe und der großen Enttäuschung über die verpasste Tour de France 2021 entschied sich Pascal Ackermann für einen Tapetenwechsel und heuerte bei UAE

10.12.2022Die Beständigkeit in Person

(rsn) – Der Wechsel von DSM zu Movistar hat sich für Max Kanter gelohnt. Der 25-Jährige muss zwar weiter auf seinen ersten Sieg warten, doch mit 29 Top-Ten-Resultaten war er der beständigste Erge

Weitere Radsportnachrichten

31.03.2025“Großvater“ Kristoff landete fast nochmal auf dem Podium

(rsn) – Zwei Monumente konnte Alexander Kristoff (Uno-X Mobility) in seiner Karriere schon gewinnen, aber auch bei Gent-Wevelgem in Flanders Fields war der mittlerweile 37-jährige Norweger schon e

31.03.2025Jakobsen muss unters Messer und steht vor langer Zwangspause

(rsn) – Spätestens nach der Saison 2022 schien der Horror-Sturz von Fabio Jakobsen (Picnic - PoostNL) aus der Polen-Rundfahrt aus dem Jahr 2020 endgültig vergessen, der heute 28-Jährige fuhr mit

31.03.2025Tudor, TotalEnergies und Uno-X bekommen die Tour-Wildcards 2025

(rsn) – Kaum hat die UCI die Bestätigung einer möglichen dritten Wildcard für die Grand Tours im Jahr 2025 bekanntgegeben, ist auch die ASO als Veranstalterin der Tour de France nun bereits vorge

31.03.2025Wiebes‘ unglaubliche Statistiken: Die Zahlen hinter der “100“

(rsn) – Ihren ersten UCI-Sieg feierte Lorena Wiebes im Jahr 2018. Das war damals im Mai beim Dorpenomloop in Aalburg, einem Rennen, das heute nicht mehr ausgetragen wird. Damals war sie 19 Jahre alt

31.03.2025UCI bestätigt Erweiterung der Grand-Tour-Pelotons auf 23 Teams

(rsn) – Nachdem sich das Professional Cycling Council (PCC) bereits für ein zusätzliches 23. Team bei den Grand Tours ausgesprochen hatte, hat nun auch das UCI Management Komitee die Entscheidung

31.03.2025Kool schafft bei Gent-Wevelgem den Befreiungsschlag

(rsn) – Auch wenn die Weltklasse-Sprinterin Charlotte Kool (Picnic – PostNL) beim überlegenen Sieg von Lorena Wiebes (SD Worx – Protime) bei Gent-Wevelgem (1.UWT) chancenlos aussah, war die 25-

31.03.2025Keßler holt dritten Platz auf Schlussetappe der Olympia´s Tour

(rsn) - Für die Teams Lotto – Kern Haus – PSD Bank und Rembe – rad-net ist mit unterschiedlichen Gefühlen eine insgesamt erfolgreiche Olympia´s Tour zu Ende gegangen und Run & Race - Wibatech

31.03.2025Kooij erleidet Schlüsselbeinbruch bei Gent-Wevelgem

(rsn) – Olav Kooij (Visma – Lease a Bike) hat sich bei seinem Sturz 72 Kilometer vor dem Ziel bei Gent-Wevelgem (1.UWT) das Schlüsselbein gebrochen. Das bestätigte das niederländische Team vi

31.03.2025Haller fehlte ein halbes PS bei Pedersens Attacke

(rsn) – Durch die immer früheren Attacken der Favoriten bei den belgischen Frühjahresklassikern hat sich die Taktik, über die frühe Ausreißergruppe vor das Rennen zu kommen, in den letzten Jah

31.03.2025Dwars door Vlaanderen im Rückblick: Die letzten zehn Jahre

(rsn) – Dwars door Vlaanderen (1.UWT) ist eines der kürzesten flämischen Eintagesrennen des Frühjahrs. Im vergangenen Jahr etwa betrug die Distanz "nur" 183,7 Kilometer. Für die Fahrer ist das

30.03.2025Pedersen: “Erwartet das nicht immer von mir“

(rsn) – Es war schon eine sehr eindrucksvolle Show, die Mads Pedersen (Lidl – Trek) mit seiner 56 Kilometer langen Soloflucht beim 87. Gent-Wevelgem in Flanders Fields bot. Als wäre nichts weiter

30.03.2025Degenkolb: “Als Mads losfuhr, hatte keiner die Beine“

(rsn) – John Degenkolb (Picnic – PostNL) hat beim 87. Gent-Wevelgem (1.UWT) eindrucksvoll unter Beweis gestellt, dass er trotz seiner 36 Jahrebei harten, langen Eintagesrennen immer noch mit der

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine