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19.05.2008 | Der Tag verging irgendwie unheimlich schnell, obwohl es nichts zu tun gab. Durch den Rhythmus der letzten Tage konnte ich nicht länger als bis acht Uhr im Bett liegen bleiben. Einige Teamkollegen dagegen haben länger geschlafen.
Um elf Uhr sind wir mit dem Rad eine kleine Runde trainieren gefahren, um die Beine zu bewegen und den Kreislauf anzuregen. Zum Abschluss haben wir uns ein, zwei schöne Cappuccinos in einem Café gegönnt. Kaum waren wir im Hotel, hat es angefangen zu regnen und den ganzen Tag nicht mehr aufgehört. Ich habe das Hotel nicht mehr verlassen. Die Zeit heute habe ich auch genutzt, um den Koffer nochmal ein bisschen zu sortieren.
Unsere Rennbekleidung wird selbstverständlich nach jeder Etappe über Nacht gewaschen und getrocknet. Dafür haben wir in unserem "Mechaniker-Bus", in dem das komplette Material transportiert wird, eigens Waschmaschinen. Heute liefen die den ganzen Tag durch. Die Zeit musste genutzt werden, um auch die sonstige Wäsche von Betreuern und Fahrern zu waschen. Im Stress der letzten Tage hatte sich da auch bei mir einiges angestaut.
Mein bisheriges Fazit dieses Giro fällt durchweg positiv aus. Mein Ziel, auf einer Etappe möglichst weit vorne zu landen, habe ich bereits erfüllt. Ähnliches gilt auch für die gesamte Mannschaftsleistung. Neben vier Podiumsplatzierungen waren wir jeden Tag in den Top Ten. Um den erwünschten Etappensieg werden wir weiter kämpfen.
Heute fühle ich mich irgendwie total platt, aber morgen geht der Giro weiter und ich bin sehr zuversichtlich, weiterhin gute Leistungen bringen zu können. Vor den ganz schweren Etappen habe ich trotzdem großen Respekt.
Bis morgen.
Euer Johannes
Johannes Fröhlinger bestreitet seinen ersten Giro d`Italia. Der 22-jährige Gerolsteiner-Profi, der im letzten Jahr bei der Vuelta bester deutscher Fahrer in der Gesamtwertung wurde, führt in den nächsten drei Wochen auf Radsport News Tagebuch von der Italien-Rundfahrt und berichtet von seinen Erlebnissen auf und neben der Strecke.
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