Roglic ließ sich auf 16. Tour-Etappe nicht überraschen

Pogacar: “Ich wollte noch ein paar Sekunden klauen“

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Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) und Primoz Roglic (Jumbo - Visma) im Finale der 16. Tour-Etappe | Foto: Cor Vos

15.09.2020  |  (rsn) - Nachdem sie 162 Kilometer stillgehalten hatten, testeten Primoz Roglic (Jumbo - Visma) und Tadej Pogacar (UAE - Team Emirates) im zwei Kilometer langen Schlussanstieg der 16. Tour-Etappe doch noch ihre Beine. Der Gesamtzweite ließ seinen Helfer David de la Cruz das Tempo in der Favoritengruppe erhöhen, um Roglic auf den letzten Metern im Kampf ums Gelbe Trikot noch einige Sekunden abzunehmen.

Doch der Spitzenreiter, dessen Team das Rennen bis dahin kontrolliert hatte, war sofort am Hinterrad seines Landsmanns und ließ sich nicht überraschen. Auch als kurz darauf der Gesamtvierte Miguel Angel Lopez (Astana) noch eine Attacke setzte, war es Pogacar, der reagierte und ans Hinterrad des Kolumbianers sprang, Roglic in seinem Schlepptau. Auf Rang 21 und 22 kamen die beiden Slowenen ins Ziel und richteten danach schon ihren Blick auf den Mittwoch, an dem die Königsetappe auf dem Programm steht.

“Ich wollte noch ein paar Sekunden klauen, aber es war nicht die beste Situation dafür. Heute hatte ich keine super-explosiven Beine. Es war dennoch ein gutes Warmfahren für die Königsetappe morgen“, erklärte Pogacar, dessen Rückstand gegenüber Roglic unverändert 40 Sekunden beträgt.

Pogacar: "Ich hoffe, ich habe noch ein bisschen was in den Beinen"

“Das war ein guter Tag, auch wenn es ein sehr schneller Start war. Am Ende musste ich dann sehr konzentriert bleiben, denn das Tempo wurde nochmal angezogen“, kommentierte Roglic die späte, eher halbherzige Attacke von Pogacar, die er mühelos neutralisieren konnte. Aus dem erneut überzeugenden Auftritt seiner Mannschaft bezog der 30-Jährige seinen Optimismus für die 17. Etappe, die mit dem Col de la Madeleine und dem bis zu 20 Prozent steilen Schlussanstieg zum Col de la Loze zwei echte Brocken bereit hält.

“Wir sind bereit, die Jungs machen einen super Job und ich freue mich auf die Etappe morgen. Das wird der Höhepunkt, die Königsetappe, mit sehr schweren letzten Kilometern. Aber wir sind nicht weit von Courchevel, das kenne ich vom Skispringen“, sagte Roglic. Während der ehemalige Skispringer auf das stärkste Team im Peloton setzen kann, muss Tour-Debütant Pogacar eher auf seine individuelle Stärke bauen, will er Roglic das Gelbe Trikot abnehmen.

“Ich glaube, jeder hat sich den Col de la Loze vorher angeschaut. Meiner Meinung nach ist das einer der härtesten Anstiege, die ich je gefahren bin. Du kannst dich selber killen, wenn du es zu früh versuchst. Du kannst bis zur Ziellinie leiden“, sagte der Träger des Weißen Trikots. “Ich werde sehen, wie die anderen sich auf dem Weg zum Col de la Loze fühlen. Dann werden wir auch sehen, wer gute Beine hat und wer nicht. Es wird Abstände und Lücken in der Gesamtwertung geben“, sagte Pogacar, der besonders die letzten vier, bis zu 20 Prozent steilen Kilometer für einen Vorstoß im Auge haben dürfte. “Ich hoffe, dass ich noch ein bisschen was in den Beinen habe“, fügte er an.

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