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20.02.2014 | (rsn) – Gestern war André Greipel (Lotto Belisol) bei der Oman-Rundfahrt noch im Pech, als ihm im Finale die Kette absprang und er nicht in den Kampf um den Etappensieg eingreifen konnte. Doch am Donnerstag hatte der Deutsche Meister schon wieder allen Grund zum Jubeln.
Greipel gewann am Nachmittag die 3. Etappe über 145 Kilometer von Bank Muscat nach Al Bustan im Sprint vor dem Slowaken Peter Sagan (Cannondale) und dem Franzosen Nacer Bouhanni (FDJ.fr) und feierte seinen zweiten Tageserfolg, nachdem er bereits den Auftakt der 5. Tour of Oman für sich hatte entscheiden können.
Vierter wurde der Brite Ben Swift (Sky), gefolgt vom Italiener Marco Canola (Bardiani-CSF) und Cross-Weltmeister Zdenek Stybar (Omega Pharma-Quick Step) aus Tschechien. Bester NetApp-Endura-Fahrer war diesmal der Australier Zakkari Dempster , der hinter dem Italiener Francesco Gavazzi (Astana) auf Rang acht sprintete
Mit seinem fünften Saisonsieg holte sich der 31-jährige Greipel zudem das Rote Trikot des Gesamtführenden zurück, das ihm der Australier Leigh Howard (Orica-GreenEdge) am Mittwoch abgenommen hatte. Hinter Greipel, der sich auch das Punktetrikot wieder vom Orica-Sprinter zurückholte, und Howard (+0:08) folgen der Norweger Alexander Kristoff (Katusha/+0:10), Sagan (+0:14) und Bouhanni (+0:16) auf den Plätzen drei bis fünf der Gesamtwertung.
„Es mag vielleicht einfach ausgesehen haben, aber es war schon hart, an Sagan und der Gruppe dranzubleiben, weil sie das Rennen schwer machen wollten“, kommentierte der Etappengewinner die letztlich fruchtlose Attacke des Slowakischen Meisters, der damit noch immer ohne Sieg in dieser Saison ist.
Greipel und sein Lotto Belisol-Team zeigten wieder eine kompakte Mannschaftsleistung und ließen sich auch nicht aus der Ruhe bringen, als im Al Jissah-Anstieg wenige Kilometer vor dem Ziel Sagan mit seiner Attacke eine hochkarätig besetzte Spitzengruppe initiierte, der neben ihm selber noch Chris Froome (Sky), Fabian Cancellara (Trek) und Zdenek Stybar (Omega Pharma-QuickStep) angehörten.
Das Quartett konnte allerdings nur einen knappen Vorsprung auf das Peloton herausfahren und wurde auf dem Schlusskilometer wieder eingefangen. Nach der Vorarbeit seiner Helfer trat Greipel in Aktion und ließ Sagan und Bouhanni schließlich mit deutlichem Vorsprung hinter sich.
„Zum Glück gab es Gegenwind in den letzten Bergen. Ich konnte da nicht mehr mithalten und war dann ziemlich weit zurück, aber mein Team hat mich zurück an die Spitze gebracht. Es hat sich entschlossen, für mich zu fahren, auch wenn das heute eher ein Finale für Roelandts war“, meinte der Hürther. „Im Finale hatte ich dann noch zwei Mann, die mir den Sprint anzogen und dabei war das Timing einfach perfekt“, lobte Greipel seine Anfahrer
Mit der Zeitgutschrift von zehn Sekunden für den Etappenerfolg setzte sich der Lotto-Kapitän auch wieder an die Spitze der Gesamtwertung, die am Freitag, vor allem aber am Samstag mit der Bergankunft am Green Mountain ein gänzlich anderes Gesicht annehmen wird, wie auch Greipel weiß.
„Schön, dass ich das Führungstrikot wieder habe. Wir haben es heute zurückgeholt, aber werden’s morgen wieder verlieren“, prognostizierte der Träger des Roten Trikots angesichts der morgigen Etappe, auf der im Finale viermal der Anstieg nach Bousher Alamrat bewältigt werden muss.
Auch am dritten Tag der Oman-Rundfahrt ließ das Feld kurz nach dem scharfen Start widerstandslos eine Ausreißergruppe ziehen, die sich aus den Belgiern Jelle Wallays (Topsport Vlaanderen) und Kevin Ista (IAM), dem Italiener Nicola Boem (Bardiani-CSF) sowie dem Niederländer Martijn Maaskant (UnitedHealthcare) zusammensetzte.
Bei zunächst vergleichsweise gemächlichem Tempo von 37 Kilometern in der ersten Stunde konnte sich das Quartett einen Vorsprung von drei Minuten erarbeiten – viel zu wenig, um eine auch nur halbwegs realistische Chance auf den Tagessieg zu haben.
Auf dem welligen Parcours übernahmen Orica-GreenEdge und die weiteren Sprinterteams die Verfolgung und 15 Kilometer vor dem Ziel waren die vier Ausreißer wieder im Feld verschwunden. Die Sprinter ließen sich danach auch in den beiden einzigen kategorisierten Anstiegen des Tages - bei Kilometer 121 und 138 – nicht abhängen, so dass es zum dritten Massensprint in Folge kam, in dem für Greipel nach dem gestrigen Missgeschick wieder alles perfekt lief.
„Klar, ich habe gute Beine, aber ich habe heute das Team gebraucht, um mich nach vorn zu bringen. Ich gewinne, aber es geht hier nicht um mich, sondern um das Team“, lenkte der der deutsche Top-Sprinter auch diesmal wieder die Aufmerksamkeit auf seine Mannschaftskollegen.
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