Hermans gewinnt Königsetappe der Belgien-Rundfahrt

Schmid übernimmt Gesamtführung vor zeitgleichem Wellens

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Quinten Hermans (Intermarché - Wanty Gobert) hat die Königsetappe der Belgien-Rundfahrt gewonnen | Foto: Cor Vos

18.06.2022  |  (rsn) - Mauro Schmid (Quick-Step Alpha Vinyl) hat sich auf der Königsetappe der Belgien-Rundfahrt (2.Pro) die Gesamtführung gesichert. Der Schweizer musste sich bei Temperaturen von mehr als 30 Grad nach 172 schweren Kilometern rund um Durbuy an der dortigen Mur du Durbuy im Bergaufsprint nur dem Belgier Quinten Hermans (Intermarché - Wanty Gobert) geschlagen geben.

Mit vier Sekunden Rückstand wurde Tim Wellens (Lotto Soudal) Dritter, gefolgt vom Italiener Lorenzo Rota. Der Teamkollege von Hermans hatte sechs Sekunden Rückstand. Der bisherige Gesamtführende Mads Pedersen (Trek - Segafredo) verlor 2:27 Minuten auf den Tagessieger und wurde Tagesneunter.

"Schon als ich in die Ausreißergruppe ging war mir klar, dass am Ende die Bonussekunden eine entscheidende Rolle spielen würde. Auf dem Goldenen Kilometer habe ich versucht, nicht zu viel Kraft zu vergeuden, konnte aber dennoch noch ein paar Sekunden gewinnen. Ich wusste, dass Quinten in einem solchen Sprint stark ist, aber er hat mich dann doch etwas überrascht, als er antrat. Ich hatte eine kleine Lücke von vielleicht fünf Metern. Ich habe aber gesehen, dass Wellens hinter mir auch eine kleine Lücke hatte, also habe ich bis zum Ziel voll durchgezogen", erklärte Spitzenreiter Schmid.

Vor der Schlussetappe liegt Schmid vor dem zeitgleichen Wellens in Führung. Tagessieger Hermans verbesserte sich bei acht Sekunden Rückstand auf Rang drei, gefolgt von seinem Teamkollegen Rota, der allerdings schon deutliche 41 Sekunden Rückstand aufweist. Pedersen geht als Tagesachter in die Schlussetappe.

"Ich habe mir bei den Bonussprints Zeitgutschriften geholt, weil es mich nicht viel Kraft gekostet hat. Der Gesamtsieg scheint eher unwahrscheinlich zu sein, aber vielleicht bietet sich ja noch eine Möglichkeit. Aber der Etappensieg heute bedeutet mir schon viel, ich habe jetzt länger auf einen solchen Erfolg warten müssen und war mehrmals nahe dran", sagte Tagessieger Hermans.So lief das Rennen:

Die Königsetappe wurde zunächst von einem Ausreißerquintett um Dries De Bondt (Alpecin-Fenix) bestimmt. Zur Rennhälfte hatte die Gruppe sich einen Vorsprung von drei Minuten erarbeitet. Im Feld erhöhte zu diesem Zeitpunkt Intermarché - Wanty Gobert das Tempo und sorgte so für einen Split im Peloton. In der anschließenden Mur du Durbuy hielt Intermarché - Wanty Gobert das Tempo weiter hoch, wodurch sich eine elf Fahrer starke Gruppe um den späteren Sieger Hermans, Schmid, Wellens und Pedersen bildete.

Hermans war aber mit dieser Situation anscheinend nicht zufrieden und machte sich als Solist auf die Verfolgung der Fünfer-Spitze, die 81 Kilometer vor dem Ziel nur noch eine knappe Minute Vorsprung hatte. Hermans bekam kurz darauf Gesellschaft von fünf Fahrern - Rota, Wellens, Victor Campenaerts, Rasmus Tiller und Schmid. Dagegen fehlte Spitzenreiter Pedersen.

70 Kilometer vor dem Ziel, kurz vor der Cote de Bende, war die Verfolgergruppe um Hermans zur Spitzengruppe vorgefahren, das Feld lag schon eine Minute zurück. Zwischen dem Abstand änderte sich bis eingangs der Schlussrunde nur wenig, allerdings hatte sich die erste Gruppe auf nur noch acht Fahrer verkleinert. Das Ausscheidungsfahren an der Spitze ging weiter, so dass sich nur noch ein Sextett ganz vorne auf die letzten 20 Kilometer machte.

Zehn Kilometer vor dem Ziel stand der Goldene Kilometer mit drei Bonussprints an, den ersten sicherte sich Hermans vor Schmid und Wellens. Den zweiten holte sich Hermans vor Wellens und Schmid und auch Nummer drei ging an Hermans, diesmal vor Wellens und Rota.

An der 1200 Meter langen Mur du Durbuy fiel zunächst Campenaerts zurück, kurz darauf war es auch um De Bondt geschehen. 300 Meter vor dem Ziel eröffnete Wellens den Bergaufsprint, allerdings wurde er von Hermans gekontert, an dessen Hinterrad sich Schmid setzte. Während Hermans sich souverän den Sieg sicherte, konnte Schmidt noch Wellens um genau so viele Sekunden distanzieren, dass es in der Gesamtwertung für ihn zur Führung reichte.

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