--> -->

21.01.2026 | (rsn) – Tobias Lund Andresen hat schon im zweiten Renneinsatz nach dem Wechsel von Picnic – PostNL zu Decathlon – CMA CGM seinen ersten Sieg für den neuen Arbeitgeber eingefahren und sich im High-Speed-Sprint auf der 1. Etappe der Tour Down Under in Tanunda vor Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) und Sam Welsford (Ineos Grenadiers) durchgesetzt. Auf den weiteren Plätzen folgten Danny van Poppel (Red Bull – Bora – hansgrohe) und der Prologzweite Ethan Vernon (NSN).Â
Dank der zehn Bonussekunden für den Sieg übernahm der Däne auch das ockerfarbene Führungstrikot von Prologsieger Samuel Watson (Ineos Grenadiers). Tim Torn Teutenberg (Lidl – Trek) rauschte als Neunter über den Zielstrich und war damit wie schon zum Auftakt bester Deutscher.
"Das fühlt sich großartig an. Ich kann mich nicht erinnern, wann ich mich zum letzten Mal so gefühlt habe! Es ist unglaublich – das neue Team, das Rad ist so schnell und die Jungs haben einen unglaublichen Job gemacht! Wir haben vor dem Rennen noch eine eMail vom Team-Management bekommen, um uns nochmal an unsere hohen Ambitionen für dieses Jahr zu erinnern und wie wichtig es ist, dass wir zusammenarbeiten. Und ich glaube genau das haben wir heute gezeigt", sprudelte es aus einem überglücklichen Andresen heraus, nachdem er zuvor ausgelassen den ersten WorldTour-Sieg seiner Karriere bejubelt hatte.
Tatsächlich war die Zusammenarbeit bei Decathlon in Tanunda die halbe Miete. Denn das französische Team timte sein Sprint-Leadout perfekt. Der Norweger Tord Gudmestad übernahm knapp 500 Meter vor dem Ziel die erste Position im Feld und zog das Tempo so hoch, dass die Sprinter hinter ihm wie an einer Perlenkette aufgereiht waren. Erst innerhalb der letzten 200 Meter scherte er aus und Andresen konnte von vorne geradeaus an der linken Bande entlang zum Sieg spurten. Welsford kam links an der Bande nicht mehr vorbei und Brennan von zu weit hinten – auch wenn beide aus dem Windschatten heraus schneller als der Däne waren.
"Ich glaube man muss ein klein bisschen dumm sein, um ein Sprinter zu sein und solche Ankünfte zu genießen", grinste Andresen mit Blick auf das Hochgeschwindigkeitsfinale. "Aber der Plan von Mark und Luke (Renshaw und Roberts, die Sportlichen Leiter, Anm. d. Red.) war so gut – das haben wir exakt umgesetzt. Es gelingt nicht immer, aber heute ist es aufgegangen."
Mit langer Zurückhaltung und einem späten Launch des Leadouts ging Decathlon ein hohes Risiko ein, doch bei den hohen Geschwindigkeiten und in einem technisch nicht besonders schwierigen Finale auf breiten Straßen kaufte man so den zuvor aktiveren Teams von Ineos und Visma im Kampf der Sprintzüge den Schneid ab. Vor allem die Briten um Neuzugang Welsford, der in den vergangenen beiden Jahren je drei Etappen bei der Tour Down Under gewonnen hatte, hatten daran zu knabbern. Schließlich machten sie den Tag über die meiste Arbeit und führten das Rennen auch mit einem großen Sprintzug auf die Zielgerade.
"Die Jungs sind wirklich gut gefahren heute – Hut ab vor ihnen. Ich meine: Lucas ist den ganzen Tag an der Spitze gefahren – wir und Visma. Wir haben die Verantwortung übernommen und niemand hat uns viel geholfen. Aber gerade hier im Ziel wurden wir etwas überrannt", sagte Welsford im Ziel.
"Wir sind noch richtig gut an der Spitze um die letzte Kurve gekommen – ich hatte drei Mann noch vor mir mit nur etwas mehr als einem Kilometer. Aber dann wurden wir am Ende noch überrannt und ich war dann etwas an der Bande eingeklemmt, kam nicht mehr heraus und muss mir selbst etwas in den Hintern treten. Denn wenn ich rechts herumgefahren wäre, hätte ich den Sprint noch richtig eröffnen können, aber so musste ich am Ende sogar aufhören in die Pedale zu treten", so der Australier weiter.
Gar nicht ins Sprintfinale eingreifen konnte Marius Mayrhofer (Tudor). Der 25-Jährige stürzte knapp 44 Kilometer vor dem Ziel im hinteren Teil des Feldes auf der linken Straßenseite in den Straßengraben und blieb dort zunächst liegen, um sich von den Rennärzten behandeln zu lassen. Kurz darauf wurde seine Aufgabe verkündet. Was sich der Tübinger genau zugezogen hat, war zunächst nicht bekannt, aus der Helikopter-Perspektive und durch die Bäume halb verdeckt schien er aber bei Bewusstsein zu sein, als sich die Ärzte um ihn kümmerten.
Vor Mayrhofer hatte auch der Niederländer Max van der Meulen (Bahrain Victorious) die Rundfahrt nach einem Sturz etwa 65 Kilometer vor dem Ziel bereits aufgegeben.
Etappensieger Lund Andresen führt die Gesamtwertung der Tour Down Under nun mit einer Sekunde Vorsprung auf Watson und zwei Sekunden auf Ethan Vernon (NSN) an. Gesamtvierter ist der Niederländer Maikel Zijlaard (Tudor / + 0:04), der sich am ersten Zwischensprint zwei Bonussekunden gesichert hatte, vor dem Prologdritten Laurence Pithie (Red Bull – Bora – hansgrohe / + 0:04). Brennan (+ 0:05) folgt auf Gesamtrang sechs.
Der Brite wird am Donnerstag das Blaue Trikot des Punktbesten stellvertretend für Lund Andresen tragen, der auch diese Sonderwertung vor Brennan anführt. Der wiederum ist Erster der Nachwuchswertung und wird dieses Trikot an den Zweiten Michael Leonard (EF Education – EasyPost) 'ausleihen'. Das Bergtrikot übernahm der Norweger Martin Urianstad Bugge (Uno-X Mobility), der alle drei Bergwertungen des Tages am Mengler's Hill aus der dreiköpfigen Ausreißergruppe des Tages heraus gewonnen hatte.
Bei strahlendem Sonnenschein und angenehmen 26 Grad setzte sich das Peloton in Tanunda, rund 50 Kilometer nordöstlich von Adelaides Stadtzentrum gelegen, in Bewegung und sofort wurde attackiert: Direkt nach dem Start setzten sich Guillaume Martin (Groupama – FDJ) und Martin Urianstad Bugge (Uno-X Mobility) ab, kurz darauf bekamen sie Begleitung von Marco Brenner (Tudor).
Das Trio aber kam nicht weit, weil viele Fahrer Interesse an den Bonussekunden beim frühen ersten Zwischensprint nach 10,8 Kilometern in Lyndoch hatten. Die sicherte sich Titelverteidiger Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) vor Zijlaard und Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG). Kurz darauf attackierte Urianstad Bugge ein zweites Mal und fand wenige Kilometer später erneut Begleitung in Martin sowie diesmal von dessen Teamkollegen Enzo Paleni.
Das Streckenprofil der 1. Etappe der Tour Down Under. | Grafik: Tour Down Under
Nun stand die Gruppe des Tages, die zu dritt schnell zwei Minuten Vorsprung hatte. Mehr als drei Minuten wurden daraus im Etappenverlauf aber nie und es schien nie zweifelhaft, dass es zum Massensprint kommen würde. Urianstad Bugge holte sich die ersten beiden Bergpreise am Mengler's Hill, der in diesem Jahr von der leichteren Seite erklommen werden musste, Martin gewann den zweiten und dritten Zwischensprint jeweils in Angaston. So teilten sich die Ausreißer die Sonderpreise untereinander auf.
Bereits 21 Kilometer vor Schluss, nachdem er das Trio über den letzten Zwischensprint geführt hatte, ließ sich Martin dann aus der Spitzengruppe zurückfallen – bei noch einer Minute Vorsprung auf das Hauptfeld. Urianstad Bugge und Paleni kämpften noch bis zur dritten Mengler's-Hill-Passage 13 Kilometer vor dem Ziel weiter, wo erneut der Norweger zuerst über die Linie rollte, um sich dann ebenfalls einholen zu lassen. Paleni aber fuhr noch weitere sechs Kilometer allein weiter, bis auch er dann gestellt wurde und die Sprintvorbereitungen liefen.
Im Kampf der Sprintzüge setzte sich 1,5 Kilometer vor dem Ziel das Ineos-Team eindrucksvoll durch und übernahm die Spitze mit noch vier Mann. Innerhalb des Schlusskilometers aber liefen zunächst XDS – Astana und NSN sowie schließlich Decathlon – CMA CGM dem britischen Team den Rang ab und es war schließlich das französische Team, welches das perfekte Timing zeigte und mit Gudmestad den Sprint ideal für Lund Andresen anfuhr, der dann 'nur noch' vollenden musste.
Results powered by FirstCycling.com
27.01.2026Vine brach sich bei Känguru-Kollision das linke Kahnbein (rsn) – Jay Vine (UAE – Team Emirates – XRG) hat sich bei seiner Kollision mit einem Känguru am Schlusstag der Tour Down Under deutlich schwerer verletzt als zunächst angenommen. Wie sein Team
26.01.2026“Känguru-Opfer“ Bjerg erlitt mehrere Knochenbrüche(rsn) – Der Känguru-Zwischenfall auf der Abschlussetappe der Tour Down Under (2.UWT) hat für Mikkel Bjerg (UAE – Emirates – XRG) schwerwiegende Folgen. Nachdem am Sonntag schon bekannt wurde,
25.01.2026Brenner holt in Australien bestes Rundfahrtergebnis seiner Karriere(rsn) – Auch wenn Marco Brenner nicht vollends sorgenfrei durch die Tour Down Under gekommen ist, so steht für den Tudor-Fahrer nach sechs Tagen durch Australien doch das beste Rundfahrtergebnis se
25.01.2026Highlight-Video der 5. Etappe der Tour Down Under(rsn) - Jay Vine (UAE - Emirates - XRG) hat die Tour Down Under 2026 gewonnen. Der Australier hatte dabei aber noch einen echten Schreckmoment zu überstehen, nachdem gegen Mitte des Rennens Kängurus
25.01.2026Vine: “Das Gefährlichste in Australien? Kängurus!“(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat zum zweiten Mal nach 2023 die Tour Down Under gewonnen und am Ende der Schlussetappe in Stirling komfortable 1:03 Minuten Vorsprung auf den Gesamtzwei
25.01.2026Brennan siegt in Stirling, Vine trotz Känguru-Crash TDU-Sieger(rsn) – Matthew Brennan (Visma – Lease a Bike) hat in Stirling die schwere und mit 170 Kilometern auch längste Etappe der 26. Tour Down Under (2.UWT) gewonnen. Der Brite setzte sich im Sprint ein
24.01.2026Sturzfolgen: Narvaez erleidet Frakturen an der Brustwirbelsäule(rsn) - Jhonatan Narvaez (UAE – Emirates – XRG) hat sich bei seinem Sturz auf der 4. Etappe der Tour Down Under Knochenbrüche zugezogen. Wie Teamarzt Adrian Rotunno auf X erklärte, seien bei dem
24.01.2026Highlight-Video der 4. Etappe der Tour Down Under(rsn) – Nach einem zweiten und einem fünften Platz hat Ethan Vernon (NSN) bei der Tour Down Under erstmals jubeln dürfen. Auf der wegen Waldbrandgefahr verkürzten 4. Etappe setzte sich der Brite
24.01.2026NSN verliert Strong und Stewart, gewinnt aber mit Vernon (rsn) – Ethan Vernon (NSN) hat in Willunga die aufgrund von Waldbrandgefahr und prognostizierten bis zu 43 Grad verkürzte 4. Etappe der 26. Tour Down Under (2.UWT) gewonnen. Der Brite setzte sich i
23.01.2026Down Under: Nach Rutsch auch Teamkollege Van Eetvelt raus(rsn) – Nach Jonas Rutsch (Lotto – Intermarché) hat auch Teamkollege Lennert Van Eetvelt die Tour Down Under vorzeitig verlassen müssen. Der 24-jährige Belgier war wie der drei Jahre ältere De
23.01.2026Waldbrandgefahr und Hitze: Willunga Hill muss gestrichen werden(rsn) – Die 4. Etappe der Tour Down Under (2.UWT) am Samstag wird keine Königsetappe mehr sein: Das ursprünglich über 176 Kilometer geplante Teilstück mit drei Auffahrten zum Willunga Hill muss
23.01.2026Highlight-Video der 3. Etappe der Tour Down Under(rsn) – Sam Welsford (Ineos Grenadiers) hat nach jeweils drei Siegen in den beiden vergangenen Jahren auch bei der diesjährigen Tour Down Under zugeschlagen und den ersten Erfolg im Trikot seines n
10.02.2026Radsport live im TV: Die Rennen des Tages (rsn) – Welche Radrennen finden heute statt? Wo und wann kann man sie live im Fernsehen oder Stream verfolgen? Und wo geht´s zum Live-Ticker? In unserer Tagesvorschau informieren wir über die w
10.02.2026Immer geradeaus und Busersatzverkehr (rsn) - Nachdem er auf Mallorca sein Debüt für Tudor gegeben hatte, ist Lennart Jasch, der zum Kader des Development Teams gehört, auch im Oman schon wieder für die Profimannschaft im Einsatz. Am
10.02.2026Uijtdebroeks: Riss im Speichenkopf des linken Ellbogens (rsn) – Cian Uijtdebroeks war nach seinem Wechsel von Visma – Lease a Bike zu Movistar mit großen Erwartungen in seine fünfte Saison bei den Profis gestartet. Doch gleich bei seinem Debüt im Tr
10.02.2026Alte Liebe rostet nicht: Roglic-Besuch beim Olympischen Skispringen (rsn) – Bis zu seinem Saisonstart bei Tirreno-Adriatico am 9. März hat Primoz Roglic (Red Bull – Bora – hansgrohe) noch einen Monat Zeit. Die nutzte der frühere Skispringer nun, um sich bei de
10.02.2026Trotz Hincapie und Julich: MPCC nimmt Modern Adventure auf (rsn) – Während zuletzt immer mehr Teams die “Bewegung für einen glaubwürdigen Radsport“ (MPCC) verlassen haben, geht der Zweitdivisionär Modern Adventure Pro Cycling den entgegengesetzten W
10.02.2026Vom Sturz erholt: Blikra hat in wildem Massensprint die Nase vorn (rsn) – Zum Auftakt der 15. Tour of Oman (2.Pro) hatte sich Erlend Blikra (Uno-X Mobility) noch mit Rang vier begnügen müssen. Drei Tage später ließ sich der Norweger die zweite und letzte Chanc
10.02.2026Verstoß gegen neue UCI-Regel: Trofeo Alfredo Binda lädt Konti-Teams ein (rsn) – Eine neue UCI-Regel, wonach ab dem 1. Januar 2026 keine Kontinental-Teams mehr zu Rennen der Women’s WorldTour eingeladen werden dürfen, wird offensichtlich nicht von allen Rennveranstalt
10.02.2026Rose Racing Circle verpflichtet Habets und Knolle (rsn) - Professionelle Gravel-Teams schließen in den letzten Monaten wie Pilze aus dem Erdboden und dementsprechend wird sich die Leistungsdichte in den Rennen signifikant erhöhen. Nachdem das Spec
10.02.2026Wagner: “Wout wird in guter Verfassung am Start stehen“ (rsn) – Wenn das Peloton schon seit einiger Zeit aus Australien und von Mallorca zurückgekehrt ist, die Valencia-Rundfahrt und der Étolie de Bessèges gerade beendet sind und im Oman die Entscheid
09.02.2026Herzog: “Mit so einem Champion im Team fährt dir keiner mehr einfach so vor die Karre“ (rsn) – Es fehlte zum Abschluss der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) nicht viel, und der deutsche Radsport hätte innerhalb kürzester Zeit nach Henri Uhlig (Alpecin – Premier Tech) beim Etoile de BessÃ
09.02.2026Quintana und der alte Hund: “Will nochmal aufs Podium“ (rsn) – Seit dem 4. Februar ist Nairo Quintana (Movistar) 36 Jahre alt. In der WorldTour gibt es nicht allzu viele Profis, die da aktuell noch drüber liegen. Keiner davon hat zwei Grand Tours gewon
09.02.2026Neuer Trainer für Vingegaard (rsn) - Egan Bernal (Ineos Grenadiers) hat seinen kolumbianischen Meistertitel im Straßenrennen aus dem Vorjahr verteidigt. Der 29-Jährige hatte auf dem schweren und mehr als 200 Kilometer langen Ru