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12.09.2020 | (rsn) - Ob Simon Geschke auf der 13. Etappe der 107. Tour de France an den 22. Juli 2015 gedacht hat? Damals feierte der Freiburger auf dem 17. Abschnitt der Frankreich-Rundfahrt in Par Loup den bisher größten Erfolg seiner Karriere, als er nach 161 Kilometern die Bergankunft als Solist erreichte.
Auch am Freitag sah es für Geschke nicht schlecht aus, nachdem er den Sprung in die Gruppe des Tages geschafft hatte, die zunächst aus fünf und schließlich aus 17 Fahrern bestand. Letztlich langte es am - im Vergleich zu Pra-Loup deutlich schweren Schlussanstieg - zum Puy Mary zu einem ehrenwerten siebten Platz, womit der CCC-Profi zwar nur drittbester deutscher Profi, dafür aber der Bestplatzierte aus dem ursprünglichen Spitzenquintett war.
Nach der kräftezehrenden Achterbahnfahrt durch das Zentralmassiv plant Geschke für die 14. Etappe, die aus den Bergen heraus und ins Rhonetal hinein zum Ziel in Lyon führt, dann auch keine weitere Attacke. Aber das Unternehmen Etappensieg ist noch längst nicht ad acta gelegt. “Heute brauche ich erst mal eine Pause, hoffe aber, dass es noch mal die Chance auf eine Gruppe gibt – dann mit einem besseren Ergebnis“, spekulierte der 34-Jährige in Clermont-Ferrand gegenüber radsport-news.com auf die dritte Tour-Woche.
Weitere sportliche Großtaten würden auch Geschkes Karten im Poker um einen neuen Vertrag deutlich verbessern - bei welchem Team auch immer. Dabei traut der gebürtige Berliner im Gegensatz zu zahlreichen anderen CCC-Profis wie etwa Greg Van Avermaet oder Michael Schär, die ab 2021 für AG2R fahren werden, Team-Manager Jim Ochowicz durchaus zu, auf den letzten Drücker noch einen Nachfolger für den zum Saisonende aussteigenden Sponsor CCC zu finden.
Zuversichtlich mit Blick auf einen neuen Vertrag - wo auch immer
“Wir haben zwar immer noch keinen Sponsor für das nächste Jahr, aber es sieht nicht schlecht aus“, sagte Geschke, der nach eigenen Angaben aber zweigleisig fährt. “Ich hatte viele Gespräche mit anderen Teams, habe aber noch nichts unterschrieben. Es gibt mehrere Teams, die Interesse haben. Mit denen reden wir gerade“, fügte er an.
Zusätzlichem Druck sieht sich Geschke angesichts dieser Situation allerdings nicht ausgesetzt. “Man setzt sich immer unter Druck, wenn man die Tour fährt. Vertrag hin oder her. Natürlich hätte ich lieber schon vor der Tour einen Vertrag unterschrieben, das hat leider nicht geklappt. Aber extra Druck ist das nicht“, sagte der Routinier und konnte dabei auf seine in dieser Saison durchaus beeindruckende sportliche Bilanz verweisen.“Ich hatte im Januar und Februar schon gute Ergebnisse gehabt. Da mache ich mir auch keine Sorgen, dass ich komplett unbekannt in die Vertragsverhandlungen gehe. “ So oder so hofft Geschke, “dass ich noch ein paar Ergebnisse nachliefern kann, obwohl es bisher ja schon ganz gut lief.“
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