Zweiter Etappensieg bei der Türkei-Rundfahrt

Greipel wieder mit dem richtigen Instinkt

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André Greipel (Lotto Belisol) gewinnt die 5. Etappe der Türkei-Rundfahrt. | Foto: ROTH

25.04.2013  |  (rsn) – Die Deutschen haben bei den Sprintankünften der 49. Türkei-Rundfahrt alles im Griff. Nachdem Marcel Kittel den Auftakt in Alanya für sich entscheiden konnte, feierte André Greipel (Lotto Belisol) am Donnerstag seinen zweiten Etappensieg in Folge. Mit Platz drei zeigte Nikias Arndt, der bei Argos-Shimano wie schon gestern von Kittel die Rolle des Sprintkapitäns übernahm, eine weitere Klasseleistung.

Der 30 Jahre alte Deutsche entschied die 5. Etappe über 165,3 Kilometer Marmaris nach Turgutreis ganz überlegen im Massensprint vor dem Italiener Matteo Trentin (Omega Pharma-Quick-Step) für sich und feierte seinen neunten Tageserfolg bei der Türkei-Rundfahrt. „Die heutige Etappe war schwerer als die gestrige“, sagte Greipel nach dem Rennen. „Das Feld zerteilte sich schon früh im ersten Berg und ich fand mich in der rund 50 Fahrer starken ersten Gruppe wieder. Es war ein wirklich schwerer Anstieg, aber ich konnte den Anschluss halten. Schließlich haben wir gemeinsam mit den anderen Teams die Gruppe wieder zurückgeholt und ich konnte dann glücklicherweise den Job vollenden.“

Dabei profitierte Greipel, dessen Team seit dem Ausfall von Jonas Vangenechten und Olivier Kaisen nur noch zu sechst unterwegs ist, im Finale von der Arbeit des Argos-Zuges, der den Italiener Filippo Pozzato (Lampre-Merida) nach dessen später Attacke auf den letzten 500 Meter stellte. Greipel wartete wie bereits gestern in Marmaris lange, bis er den Sprint eröffnete und sich schließlich souverän durchsetzte. „Es ist nicht einfach ohne diese beiden Fahrer, sie waren wichtig für mich“, erklärte der Lotto-Kapitän. „Oli hat einen großen Motor und kann Ausreißergruppen jagen und Jonas sollte mir in den Sprints helfen.“

Der 21 Jahre alte Arndt hatte Finale eine ungünstige Position, musste sich an der rechten Straßenseite durchkämpfen und kam nicht mehr an Trentin vorbei, der wiederum chancenlos gegen den Träger des Grünen Trikots war.

Keine Änderungen gab es an der Spitze der Gesamtwertung. Der Eritreer Natnael Berhane (Europcar) verteidigte souverän sein türkisfarbenes Führungstrikot vor dem Belgier Kevin Seeldraeyers (Astana) und dem Türken Mustafa Sayar (Torku Seker Spor). Seeldraeyers hat unverändert zehn Sekunden Rückstand auf Berhane, Sayar folgt weitere zwei Sekunden dahinter auf Rang drei.

Greipel baute seine Führung in der Punktewertung aus. Sayars ukrainischer Teamkollege Serhy Grechyn behauptete sein Bergtrikot.

Nach turbulentem Beginn mit diversen Attacken, die zur Folge hatten, dass sich das Feld bereist auf den ersten 20 Kilometern teilte, fand sich erst nach der einzigen Bergwertung des Tages nach 36 Kilometern die Gruppe des Tages. Zuvor sicherte sich Grechyn die Maximalpunktzahl am Gipfel der 1. Kategorie und baute damit seine Führung in der Bergwertung aus.

Danach zogen der Russe Maxim Belkov (Katusha), der Däne Christopher Juul Jensen (Saxo Tinkoff), der Italiener Angelo Pagani (Bardiani-Valvole), die Franzosen Sébastien Duret (Bretagne - Séché Environement) und Guillaume Levarlet (Cofidis, der Kolumbianer Carlos Julian Quintero (Colombia), der Niederländer Marc De Maar (UnitedHealthcare) und der Türke Nazym Bakirci (Torku Seker Spor) davon.

Bei 4:30 Minuten Rückstand auf die acht Ausreißer begann das erste Feld, in dem Berhane mit Björn Thurau nur noch einen Helfer an seiner Seite hatte, mit der Verfolgung, während der Rückstand der abgehängten Gruppe immer mehr anwuchs. Als letzter der Ausreißergruppe wurde Belkov im letzten, nicht kategorisierten Anstieg des Tages acht Kilometer vor dem Ziel gestellt.

In der Abfahrt zum Ziel attackierten der Kasache Andrej Kashechkin (Astana), Greshyn und der Amberger Andreas Schillinger (NetApp-Endura) und fuhren sich einen kleinen Vorsprung von rund zehn Sekunden heraus. Im Feld war man sich zunächst nicht einig, wer die Verantwortung übernehmen sollte, so dass das Trio bis weit ins Finale hinein vorne blieb und sich Hoffnungen auf einen Ausreißererfolg machen konnte. „Drei Kilometer vor dem Ziel war der Vorsprung relativ groß, da dachte ich schon, dass es klappen könnte“, so Schillinger nach der Etappe zu Radsport News. „Aber ich wusste auch, dass noch eine kleine steile Welle kommt, die uns das Genick würde brechen können, und so war’s dann auch.“

Maßgeblich dafür verantwortlich war Argos-Shimano, das sich mit drei Fahrern an die Spitze des zu diesem Zeitpunkt noch 40-köpfigen Feldes setzte und die Lücke schloss. Sofort ergriff Pozzato die Initiative und schien die Sprinter mit einer späten Attacke tatsächlich überraschen zu können, doch erneut waren Arndts Helfer zur Stelle und fingen den Vierten der gestrigen Etappe wieder ein.

Davon profitierte dann allerdings der Einzelkämpfer Greipel, der sich aus einer günstigen Position heraus mit einem fulminanten Antritt seinen zweiten Sieg in der Türkei sicherte. „Natürlich ist es für mich mit dem besten Sprintzug der Welt einfacher, aber ich habe auch den Instinkt, um meinen eigenen Sprint fahren zu können, wenn ich auf mich allein gestellt bin“, so Greipel selbstbewusst.

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