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17.02.2022 | (rsn) – 45 Meter vor dem Zielstrich der 2. Etappe der Volta ao Algarve verhakten sich Tobias Foss (Jumbo – Visma) und Sergio Higuita (Bora – hansgrohe) im Schlussspurt ineinander. Beide gingen zu Boden. Statt mit der Siegertrophäe, die wohl einer der beiden gewonnen hätte, gingen der Noweger und der Kolumbianer nur mit Hautabschürfungen ins Teamhotel. David Gaudu (Groupama – FDJ) war Nutznießer des Sturzes, dessen Verursacher nicht nur in der radsport-news.com-Redaktion heiß diskutiert wurde.
Noch 20 Fahrer sprinteten auf den letzten Metern der 182 Kilometer langen Bergetappe zum Alto da Foia um den Tagessieg. In Pole Position lag in der letzten Kurve - nur 60 Meter vor dem Ziel - der Norwegische Meister Foss. Auf der Außenbahn versuchte der Kolumbianische Meister Higuita an ihm vorbeizuspurten.
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60 Meter vor dem Ziel, Higuita setzt zum Überholen an. | Foto: Screenshot Eurosport
Higuita hielt seine Linie perfekt. Der Bora-Neuzugang orientierte sich augenscheinlich am Mittelstreifen, den er immer knapp rechts neben sich hielt. Doch auch Foss wich nicht von seiner Linie ab. Er folgte allerdings nicht dem Mittelstreifen, sondern der Ideallinie und ließ sich ausgangs der Kurve von den Fliehkräften nach außen treiben.

Higuita hält die Fahrlinie. | Foto: Screenshot Eurosport
Rund 50 Meter vor dem Ziel kreuzten sich die Linien der beiden Fahrer – und die Athleten selbst. Higuita befand sich noch immer einige Zentimeter neben dem Mittelstreifen, der Norweger hatte sich in der scharfen Rechtskurve auf ihn zubewegt.

50 Meter vor dem Ziel. Foss driftet nach außen und touchiert Higuita. | Foto: Screenshot Eurosport
Unser Mann vor Ort, Peter Maurer, beobachtete im Zielraum, dass sich Foss bei Higuita entschuldigte. Eine faire Geste des 24-Jährigen, der das Ziel mit 41 Sekunden Rückstand noch fünf Sekunden nach Higuita erreichte - beide laufend und ihr Rad schiebend. Doch viel schlimmer als der vermeintliche Fahrfehler des Jumbo-Profis, der in einem Rennunfall resultierte, scheint der Fehler der Veranstalter zu sein.
Auf Flachetappen sind Kurven auf den letzten 250 Metern verpönt. Beim Scheldeprijs sorgte ein leichter Knick nach links auf den letzten 150 Metern fast jährlich für schlimme Unfälle, weil sich auch dort immer wieder die Ideallinie mit Fahrlinien kreuzte. Das Problem wurde gelöst, indem das Ziel auf der Churchilllaan in Schoten ein paar Meter nach hinten verlegt wurde.
Bei der Ankunft auf dem Alto da Foia handelt es sich natürlich nicht um eine Flachetappe. Mit 7,7 Kilometern Länge und 6,1% Durchschnittssteigung ist der Anstieg allerdings in einem starken Feld auch nicht besonders selektiv. In den vergangenen Jahren sprinteten auf dem gleichen Berg, bei schwächerer Konkurrenz und einer jeweils etwas profilierteren Etappe, stets kleinere Gruppen um den Tagessieg. Im starken Teilnehmerfeld der diesjährigen Ausgabe, mit starkem Gegenwind auf der Zielgeraden, konnte also mit dem Spurt einer größeren Gruppe gerechnet werden – und für einen solchen waren diese letzten 200 Meter ungeeignet.
Einzig Remco Evenepoel (Quick-Step Alpha Vinyl) hätte mit einer starken Attacke die Entscheidung vor der letzten Kurve verhindern können. Bei seinem Antritt 250 Meter vor dem Ziel wurde der Belgier aber von Samuele Battistella (Astana Qazaqstan), der Zweiter wurde, ausgebremst und fast in die Bande gedrückt.
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