Howson einzuholen wird schwer

Froome und Sky blasen in den kommenden Tagen zur Attacke

Von Felix Mattis

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Chris Froome (Sky) bei der Teamvorstellung des Cadel Evnas Great Ocean Road Race am vergangenen Wochenende. | Foto: Cor Vos

02.02.2017  |  (rsn) - Der Ritt von Damien Howson (Orica-Scott) zum Tagessieg und ins Führungstrikot auf der Königsetappe der Jayco Herald Sun Tour hat das Team Sky unter Druck gesetzt. Der Vorsprung, den der Australier in der 20 Kilometer langen und rund 1.000 Höhenmeter überbrückenden Schlusssteigung von Falls Creek herausgefahren hat, stellt Chris Froome in den kommenden Tagen vor eine schwere Aufgabe, wie Sky-Sportdirektor Brett Lancaster in den Bergen von Victoria zugab.

"Es wird sehr schwer werden, über eine Minute auf Howson herauszuholen, aber das ist Radsport und Froomey ist einer der besten Fahrer der Welt", so der Australier. "Wir werden niemals aufgeben. Es ist nicht vorbei, bis die dicke Frau singt."

Sky setzte auf der 1. Etappe des fünftägigen Rennens auf die Kletterfähigkeiten des französischen Neuzugangs Kenny Elissonde. Er fuhr gemeinsam mit Howson im Schlussanstieg von der Favoritengruppe weg, in der sich Froome und Orica-Kapitän Esteban Chaves belauerten. Doch am Ende musste der Franzose gestehen, dass er "geplatzt" sei.

"Ich hatte freie Fahrt, um möglicherweise den Sieg zu holen, aber am Ende hat mir etwas Geschwindigkeit gefehlt", so Elissonde über die letzten zwei Kilometer, als er Howson nicht mehr folgen konnte und 47 Sekunden einbüßte. "Es war schön, dort vorne dabei zu sein, aber mir wäre es lieber gewesen, hätte Chris (Froome) gewonnen, anstatt dass ich Dritter werde. Es ist klar, dass wir nicht für Rang drei hier sind. Wir werden diese Position nicht verteidigen, sondern sicher etwas probieren. Chris ist hier, um sich auch etwas zu fordern und es ist noch Zeit, etwas auszurichten."

In der besseren Ausgangslage sind nun aber die Australier von Orica-Scott. Die verbleibenden Etappen beinhalten zwar einige Anstiege, doch das Finale von Falls Creek war wohl am besten geeignet, um Zeit herauszuholen - und das gelang eben Howson und nicht Elissonde oder Froome, der auf der Zielgeraden dem Antritt von Chaves nicht mehr folgen konnte und noch eine Sekunde auf den Kolumbianer einbüßte.

Allerdings liegt auch der Druck nun auf Howsons Schultern. Denn sollte der U23-Zeitfahrweltmeister von 2013 an einem der kommenden Tage schwächeln und zurückfallen, so hätte plötzlich Sky die Trümpfe in der Hand. Schließlich liegt Froome trotz des Sekundenverlusts gegenüber Chaves dank des Prologs noch immer drei Sekunden vor dem Kolumbianer.

Ärgern könnte die beiden WorldTour-Teams die australische Nationalmannschaft, die unter dem Namen Korda Mentha Real Estate unterwegs ist und deren Fahrer Jai Hindley auf den Schlusskilometern nach Falls Creek der schnellste Mann von allen war. Er fuhr aus der Favoritengruppe heraus noch bis auf 32 Sekunden an Howson heran und neben ihm kamen auch Michael Storer als Vierter sowie Nathan Earle, Lucas Hamilton und Cameron Meyer noch in die Top Ten, ohne viel Zeit auf Froome und Chaves einzubüßen.

"Die Australier sind wirklich stark", erkannte auch Chaves. "Sie sind größtenteils in den Top 20 angekommen, haben eine wirklich gute Leistung gezeigt. Froomey und ich haben auf den letzten drei Kilometern beide attackiert, aber trotzdem sind wir alle gemeinsam angekommen."

Die 2. Etappe führt am Freitag überwiegend flach vom Mount Beauty nach Beechworth, allerdings wartet im Finale noch ein Anstieg nach Stanley, den die Kletterer zum Angriff nutzen könnten. Teilstück drei dürfte mit einer Sprintankunft an der Mitchelton Winery enden, bevor die Schlussetappe am Sonntag rund um Kinglake wieder hügelig wird und zu Attacken einlädt.

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