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25.09.2017 | (rsn) - Vor sieben Jahren wurde Michael Matthews bei der Heim-WM in Geelong U23-Weltmeister. Gestern nun holte sich der Australier im Straßenrennen von Bergen seine bereits zweite Einzelmedaille bei den Profis. Doch Bronze war nicht das, was sich Matthews nach 267,5 Kilometern erträumt hatte. "Ich bin glücklich, auf dem Podium zu sein, aber es ist die falsche Stufe“, sagte der Gewinner des Grünen Trikots der diesjährigen Tour de France im Ziel zu cyclingnews.
Bereits zum dritten Mal in Folge musste sich Matthews, der morgen seinen 27. Geburtstag feiert, dabei dem nur neun Monate älteren Peter Sagan geschlagen geben. 2014 in Richmond entschied er drei Sekunden hinter dem Slowaken den Sprint der Verfolger für sich, im vergangenen Jahr reichte es hinter Sagan, Mark Cavendish und Tom Boonen zu Rang vier. Diesmal nun sprang Platz drei heraus, allerdings mit deutlichem Abstand auf den nun dreimaligen Weltmeister und den Norweger Alexander Kristoff.
Dabei fehlten Matthews auf der Zielgerade einige Körner, die er nach eigenen Worten bei der letzten von zwölf Überquerungen des Salmon Hill geopfert hatte - und das aufgrund einer Fehleinschätzung. "Ich wusste nicht, dass es zum Sprint einer so großen Gruppe kommen würde und habe deshalb viel Energie verschwendet, als ich versucht habe, den Anderen zu folgen und selbst attackierte“, beschrieb er seine Reaktion auf den Antritt von Julian Alaphilippe, dem nur der Italiener Gianni Moscon folgen konnte.
Sagan dagegen ging volles Risiko, versteckte sich wie schon den ganzen Tag im Feld, um alles auf die Karte Sprint zu setzen - die richtige Entscheidung, wie auch Matthews zugab. "Wenn ich also etwas ändern könnte, dann würde ich mich an der Seite der beiden hier zurückhalten, denn ich denke, das hat mir für den Sprint die Kraft geraubt“, sagte er bei der Pressekonferenz mit Blick auf die neben ihm sitzenden Sagan und Kristoff.
Dennoch kehrt Matthews mit einer Goldmedaille aus Bergen zurück, nachdem er bereits zum WM-Auftakt in Bergen mit Sunweb das Teamzeitfahren überraschend hatte gewinnen können. Nun will er in der anstehenden Saisonpause mit dem australischen Team planen, "wie wir das Regenbogentrikot nächste Saison kriegen können.“ Angesichts des ultra schweren WM-Kurses von Innsbruck dürfte die Aufgabe WM-Titel für Matthews allerdings fast unlösbar sein.
Besser werden seine Chancen dann schon 2019 stehen, wenn die Weltmeisterschaften im nordenglischen Yorkshire auf einem dann wieder sprinterfreundlicheren Kurs ausgetragen werden.
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