Burgos-Rundfahrt: Buitrago bleibt vorn

Dreifacherfolg für Jumbo - Visma nach schlimmem Massensturz

Von Christoph Adamietz

Foto zu dem Text "Dreifacherfolg für Jumbo - Visma nach schlimmem Massensturz"
Timo Roosen (Jumbo - Visma) | Foto: Cor Vos

03.08.2022  |  (rsn) – Jumbo – Visma hat am zweiten Tag der Burgos-Rundfahrt (2.Pro) einen Dreifacherfolg eingefahren – der geriet allerdings zur Nebensache, weil Jumbo-Sprinter David Dekker im Finale einen heftigen Massensturz ausgelöst hatte. In Villadiego fuhr nach 158 Kilometern sein Landsmann Timo Roosen als erster über den Zielstrich, gefolgt vom Italiener Edoardo Affini und dem Australier Chris Harper. Die drei Jumbo-Profis waren die einzigen, die durch den Sturz nicht aufgehalten worden waren.

Der 24-jährige Dekker war 500 Meter vor dem Ziel an dritter Position hinter zwei Teamkollegen bei Höchstgeschwindigkeit auf abfallender Strecke von einer Bodenwelle ausgehebelt worden. Dabei riss er zahlreiche Fahrer mit sich, von denen einige heftig gegen die Absperrgitter prallten oder und diese sogar durchbrachen.

“Das Finale war ziemlich hektisch. Wie haben die Führungsposition übernommen. Urplötzlich war da eine Bodenwelle, man hat sie nicht kommen sehen und das Tempo war sehr hoch. Ich hörte hinter mir etwas, wusste aber nicht was passiert war. Ich drehte mich wenig später um und sah ein Jumbo-Trikot hinter mir. Ich dachte, es wäre David, aber im Ziel hörte ich, dass er gestürzt war. Ich habe dann einfach bis durchgezogen. Den Sieg habe ich natürlich nur wegen des Sturzes geholt“, kommentierte Roosen das chaotische Finale und betonte: “Der Sieg ist schön für die Palmares, aber ich hätte ihn gerne auf andere Art und Weise eingefahren.“

An der Spitze der Gesamtwertung gab es auf der 2. Etappe keine Veränderungen. Hier führt weiterhin Auftaktsieger Santiago Buitrago (Bahrain Victorious).

So lief das Rennen:

Mit den drei Spaniern Jesus Ezquerra (Burgos – BH), Diego Sevilla (Eolo – Kometa) und Xabier Azparren (Euskaltel – Euskadi) setzten sich zu Beginn des zweiten Teilstücks exakt jene Fahrer vom Feld ab, die bereits zum Auftakt über weite Strecken den Auftakt bestimmt hatten. Beim ersten Bergpreis 107 Kilometer vor dem Ziel holte sich Azparren sechs Zähler und verkürzte dadurch seinen Rückstand auf Spitzenreiter Sevilla auf vier Punkte. Azparren konnte sich dabei von seinen zwei Begleitern so deutlich absetzen, dass er danach als Solist das Rennen fortsetzte, sich auch die nächsten beiden Bergpreise sicherte und damit an Sevilla vorbeizog.

Am Puerto du Humada (3. Kat.) nach 88 Kilometern löste sich der mittlerweile wie Ezquerra ins Peloton zurückgefallene Sevilla aus dem Feld, um sich noch Bergpunkte zu sichern, bekam dabei aber Gesellschaft von zwei Teamkollegen von Azparren, wobei sich einer von beiden sich noch vor Sevilla platzieren konnte. Zu diesem Zeitpunkt hatte der Spitzenreiter noch drei Minuten an Vorsprung auf das Feld.

Das gleiche Bild bot sich an der dritten und letzten kategorisierten Steigung des Tages, wo wieder ein Euskaltel-Fahrer Sevilla die Punkte im Bergaufsprint wegnahm. Danach nahm Azparren an der Spitze die Beine hoch und war 42 Kilometer vor dem Ziel gestellt. Im Feld machten keine weiteren Fahrer Anstalten, sich abzusetzen, so dass das Feld geschlossen in Richtung Villadiego rollte.

Acht Kilometer vor dem Ziel initiierte Quick-Step Alpha Vinyl dann doch eine Attacke, von der aber der Gesamtdritte Tao Geoghegan Hart (Ineos Grenadiers) profitierte und davonzog. Allerdings machte sich Spitzenreiter Buitrago auf seine Verfolgung und neutralisierte den Vorstoß des Briten. Weitere Attacken zogen das Feld auf den letzten fünf Kilometern auseinander, auch Geoghegan Hart probierte es zwei Kilometer vor dem Ziel noch einmal, doch erneut konnte er sich nicht absetzen.

An der 1000-Meter-Marke übernahm Trek - Segafredo das Kommando, ehe Jumbo – Visma 700 Meter vor dem Ziel die Spitze übernahm. Kurz darauf sorgte Dekker unfreiwillig dafür, dass das halbe Feld ausgebremst wurde und Jumbo – Visma kampflos einen Dreifachsieg einfuhr.

Results powered by FirstCycling.com

Mehr Informationen zu diesem Thema

07.08.2022Bora-hansgrohe zufrieden nach Vuelta-Generalprobe

(rsn) – Zwei Wochen vor Beginn der Vuelta a Espana blickt man bei Bora – hansgrohe zufrieden auf die Burgos-Rundfahrt (2.Pro) zurück. Mit Jai Hindley, Emanuel Buchmann und Wilco Kelderman waren d

06.08.2022Lopez zeigt sich nach aufgehobener Suspendierung in Vuelta-Form

(rsn) – Im Juli drohte Miguel Angel Lopez noch Ungemach. Nachdem der Kolumbianer von Polizisten der Guardia Civil aus einer Warteschlange am Flughafen Madrid geholt und wegen des Verdachts des Droge

06.08.2022Almeida gewinnt Königsetappe, Sivakov feiert Gesamtsieg

(rsn) – Als Dritter der Königsetappe der 44. Vuelta a Burgos (2.Pro) hat sich Pavel Sivakov (Ineos Grenadiers) souverän den Gesamtsieg der fünftägigen Rundfahrt durch den spanischen Norden gesic

06.08.2022Vorschau auf die Rennen des Tages / 6. August

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? radsport-news.com gibt Ihnen kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf die wichti

05.08.2022Neoprofi Govekar macht´s gegen Neoprofi Retailleau perfekt

(rsn) – Auch auf der 4. Etappe der 44. Vuelta a Burgos (2.Pro) hatte ein Youngster die Nase vorn. Der 22-jährige Slowene Matevž Govekar, der erst seit dem 1. Juni bei Bahrain Victorious unter Vert

05.08.2022Mit dem Sturz in Burgos setzt sich Dekkers Pechsträhne fort

(rsn) – Mit vielen Vorschusslorbeeren wechselte David Dekker zur Saison 2021 zu Jumbo - Visma. Bei seinem neuen Team konnte der Niederländer sein Potenzial allerdings kaum einmal abrufen und musste

05.08.2022Vorschau auf die Rennen des Tages / 5. August

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? radsport-news.com gibt Ihnen kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf die wichti

04.08.2022Burgos-Rundfahrt: AG2R-Stagiaire Tronchon schlägt Sivakov

(rsn) – AG2R-Stagiaire Bastien Tronchon hat auf der 3. Etappe der Burgos-Rundfahrt (2.Pro) den größten Erfolg seiner jungen Karriere eingefahren. Der 20-jährige Franzose setzte sich nach 156 Kil

04.08.2022Burgos-Rennleiter: Sturz auf 2. Etappe war Dekkers Fehler

(rsn) – Nach dem Massensturz im Finale der 2. Etappe der Vuelta a Burgos, den David Dekker (Jumbo – Visma) auslöste, als er auf einem “Speedbumper“ die Kontrolle über sein Rad verlor, waren

04.08.2022“Speed bumper“ sorgte für Massensturz: Affini geht UCI an

(rsn) – Rund 500 Meter vor dem Ziel der 2. Etappe der Burgos-Rundfahrt zerriss ein Massensturz das Peloton. In dritter Position hinter zwei Teamkollegen mit Höchstgeschwindigkeit dem Ziel entgegen

04.08.2022Vorschau auf die Rennen des Tages / 4. August

(rsn) - Welche Rennen stehen heute auf dem Programm, wie sieht die Streckenführung aus und wer sind die Favoriten? radsport-news.com gibt Ihnen kurz und kompakt eine tägliche Vorschau auf die wichti

03.08.2022Kelderman und Hindley bei Burgos-Sturz mit “Glück im Unglück“

(rsn) – Nachdem sich Bora – hansgrohe noch über einen gelungenen Auftakt zur Burgos-Rundfahrt (2.Pro) freuen konnte, bei dem Jai Hindley Vierter wurde und Wilco Kelderman den sechsten Platz beleg

Weitere Radsportnachrichten

07.01.2025Alaphilippe und Hirschi sollen Tudor in neue Höhen führen

(rsn) – Angeführt von seinen beiden neuen Topstars Julian Alaphilippe und Marc Hirschi präsentierte sich der Schweizer Zweitdivisionär Tudor Pro Cycling in Moraira bei Calpe der Öffentlichkeit.

07.01.2025Hindley will 2024 so schnell wie möglich vergessen machen

(rsn) – Gleich in seiner ersten Saison bei Bora – hansgrohe gelang Jai Hindley die Sensation: Der Australier gewann als erster Fahrer seines Landes den Giro d‘Italia 2022 und sorgte so für den

07.01.2025Sponsoren-Rückzug: CIC - Mont Ventoux hat finanzielle Probleme

(rsn) – Nach dem Rückzug von mehreren Geldgebern sieht sich das französische Eintagesrennen CIC - Mont Ventoux (1.Pro) vor finanzielle Probleme gestellt. “Zwei private Sponsoren haben inzwischen

07.01.2025Sicherheitsdiskussion: Froome für Begrenzung bei Übersetzungen

(rsn) – Nachdem vor einigen Tagen bereits Wout van Aert (Jumbo – Visma) gegenüber dem TV-Sender Sporza eine Begrenzung der Übersetzungen angeregt hatte, um die Sicherheit der Fahrer zu erhöhen,

07.01.2025Poels will im Astana-Trikot Grand-Tour-Sammlung komplettieren

(rsn) – Nach fünf Jahren bei Bahrain Victorious wechselte Wout Poels zu XDS Astana, das mit neuem, finanzstarken Sponsor ausgestattet ist. Doch das Geld war nicht der Hauptgrund bei der Entscheidun

07.01.2025Jakobsen muss sich als Sprinter neu erfinden

(rsn) – Fabio Jakobsen (Picnic – PostNL) blickt auf ein Jahr zum Vergessen zurück. Dem mit so großen Erwartungen in seine erste Saison beim Rennstall von Manager Iwan Spekenbrink gestarteten Nie

06.01.2025Picnic - PostNL setzt auf Routine und viele junge Talente

(rsn) – Mit 28 Fahrern, nur drei davon neu im Aufgebot, startet der niederländische Rennstall Picnic – PostNL in die Saison 2025. Bei einem Even in Calpe wurden sowohl das Männer- und Frauenteam

06.01.2025De Lie: Aus den Ardennen auf (simulierte) 3000 Meter Höhe

(rsn) – Arnaud De Lie fordert in der Vorbereitung auf die neue Saison seinem Körper viel ab. Nach einer zweieinhalbstündigen Ausfahrt mit dem Mountainbike bei frostigen Bedingungen durch die Arden

06.01.2025Junioren-Weltmeister Finn: “Wir sind nicht alle wie Remco“

(rsn) – Im vergangenen Herbst stürmte Lorenzo Finn im WM-Straßenrennen der Junioren mit mehr als zwei Minuten Vorsprung zur Goldmedaille. Im Gegensatz zum gleichaltrigen U19-Zeitfahrweltmeister Pa

06.01.2025De Buyst war an Post-Covid-Asthma erkrankt

(rsn) – Jasper De Buyst (Lotto) hatte in der vergangenen Saison mit großen gesundheitlichen Problemen zu kämpfen. Schließlich stellte sich heraus, dass er an Post-Covid-Asthma erkrankt war. “Be

06.01.2025Van Aert beginnt Saison in Spanien und holt Giro-Debüt nach

(rsn) – Nachdem er die letztjährige Klassikersaison in Folge seines schweren Sturzes bei Dwars door Vlaanderen vorzeitig beenden musste, ist Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) auf Wiedergutmach

06.01.2025Van der Poel will nicht fahren, bis er 40 ist

(rsn) – Das erste große Ziel des Jahres ist der siebte Weltmeistertitel im Cross, doch Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) hat auch schon die Straßensaison 2025 fest im Blick. Im vergang

RADRENNEN HEUTE
  • Keine Termine