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06.09.2020 | (rsn) - Es war eine der bemerkenswertesten Szenen des Tages. Tom Dumoulin, bei Jumbo – Visma neben Primoz Roglic als Co-Kapitän in die Tour gestartet, setzte sich im Finale der 8. Touretappe im Col de Peyresourde an die Spitze der Favoritengruppe und opferte sich für Roglic auf. 2:07 Minuten nach seinem slowenischen Teamkollegen kam der Niederländer auf der ersten der beiden Pyrenäenetappe in Loudenvielle an..
Dabei war die Situation war für Jumbo - Visma nicht bedrohlich. Keiner der weit vorausgeeilten Ausreißer stellte eine Gefahr für die Favoriten dar. Von den Klassementfahrern war nur der Franzose Thibaut Pinot (Groupama – FDJ) abgehängt - und zwar deutlich. Nachdem Amund Grondahl Jansen, Tony Martin, Robert Gesink und Wout Van Aert ihre Arbeit getan hatten, setzte sich am Peyresourde plötzlich Dumoulin an die Spitze der Gruppe.
“Tom gab über Funk an, dass er keine guten Beine hatte, dass er für das Team arbeiten will, dass wir hier sind, um die Tour zu gewinnen“ erklärte Teamkollege George Bennett die Aktion gegenüber dem TV-Sender NOS im Ziel. In einem anderen Interview mit der Zeitung AD fügte der Neuseeländer an: “Es war der Plan, heute den Baum zu schütteln. Aber dass Tom aus dem Klassement fällt, war nicht so angedacht.“
Dumoulin selbst war nach dem Zieleinlauf enttäuscht. Im Gegensatz zu den vorherigen Etappen wollte er sich den Medien gegenüber nicht äußern. Immerhin: Der Verlust der potentiellen Doppelspitze hat für Jumbo – Visma den Gewinn eines Edeldomestiken zur Folge. Roglic lobte den Einsatz seines Mannschaftskollegen: “Das Team hat gezeigt, wie stark es ist. Tom fuhr schnell von vorn, danach explodierte es. Er ist wirklich ein Star“, so der Gesamtzweite, der selber auffällig passiv blieb.
“Es war der Plan, die Angriffe der größten Konkurrenten zu parieren“, erklärte Grischa Niermann, der Sportliche Leiter der Equipe. “Wir sind unserem großen Ziel wieder einen Tag näher. Primoz ist noch immer Zweiter. Als Pogacar angriff, hat Roglic nicht reagiert. Er blieb bei den anderen Favoriten. Schade, dass er 40 Sekunden (auf Pogacar) verliert. Aber es ist, wie es ist“, so der Deutsche, der allerdings zufrieden feststellen konnte, dass sein Kapitän vom Gelben Trikot von Adam Yates (Mitchelton - Scott) weiterhin nur drei Sekunden entfernt ist.
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