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08.11.2025 | (rsn) - Inge van der Heijden ist die neue Cross-Europameisterin. In Middelkerke feierte sie den größten Erfolg ihrer Karriere mit einem Start-Ziel-Sieg. Auch Silber und Bronze gingen an die Niederländerinnen, die das Rennen immer im Griff hatten. Lucinda Brand war dabei im Finale etwas stärker als ihre Landsfrau Aniek van Alphen. Die Italienerin Sara Casasola wurde Vierte vor der Französin Amandine Fouquenet.
Seit 2018 waren es immer die Niederländerinnen, die mit Annemarie Worst (2018), Yara Kastelijn (2019), Ceylin del Carmen Alvarado (2020), Brand (2021) und Fem van Empel (2022 – 2024) den Titel mit nach Hause ins Königreich nahmen. Obwohl Oranje von Absagen geplagt war - neben vier ehemaligen Siegerinnen fehlen auch Puck Pieterse und Shirin van Anrooij – gelang der Mannschaft ein Dreifacherfolg. Van der Heijden erkannte die Gefahr ihrer starken Teamkolleginnen und griff direkt an. “Ich wusste, dass es sehr wichtig wird, gut zu starten“, erläuterte sie ihre Taktik im Ziel-Interview.
Der Plan ging auf, denn ihre Mannschaft beteiligte sich nur spärlich an der Verfolgungsarbeit. “Ich fuhr mein eigenes Rennen und die erste Runde war es wirklich schwer, den Vorsprung herauszufahren. Ich hatte nicht erwartet, es bis ins Ziel zu schaffen. Aber ich bin froh, dass es geklappt hat“, meinte van der Heijden, die in Middelkerke – auf einem komplett anderen Kurs – ihr einziges Wertungscross vor neun Monaten gewonnen hatte.
“Ich hoffe jetzt so weitermachen zu können. Die letzten Rennen waren ganz gut, das Podium hatte ich allerdings ein paarmal verpasst. Ich wusste aber, dass diese Runde etwas für mich ist, aber ich kann es noch gar nicht glauben, dass ich die Europameisterin bin“, sagte die Sandspezialistin, die 41 Sekunden vor Brand ins Ziel kam.
Die baute ihre Serie auf 47 Podiumsplatzierungen in Folge aus, obwohl sie alles andere als einen Sahnetag erwischte. Sie startete schlecht, stürzte einmal im Sand und konnte Casasola und van Alphen bis kurz vor Rennende trotz mehrerer Versuche nicht längerfristig abschütteln.
Van der Heijden machte keine Gefangenen: Gleich nach dem Start fuhr die Niederländerin ihren nur 22 Konkurrentinnen auf und davon. Als sie am Strand ankam, lag sie schon 10 Sekunden vor der Gegnerschaft. Aus der lösten sich rennend Casasola und Brand, die wegen ihrer Teamkollegin an der Spitze keine Führungsarbeit übernahm. So kamen mit van Alphen und Manon Bakker zwei weitere Niederländerinnen heran. Das Quartett kam 21 Sekunden nach der Führenden zur ersten Zielpassage.
Brand sah ihre Felle nun davonschwimmen und probierte eine Attacke zu setzen. Die aber konnte Casasola mitgehen und so steckte die Topfavoritin wieder zurück. Bakker war das einzige Opfer der Aktion. Den zweiten Versuch startete Brand am Strand und dieses Mal konnte Casasola im Gegensatz zu van Alphen nicht mitlaufen. Van der Heijden hatte die Hälfte ihres Vorsprungs eingebüßt, doch legte danach wieder zu. Casasola kam ans Oranje-Duo heran, was zu Uneinigkeit führte. So ging das Trio 26 Sekunden nach der Spitzenreiterin auf die dritte von sechs Runden.
Doch Brand steckte noch nicht auf. Sie griff erneut an, wurde so auch ihre andere Teamkollegin los und fuhr nun erstmals am Strand entlang. Damit halbierte sie erneut ihren Rückstand auf ihre Landsfrau, doch Casasola hing an ihrem Hinterrad. Im leichteren letzten Teil des Parcours lief die Zusammenarbeit beim Verfolger-Duo nicht perfekt sodass der Rückstand wieder etwas größer wurde. In einer Sandpassage unterlief Brand ein technischer Fehler, wodurch sie zu van Alphen zurückfiel. Van der Heijden erreichte die Rennmitte 17 Sekunden vor der Italienerin, die ihrerseits vier vor den zwei Frauen in Oranje lag.
Die schafften den erneuten Anschluss. Van der Heijden kam mit 22 Sekunden zum Strand, den sie nun auch auf dem Rad absolvierte, wodurch sie nur zwei Sekunden verlor. Danach begann beim Trio das große Taktieren. Das resultierte in einem Rückstand von 44 Sekunden bei der nächsten Zielpassage.
Der wuchs auch in den nächsten Minuten weiter. Als die Verfolgerinnen auf den Strand abfuhren, geriet Casasola aus der Spur, wodurch sie unsanft im Sand landete und alle Medaillenhoffnungen darin begraben konnte. Eingangs der Schlussrunde trennten van der Heijden und ihre Teamkolleginnen 50 Sekunden. Spannend wurde es so nur noch im Kampf um Silber. Den entschied Brand kurz vor dem Sprint für sich.
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