Red Bull verliert Alleinstellungsmerkmal

Lidl – Trek künftig mit deutscher Lizenz unterwegs

Von Sebastian Lindner

Foto zu dem Text "Lidl – Trek künftig mit deutscher Lizenz unterwegs"
Mads Pedersen und das Team Lidl - Trek während der Vuelta a Espana (2.UWT). | Foto: Cor Vos

28.10.2025  |  (rsn) – Das Team Lidl - Trek fährt künftig unter deutscher Flagge. Nachdem der Lebensmittel-Discounter aus Baden-Württemberg bereits gestern die Übernahme der Mehrheitsanteile am Rennstall kommuniziert hatte, blieb zunächst offen, ob damit auch ein Lizenzwechsel vom bisher in den USA registrierten Team einhergeht. RSN fragte bei Lidl nach und erhielt folgende Antwort: “Wir können bestätigen, dass wir bei der UCI einen Antrag gestellt haben, damit Lidl-Trek ab der Saison 2026 mit einer deutschen Lizenz fährt.“

Abgeschlossen sei der Vorgang zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht, hieß es aus der Abteilung Corporate Communications des Konzerns. Allerdings dürfte es sich dabei nur um eine Formalie handeln. Denn Gründe, Einspruch gegen diese Entscheidung zu erheben, dürfte der Radsportweltverband UCI kaum haben, wenn künftig der Mehrheitseigner, der größte Geldgeber und auch das neue Hauptquartier des Teams in Deutschland ansässig sein wird.

Damit wird Red Bull – BORA – hansgrohe 2026 nicht mehr das einzige deutsche Team in der WorldTour sein. Zwei in der Bundesrepublik lizenzierte Teams auf höchstem Level gab es zuletzt 2021 mit Sunweb und Bora - hansgrohe. In den Nullerjahren war Deutschland mit T-Mobile, Milram und Gerolsteiner zeitweise sogar dreifach vertreten. Kurz danach brach durch zahlreiche Dopingskandale alles zusammen, zwischen 2011 und 2016 mischte kein deutsches Team mehr in der obersten Etage mit. Seit 2017 gehört Bora – hansgrohe zur Eliteliga.

Nur Belgien hat mehr Teams in der WorldTour

Mit zwei Teams in der WorldTour gehört Deutschland 2026 wie Frankreich (Decathlon – CMA CGM und Groupama – FDJ) und die Niederlande (Picnic – PostNL und Visma – Lease a Bike) damit wieder zu den stärksten Fraktionen. Lediglich Belgien (Alpecin – Deceuninck und Soudal – Quick-Step) wird noch besser vertreten sein, wenn das Fusionsteam aus Intermarché – Wanty und Lotto erwartungsgemäß den Top-Status zugesprochen bekommt.

Doch mehr noch: Lidl – Trek und Red Bull – Bora – hansgrohe gehören dann nicht nur zur WorldTour, sondern haben ihrerseits jeweils den Anspruch, das beste Team der Welt zu werden. Während Red Bull und Team-CEO Ralph Denk immer wieder proklamieren, das “attraktivste Team“ zu werden, wozu der Bayer mehr als nur sportliche Gesichtspunkte zählt, hat Lidl seine Mitteilung zur Übernahme der Mannschaft mit den Worten überschrieben, “das beste Radsportteam der Welt“ werden zu wollen.

Zumindest was die Infrastruktur und die Möglichkeiten, absoluten Spitzenradsport zu betreiben, angeht, ist Deutschland spätestens damit wieder an der Weltspitze angekommen. Dennoch werden die Erfolge weiterhin überwiegend von Profis aus aller Herren Länder eingefahren werden müssen. Denn dem deutschen Fahrermarkt fehlt weiterhin sowohl die Spitze als auch die Breite, um zwei heimische Top-Teams adäquat zu besetzen.

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