Regenbogen verkorkst und Streit heraufbeschworen

Farbenlehre mit Weltmeisterinnen: Warum die bunten Scheibenräder?

Von Felix Mattis mit einem Augenzwinkern aus Innsbruck

Foto zu dem Text "Farbenlehre mit Weltmeisterinnen: Warum die bunten Scheibenräder?"
Canyon-SRAM fuhr mit bunten Scheibenrädern und Aero-Überschuhen zu Gold. | Foto: Cor Vos

23.09.2018  |  (rsn) - Blau, Rot, Schwarz, Gelb, Grün - die Farben der UCI. Das sollte man wissen als Rad-Rennstall. Und trotzdem machte man bei Canyon-SRAM im Vorfeld der Straßen-Weltmeisterschaften von Innsbruck offenbar fast alles falsch! Blau und Gelb, okay, das hatte man beim Lackieren der Scheibenräder an den Rennmaschinen fürs Teamzeitfahren gerade noch hinbekommen. Auch wenn die grellen Töne etwas neben dem UCI-Muster lagen. Aber Weiß? Und Pink?! Schwach! Kläglich gescheitert am Regenbogen. 

Naja, woher sollen's Ronny Lauke und Co. auch wissen, wenn es für die vier beziehungsweise nun fünf WM-Titel eben nie ein Regenbogentrikot gab. Der Radsportweltverband ist also selbst schuld am Farbendebakel! Nicht?

Nicht! Denn weil sich viele Zuschauer beim Blick auf die schönen bunten Scheiben während des Teamzeitfahrens sicher fragten, wie es zu dieser Farbkombination kam, klärte Teamchef Lauke nach dem Rennen auf - und mit dem UCI-Regenbogen hatte das schließlich gar nichts zu tun: "Zum 30-jährigen Jubiläum der Zipp Disc haben wir die Scheiben in den Farben der ersten Edition lackiert. 30 Jahre die schnellste Scheibe der Welt. Das ist einfach eine Hommage an dieses Produkt", so der 42-Jährige zu radsport-news.com.

"Wir konnten uns die Farbe nicht aussuchen, weil wir ja in bestimmten Positionen gefahren sind - und wenn jeder seine Wunschfarbe gewählt hätte, wäre ja nicht die richtige Reihenfolge der Farben entstanden", erzählte Lisa Klein mit Blick auf ihre pinken Aero-Überschuhe passend zum pinken Scheibenrad. 

Oh, oh - Streitpotenzial! Lauke, Zipp und Co. hätten es wissen müssen! Im Kindergarten gibt es, da schreibe ich aus Erfahrung, zwischen dreijährigen Mädels schließlich auch immer Streit, wenn nicht genügend pinke Spielsachen für alle herumliegen. Die Teamleitung spielte mit dem Feuer. Oder sollten wir Klein zu Ende zuhören? Ja, sollten wir: "Im Endeffekt ist es mir egal, welche Farbe ich bekomme. Wichtig ist, dass sie einen Vorteil bringen: Man kann die Fahrerinnen unterscheiden."

Also kein Kindergarten-Streit und kein peinlich gescheiterter Versuch, den Regenbogen darzustellen? Langweilig.

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