Platz drei trotz Krankheit auf 11. Tour-Etappe

Van der Poel: “Dachte, ich bin an der Spitze“

Von Jan Zesewitz

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Mathieu van der Poel (Alpecin - Deceuninck) verpasste den Sieg nach Aufholjagd knapp. | Foto: Cor Vos

16.07.2025  |  (rsn) – Die Attacke an der letzten Rampe knapp zehn Kilometer vor dem Ziel saß. Mathieu van der Poel (Alpecin – Deceuninck) setzte sich im Finale der 11. Etappe der Tour de France von seinen Begleitern – unter anderem Dauerrivale Wout Van Aert (Visma – Lease a Bike) – ab und pflügte durch einige versprengte Fahrer der Spitzengruppe. Die Zeichen standen auf Sieg – aber etwas stimmte nicht, dachte der Niederländer.

"Ich dachte einen Moment, dass ich an der Spitze fahre", sagte er gegenüber verschiedenen Medien im Ziel. "Die Kommunikation über den Funk verläuft wegen der ganzen Sender hier schon eine ganze Weile schwierig. Ab und zu hapert die Verbindung."

Zwei Fahrer, Mauro Schmid (Jayco – AlUla) und Jonas Abrahamsen (Uno-X Mobility) lagen noch vor van der Poel, der nur aufgrund der Motorräder und Fahrzeuge vor sich einen Verdacht hegte. Nur sieben Sekunden fehlten am Ende, aber die beiden Ausreißer konnte der 30-Jährige nicht mehr stellen.

"Das ist schade", sagte er im Ziel. Die Situation die gesamte Etappe über sei unübersichtlich gewesen. "Ich wusste, dass es schwierig werden würde. Natürlich musste ich auch versuchen zu dosieren, aber ich wusste, dass sie für den Sprint um den Etappensieg weiterfahren würden", beschrieb er die Situation, als er sich bewusst auf die Verfolgung machte.

Krankheit schränkte van der Poel ein

Der dritte Platz ist angesichts einer Erkältung, die den Niederländer plagt, noch höher einzuschätzen. Der Tag wurde von Kilometer 0 an mit Vollgas gefahren, wie praktisch alle Fahrer in den Interviews bestätigten und van der Poel fühlte sich nach eigener Aussage gar nicht danach, um einen Etappensieg mitzukämpfen.

Dabei schien ihm die Etappe durchaus zu liegen, wie auch sein Team dachte, dem er erst explizit einen Freifahrtschein ausstellen musste. "Ich habe mich erst nicht sehr gut gefühlt, darum sollten meine Teamkollegen auch in die Gruppe springen, damit sie die Etappe nicht kontrollieren müssten."

Das gestaltete sich angesichts der Vielzahl von Attacken und Interessen im Peloton schwierig – nur die Gruppe um Schmid und Abrahamsen blieb lange Zeit hartnäckig vor dem Feld. "Aber ich habe mich nach einer Weile besser gefühlt und es war klar, dass erst Ruhe einkehren würde, wenn es eine Gruppe gäbe, die um den Sieg fährt", sagte der Niederländer.

Und die fand sich mit hochkarätiger Besetzung – neben ihm und Van Aert waren auch Arnaud de Lie (Lotto), Axel Laurance (Ineos Grenadiers) und Quinn Simmons (Lidl – Trek) dabei. Das Quintett konnte die Lücke zur ebenfalls ursprünglich fünfköpfigen Spitzengruppe nicht mehr schließen.

Wäre es mit funktionierendem Funk anders gelaufen? Angesichts der Atemlosigkeit der Etappe reine Spekulation. Auch van der Poel war am vorletzten Anstieg bei einer Attacke von Simmons am Limit und wirkte erst im Finale wie der stärkste Verfolger, und Wout van Aert (Visma – Lease a Bike) meinte im Ziel zu Sporza, dass sie die Chance, die Spitze zu stellen, wohl schon vor der letzten Rampe verspielt hätten. Mit oder ohne Funk und Erkältung, am Ende fehlten trotzdem nur sieben Sekunden.

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