Zukünftig Tour statt Giro

Cunego will weiter "verrückte Attacken setzen"

Von Christoph Adamietz

19.07.2006  |  Lampre und die Tour de France 2006, das scheint in diesem Jahr nicht zu passen. Nach drei zweiten Plätzen durch Daniele Bennati, Alessandro Ballan und Salvatore Commesso reichte es gestern für Damiano Cunego in Alpe d`Huez auch nur für den undankbaren Rang hinter dem Sieger.

Der Giro-Sieger von 2004 zeigte sich im Ziel zunächst maßlos enttäuscht: ,,Ich möchte keine Glückwünsche haben“, so Cunego. „Nur ein Sieg zählt. Gratuliert dem Gewinner, aber nicht mir.“ Man kann den Frust des 24-jährigen Italieners verstehen, denn seinem Team scheint das Pech förmlich an den Sohlen zu kleben.

Noch bis kurz vor dem Ziel lag der Lampre-Kapitän in einer hervorragenden Ausgangssituation. Aber dann schlug sein Mitausreißer Frank Schleck zu. Cunego: ,,Ich wurde von Schlecks Attacke überrascht. Sein Antritt war sehr explosiv. Da konnte ich nichts mehr entgegensetzen.“

Ein paar Minuten später wich bei dem italienischen Bergspezialisten die erste Enttäuschung und er sah seine eigene Leistung mit anderen Augen. ,,Was ich heute geleistet habe, war mehr als nur gut. Wenn man in einer Fluchtgruppe ist, gibt man natürlich alles, um auf den Etappensieg schielen zu können.“

Von der Stimmung in Alpe d`Huez war Cunego sehr beeindruckt. ,,Vor der Etappe habe ich noch gesagt, dass dieser Anstieg nichts besonderes ist. Aber jetzt weiß ich, dass hier eine sehr emotionale Stimmung herrscht. So etwas habe ich noch nicht erlebt.“

Wenn die Tour das nächste Mal am Mythos Alpe d`Huez Halt macht, möchte sich Damiano Cunego dann endlich in die Siegerliste eintragen. ,,Ich komme an diesen Berg zurück“, kündigte er an. „Dann werde ich gewinnen. Ich kann mich noch steigern.“

Zunächst aber will der Jungstar auf den noch folgenden Alpenetappen für Furore sorgen. ,,Ich bin gut drauf“, sagte Cunego. „Ich werde versuchen, heute oder morgen wieder zu attackieren. Das wollen die Zuschauer doch sehen. Ich kann es mir erlauben, verrückte Attacken zu setzen. Ich bin hier schließlich nicht hergekommen um auf Gesamtwertung zu fahren.“

Erst in der Zukunft möchte die italienische Rundfahrtenhoffnung seinen Focus auf den Toursieg legen. ,,Eines Tages werde ich mich auf die Gesamtwertung konzentrieren. Ich kann noch nicht sagen, wann das sein wird. Aber dann werde ich den Giro auslassen und mich ganz auf die Tour konzentrieren.“

Quelle: cyclingnews.com

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