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01.07.2020 | (rsn) - Bis auf einen Kurztrip in die Alpen hat sich Nikias Arndt (Sunweb) in den letzten Wochen rund um Köln im Bergischen Land und der Eifel fit gehalten. Am 8. Juli beginnt für den gebürtigen Bucholzer im österreichischen Kühtai mit dem Team die harte Phase der Saisonvorbereitung. radsport-news.com erreichte den Sprinter am Telefon.
Sie sind wieder für die Tour de France nominiert. Darf ich gratulieren oder soll ich mein Beileid aussprechen?
Nikias Arndt (lachend): Nee, gratulieren.
Werden Sie wieder der Road Captain sein?
Arndt: Ja, ich werde, wie in den letzten Jahren auch, eine gemixte Aufgabe haben. Einerseits als Road Captain, andererseits werde ich auch wieder mein Ziel verfolgen, selbst eine Etappe zu gewinnen und natürlich werde ich auch eine wichtige Rolle im Leadout für Cees (Bol) spielen. Ich bin also wieder sehr vielseitig unterwegs.
Haben Sie sich schon eine Touretappe ausgesucht, die Ihnen liegen könnte und dem Sprinter Cees Bol vielleicht nicht so sehr?
Arndt: Nein, noch nicht! Erfahrungsgemäß liegen mir aber mittelschwere Etappen aus einer Gruppe heraus. Außerdem kann ich meist in der zweiten GrandTour-Hälfte mein Niveau gut halten. Von daher würde ich mich auf die zweite Hälfte konzentrieren. Mein Ziel ist es auf jeden Fall, eine Etappe zu gewinnen!
Da gehört natürlich die letzte Etappe in Paris dazu!
Arndt: Genau, davor muss ich aber mal sehen, was mit einer Ausreißergruppe möglich ist.
Die letzten Jahre war Michael Matthews ihr Kapitän. Wie unterscheidet sich Cees Bol von ihm und damit ihre Aufgabe?
Arndt: Cees ist auf jeden Fall der reinere Sprinter. Ich will ihn nicht gleichsetzen mit Marcel Kittel, aber er ist eher ein Sprinter mit höherem Gewicht. Mit Michael waren wir ja sehr vielseitig unterwegs und konnten viele unterschiedliche Etappen im Sprint angreifen, während wir uns mit Cees auf die Flachetappen konzentrieren werden.
Dann müssen Sie auch nicht wieder so viel in den Bergen trainieren?
Arndt: Doch, die Tour ist ja sehr bergig. Da wäre es gut, wenn Cees lange mithalten könnte. Er ist auch nicht so schlecht am Berg.
Nach der Tour folgen die Klassiker. Welche sind ganz besonders wichtig?
Arndt: Die Großen. Ich konzentriere mich auf die Flandern-Rundfahrt und Paris-Roubaix. Vorher fahre ich auch noch Strade Bianche und Mailand-Sanremo. Wir hoffen, dass wir ans Opening Weekend (im Frühjahr) anknüpfen können, wo wir mit einem starken Team und aggressiver Fahrweise gut abschneiden konnten.
Welchen Klassiker haben Sie besonders im Auge?
Arndt: Ganz klar Paris-Roubaix! Das ist immer mein Hauptaugenmerk im Jahr. Jetzt ist er zu einer anderen Zeit (am 25. Oktober, d. Red.). Man muss sehen, wie es dann aussieht.
Wie kommen Sie mit Schlamm und Kälte zurecht?
Arndt: Das ist nicht unbedingt ein Nachteil für mich.
Im Trainingslager in Kühtai werden Sie in Gruppen aufgeteilt. Wird es eine Tourgruppe geben?
Arndt: Ja, wir bezeichnen das als Blase. Wir werden uns also in Blasen bewegen, damit sich die Gruppen nicht mischen. Auch die Tourgruppe wird noch mal in zwei Blasen aufgeteilt.
Ihr Vertrag läuft Ende des Jahres aus. Ist es schwer, in Corona-Zeiten einen neuen zu bekommen?
Arndt: Es liefen bei mir schon relativ früh viele Gespräche. Sie sind sehr, sehr weit vorangeschritten. Ich habe jetzt bei der Tour also nicht den Druck, mich beweisen zu müssen. Es ist alles so gut wie in trockenen Tüchern. Ich kann mich voll und ganz auf die Teamziele konzentrieren.
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