RSNplusHassliebe 1.000 Meter bringt fast eine Medaille

In der Form seines Lebens: Für Hackmann geht es steil nach oben

Von Peter Maurer aus Santiago de Chile

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Henric Hackmann im WM-Zeitfahren über 1.000 Meter | Foto: Cor Vos

25.10.2025  |  (rsn) – Bei den Bahn-Weltmeisterschaften in Santiago de Chile gingen die deutschen Sprinterinnen und Sprinter im Kampf um die Medaillen leer aus. Im Zeitfahren über 1.000 Meter kam am Freitagabend der junge Henric Hackmann einer Medaille am nächsten. Ganze 17 Hundertstel fehlten dem U23-Europameister auf Bronze.

“Im Endeffekt waren es weniger als zwei Zehntel auf den dritten Platz“, so Hackmann im Velodromo Penalolen gegenüber RSN. Natürlich war es für ihn bitter, so knapp an seiner ersten Elitemedaille vorbeizufahren, dennoch zog der WM-Vierte zufrieden Fazit: “Das Ergebnis macht mich unglaublich stolz und ich fühle keine Reue, auch wenn es so knapp war. Das Finale zu erreichen ist für mich großartig, erstmals blieb ich zweimal unter einer Minute in einem Wettkampf.“ ___STEADY_PAYWALL___

Schon in der Qualifikation blieb Hackmann mit 59.721 Sekunden unter einer Minute und verbesserte sich am Abend im Finale nochmals um fast drei Zehntel. “In der Pause ist es für mich wichtig, dass ich genug esse, um den Körper am Laufen zu halten mit kleinen Häppchen“, erklärte er die Gestaltung zwischen den beiden Rennen, die er gerne auch ganz ‘gechillt‘ angeht: “Am besten ist es, die Beine hochzulegen, denn dann kann sich der Körper am besten erholen.“

Denn der Kilometer erzeugt wohl die größten Schmerzen, betrachtet man die Athleten nach dem Absolvieren der vier Runden. Völlig ausgepumpt werden sie von ihren Betreuern vom Rad gehoben und brauchen sofort ein Straßenrad, um das angesammelte Laktat in den Beinen zu verarbeiten. Weshalb die Disziplin auch nicht sonderlich beliebt ist.

Die beste Disziplin sorgt für die meisten Schmerzen

“Es ist eine Hassliebe bei mir, weil es meine beste Disziplin ist, aber nicht meine liebste. Jedes Rennen erzeugt solche Schmerzen und die 1.000 Meter tun am meisten weh. Aber hier habe ich meine besten Ergebnisse halt“, meinte Hackmann, der in Kaiserslautern seinen Trainingsstützpunkt hat und aus Kirchheim an der Weinstraße stammt.

Hackmanns großes Vorbild ist der niederländische Superstar Harrie Lavreysen. | Foto: Cor Vos

Aktuell ist er bei der Bundespolizei in Ausbildung. “Speziell bei Saisonhighlights wie den Weltmeisterschaften ist das gar nicht so einfach, die Ausbildung mit dem Sport zu kombinieren“, erklärte er. Die Titelkämpfe in Chile waren sein zweiter WM-Einsatz, schon in Kopenhagen vor einem Jahr gehörte er zum deutschen Aufgebot im Teamsprint und war auch im Einzel im Sprint und auf dem Kilometer im Einsatz. Damals überstand er aber die Qualifikation jeweils nicht.

Den besten der Welt als Vorbild

“Vor allem in den letzten Monaten ist meine Entwicklung nach oben geschossen“, berichtete Hackmann erfreut, der heuer auch schon an einer Rückenverletzung laborierte, aktuell aber keine Probleme hat. “Ich bin in der Form meines Lebens und so geht es wirklich steil nach oben“, zeigte er sich begeistert. Um in Zukunft um die Medaillen oder gar einmal um Gold mitzureden, benötigt es aber noch mindestens einen Leistungssprung, denn die Kurzdistanzen auf der Bahn werden aktuell von den Niederländern rund um Harrie Lavreysen dominiert. 

Der Rekordweltmeister eroberte in Chile im 1.000-Meter-Zeitfahren Kilometer sein drittes Regenbogentrikot. “Gegen den Typen kannst du echt nichts sagen. Er hat nie einen Aussetzer, gewinnt gefühlt immer, wenn er am Start steht, und auch zu jeder Jahreszeit. Er ist echt ein ganz großes Vorbild“, erklärte Hackmann abschließend.

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