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07.05.2025 | (rsn) – Am 15. Renntag ihres Comebacks hat Anna van der Breggen (SD Worx – Protime) erstmals jubeln können. Die 35-jährige Niederländerin entschied nach einer Attacke in der letzten Abfahrt des Tages die 4. Etappe der 11. Vuelta Espana Femenina (2.WWT) über 111,6 Kilometer zwischen Pedrola und Borja für sich und verbesserte sich im Gesamtklassement auf den zweiten Platz, vier Sekunden hinter ihrer Teamkollegin Femke Gerritse, die das Rote Trikot verteidigte.
Mit zwölf Sekunden Rückstand holte sich ihre Landsfrau Marianne Vos (Visma – Lease a Bike) im Sprint der 18-köpfigen Verfolgerinnengruppe den zweiten Platz vor Titelverteidigerin Demi Vollering (FDJ – Suez), die sich als Tagesdritte noch vier Bonussekunden sammelte und damit acht insgesamt, da sie am Zwischensprint bereits Zweite geworden war.
Dagegen sparte sich ihre frühere Sportdirektorin van der Breggen alle Kräfte für ihre erfolgreiche späte, obwohl so nicht vorgesehene Attacke auf. “Es fühlt sich richtig gut an. Damit hätte ich nicht gerechnet, denn es war nicht der Plan des Teams. In der Abfahrt war ich vorne. Das Tempo ließ nach, und ich dachte, es wäre ein guter Moment, anzugreifen und es solo zu probieren. Die ursprüngliche Strategie war, wieder mit 'Gerrie‘ (Femke Gerritse) zu gewinnen. Wir wussten, dass der letzte Anstieg hart werden könnte, und ich wollte da einfach mit einigen Teamkolleginnen dabei sein – doch die Gruppe war sehr klein“, sagte die zufrieden lächelnde van der Breggen im Ziel nach ihrem gelungenen Coup.
"Dieser Sieg ist so schön. Gestern war schon so ein guter Tag, denn Femke hat gewonnen und wir haben Selbstvertrauen gewonnen, dass sie eine großartige Sprinterin wie Marianne (Vos) schlagen kann. Es läuft wirklich gut für uns. Morgen wird es sicher eine hart umkämpfte Etappe, da das Tempo bergauf heute schon ziemlich hoch war. Wie dem auch sei, die beiden Etappen haben wir schon mal!“, fügte die zweimalige Straßenweltmeisterin an.
Hinter der Italienerin Monica Trinca Colonel (Liv – AlUla – Jayco) und der Französin Cédrine Kerbaol (EF Education – Oatly) wurde die Friedrichshafenerin Liana Lippert Sechste, gefolgt von Gerritse, die den Zwischensprint gewonnen hatte und dank der dafür erhaltenen sechssekündigen Zeitgutschrift ihre Spitzenposition behaupten konnte.
Daran schien die 23-Jährige im Ziel allerdings keinen Gedanken zu verschwenden. Stattdessen freute sich Gerritse ausgelassen über van der Breggens Sieg. "Es ist so schön, dass Anna gewinnen konnte – es ist ihr erster Sieg nach ihrem Comeback. Sie hat heute auch viele Sekunden gutgemacht, das ist wirklich schön. Ich bin so überrascht, dass sie heute gewonnen hat, in eonem Downhill-Finale. Es ist einfach super cool", sagte Gerriste, die im letzten Anstieg des Tages schon abgehängt war, dann aber mit Hilfe von Mischa Bredewold doch noch den Anschluss schaffte und so ihre Rotes Trikot knapp behaupten konnte.
Auf den ersten fünf Positionen des Gesamtklassements liegen nun Fahrerinnen aus den Niederlanden. Hinter dem SD-Worx-Duo Gerritse und van der Breggen sowie Vos (+0:10) folgt Vollering mit 21 Sekunden Rückstand auf das Rote Trikot als neue Vierte. Rang fünf behauptete die Vorjahreszweite Riejanne Markus (+0:23) vor ihrer zeitgleichen Teamkollegin Niamh Fisher-Black. Lippert (+0:39) verbesserte sich um elf Positionen auf Rang 15, direkt dahinter folgt zeitgleich ihre Teamkollegin Marlen Reusser, die Etappenrang acht belegte.
Vos baute ihre Führung in der Punktewertung gegenüber Gerritse auf nunmehr 38 Zähler aus, Vollerings französische Teamkollegin Evita Muzic übernahm das Gepunktete Trikot der besten Bergfahrerin.
Am vierten Tag der Spanien-Rundfahrt der Frauen mussten auf den nur 111,6 Kilometern durch Aragonien zwei Berge bewältigt werden. Vom Gipfel des letzten führte eine zwölf Kilometer lange Abfahrt hinab ins Ziel. Gleich fünf Fahrerinnen waren nicht mehr zum Start in Pedrola angetreten, darunter die beiden Österreicherinnen Carina Schrempf (Fenix – Deceuninck / Krankheit) und Mona Mitterwallner (Human Powered Health / Sturzfolgen).
So traten noch 137 Fahrerinnen zur Etappe an, die zunächst über flaches und dann leicht ansteigendes Terrain verlief und auf dem sich niemand absetzen konnte, weil das aufmerksame Feld alle Attacken vereitelte. Kurz vor dem Gipfel des Alto del Moncayo (2.Kat.) attackierte Justine Ghekiere (AG Insurance – Soudal) und holte sich am Gipfel die Maximal möglichen zehn Punkte, um der auf der 2. Etappe gestürzten Ane Santesteban (Laboral - Kutxa) das Gepunktete Trikot abzunehmen.
Kurz nach der Bergwertung wurde die Belgierin wieder eingefangen, ehe am Ende der Abfahrt die Vorbereitungen für den Zwischensprint in Novallas begannen. Den und die damit verbundenen sechs Bonussekunden holte sich Gerritse nach perfekter Vorbereitungen ihrer Teamkolleginnen vor Vollering und Vos, die von hinterer Position aus etwas zu spät beschleunigt hatte.
Das Streckenprofil der 3. Etappe der Vuelta Espana Femenina | Foto: Veranstalter
Auch in der Anfahrt zum letzten Anstieg des Tages lösten sich keine Fahrerinnen aus dem noch rund 70 Fahrerinnen umfassenden Feld, in dem Lipperts Teamkollegin Olivia Baril für Tempo sorgte. Zu Beginn des fünf Kilometer langen und 5,4 Prozent steilen Puerto de El Buste (3. Kat.) übernahm FDJ – Suez die Kontrolle. Im steilsten Abschnitt verschärfte Valentina Cavallar (Arkéa - B&B Hotels Women), die letzte im Rennen verblieben Österreicherin, das Tempo und wurde kurz vor der Kuppe von Movistar abgelöst.
600 Meter vor dem Gipfel trat Lippert an, wodurch unter anderem Gerritse und Pauline Ferrand-Prevot (Visma – Lease a Bike) den Anschluss verloren. Muzic, die an der ersten Bergwertung bereits Zweite geworden war, holte sich kurz darauf den Bergpreis und übernahm damit das Gepunktete Trikot, weil Ghekiere leer ausging.
Zu Beginn der Abfahrt attackierte Vollering, wodurch sich eine rund 15-köpfige Spitzengruppe bildete, die rund 20 Sekunden Vorsprung herausfuhr. Einigkeit herrschte dort aber nicht, so dass van der Breggen sieben Kilometer vor dem Ziel beschleunigte und davonzog. Kurz darauf schlossen Gerritse und Mischa Bredewold zur Gruppe der Favoritinnen auf, die auf den letzten Kilometern zwar nochmals bis auf wenige Sekunden an die Ausreißerin herankamen, van der Breggen aber nicht mehr einfangen konnten.
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