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04.03.2014 | (rsn) – Der Giro macht in diesem Jahr Station in Irland. Zu gerne wäre auch der dort beheimatete Rennstall An Post – ChainReaction von General Manager Sean Kelly und Teamchef Kurt Bogaerts dabei gewesen. Doch einem Continental-Team ist die Teilnahme an WorldTour-Rennen nicht möglich. „Es ist schon eine kleine Enttäuschung, dass wir nicht dabei sein können, so sind jedoch die Regeln“, sagte Bogaerts am Dienstag am Rande der Teampräsentation im belgischen Tielt zu radsport-news.com.
Der Belgier meinte, dass man jetzt noch ehrgeiziger sei, mindestens eine Klasse aufzusteigen. „Ich habe nie ein Geheimnis um meine Ziele mit der Mannschaft gemacht. Ich möchte in die zweite Liga, wenn möglich sogar in die WorldTour. Wir setzen alles daran, dies zu erreichen“, kündigte Bogaerts an. Was dazu noch fehlt, ist ein großer Sponsor.
„Mit unserer Struktur bin ich mir aber sicher, dass Sponsoren ein Teil von unserem Projekt werden wollen“, zeigte sich der Teamchef optimistisch. Auch ohne Giro-Teilnahme könne die Mannschaft vom Irland-Abstecher der Italien-Rundfahrt profitieren. „Mögliche Sponsoren in unserer Heimat sehen, dass ein großes Rennen durch unser Land führt, das könnte sie vielleicht endgültig dazu bewegen, bei uns einzusteigen“, meinte Kelly gegenüber radsport-news.com.
Der Ire betonte aber, dass man den Aufstieg in die zweite Liga nicht überstürzen wolle. „Wir hatten schon in der Vergangenheit gute Gespräche, aber das Budget hat dann einfach nicht für ein gutes ProContinental-Team gereicht", sagte Kelly. „Wir wollen nicht nur in die zweite Liga, sondern dann auch gleich eine große Landesrundfahrt bestreiten. So lange dies das Budget nicht hergibt, werden wir lieber im Continental-Bereich bleiben, denn uns geht es nicht darum, einfach nur ein ProContinental-Team zu sein, sondern eines, das auch gute Ergebnisse und Siege einfahren kann“, stellte der 57-Jährige klar. Nun wird der Aufstieg für 2015 ins Visier genommen.
Das Team hat zwar irische Wurzeln und wird von der irischen Post gesponsort, war allerdings mit einer belgischen Lizenz ausgestattet. „Das hat uns geholfen, Einladungen für die belgischen Halbklassiker zu bekommen“, erklärte Kelly. Zur Saison 2014 habe man sich aber wieder für eine irische Lizenz entschieden. „Wir haben die gleichen Einladungen erhalten wie in den letzten Jahren auch. Nur mit der Belgien-Rundfahrt wird es diesmal wohl nichts“, sagte der siebenmalige Gewinner von Paris-Nizza, dessen Team stattdessen in Irland beim An Post Ras (Kat. 2.2) starten wird.
Neben belgischen und irischen Fahrern stehen auch Australier, Neuseeländer und Niederländer im Aufgebot. „Wir konzentrieren uns auf den irischen Markt, aber hier gibt es eben nur eine Handvoll Fahrer, die auf diesem Niveau fahren. Deshalb holen wir Fahrer aus anderen Ländern dazu“, erklärte Kelly. Die internationale Ausrichtung soll aber auch dabei helfen, größere Sponsoren anzulocken.
Was die sportliche Qualität angeht, sei seine Mannschaft für die großen Rennen noch nicht bereit, meinte Bogaerts, zumal mit Kapitän Niko Eeckhout (Karriereende) und dem hoffnungsvollen Sprinter Sam Bennett (zu NetApp-Endura) die zwei Ergebnislieferanten der letzten Saison die Mannschaft verlassen haben. „Wir haben ein sehr junges Team. Alle Fahrer bringen Talent mit, aber wir müssen geduldig sein“, so Bogaerts.
Dass Bennett auch bei NetApp-Endura erfolgreich ist - am Sonntag gewann der 23-jährige Ire die Clasica de Almeria - freut auch seinen alten Teamchef. „Wir sind auch noch immer in Kontakt, er hat mir nach seinem Sieg eine SMS geschickt. Das gibt einem schon ein gutes Gefühl“, sagte Bogaerts, der Eeckhout als Sportlichen Leiter an das Team binden konnte. „Zu ihm habe ich vollstes Vertrauen, mit ihm wird unser Team auch im Trainingsbereich noch professioneller“, sagte der Belgier über seinen Landsmann.
Den Verlust von Bennett nimmt Bogaerts sportlich. „Uns haben schon viele gute Fahrer verlassen. Als etwa Andy Fenn (heute bei Omega Pharma-Quick Step aktiv, d. Red.) wegging, wurden wir auch gefragt, wie wir ihn ersetzen wollten. Und letztlich haben wir es immer geschafft“, erklärte Bogaerts. „Auch in diesem Jahr haben wir viele Talente in der Mannschaft, die früher oder später den Sprung in eine höhere Klasse schaffen werden.“
Dabei hat Bogaerts vor allem den 20-jährigen Briten Owen Doull oder den ein Jahr jüngeren Robert-Jon McCarthy im Auge. Der in Irland geborenen Australier beispielsweise war zum Jahresbeginn bereits Etappensieger der Herald Sun Tour.
Als erfahrene Kraft wurde der Niederländer Bobbie Traksel ins Team geholt. Der 32-Jährige begann seine Karriere bei Rabobank und fuhr in den letzten Jahren bei diversen Zweitdivisionären. „Bobbie hat in der Vergangenheit einige schöne Rennen gewonnen, er bringt Erfahrung mit und ist ein guter Junge. Aber wir müssen abwarten, wie es bei ihm läuft. Er hat sich erst recht spät entschlossen, seine Karriere nicht zu beenden und sich unserem Team angeschlossen, so dass er jetzt noch etwas Trainingsrückstand hat“, sagte Bogaerts, der seinen designierten Kapitän erst im April im Renneinsatz sehen wird.
Mit ersten Ergebnissen rechnet der Teamchef, der für das Jahr 2014 ein großes Ziel vor Augen hat, Ende des Monats. „Ich hoffe, dass wir möglichst viele UCI-Punkte sammeln und somit bei der WM am Mannschaftszeitfahren teilnehmen können. Wir habe für diese Disziplin gute Fahrer, nicht um zu gewinnen, aber um uns gut zu verkaufen.“
Spätestens im spanischen Ponferrada wollen Kelly und Bogaerts einen Sponsor auf sich aufmerksam machen, der dabei hilft, die ambitionierten Pläne in die Realität umzusetzen.
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