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27.10.2024 | (rsn) – Die Niederländerin Lucinda Brand (Baloise - Trek Lions) hat den zweiten Lauf der Superprestige in Overijse für sich entschieden und im direkten Duell ihre Landsfrau Fem van Empel (Visma – Lease a Bike) bezwungen. Die Italienische Meisterin Sara Casasola (Corendon – Crelan) komplettierte das Podium bei der "Mutter aller Cross-Rennen". Die Niederländerin Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix – Deceuninck), die den Superprestige-Auftakt in Ruddervoorde gewonnen hatte, wurde Vierte vor der Ungarin Kata Blanka Vas (SD Worx – Protime).
Seit der US-Amerikanerin Katie Compton 2013 konnte keine Fahrerin ihren Titel in Overijse verteidigen, diese Serie beendete nun Brand mit einer starken Vorstellung, bei der sich die Weltranglistenerste nach einem schlechten Start erst zur Spitze des Rennens vorkämpfen musste.Â
“Ich bin aus dem Pedal gerutscht und das erste Stück ist hier sehr kurz. Ich lag gleich zurück und musste am ersten Berg sogar laufen. So hatte ich gleich einen Rückstand. Fem hat mich dann die ganze Zeit unter Druck gesetzt, was dafür sorgte, dass ich wirklich hohes Tempo fahren musste“, erklärte die Siegerin im Ziel-Interview.
Einmal vorn angekommen, ging die Niederländische Meisterin schnell in die Offensive. “Ich hatte eigentlich gehofft, dass die anderen ein höheres Tempo fahren würden, weil Alvarado auch beim Laufen aufgehalten wurde. Das passierte aber nicht – und für mich ist ein schnelles Rennen einfach besser“, erklärte Brand ihre Attacke, mit der sie die Spitzengruppe auseinanderriss.
Auch ein kleiner Ausrutscher konnte der schließlich solo enteilten Brand nichts mehr anhaben. “Das war ein schöner Punkt, um zu sehen, wie weit ich vorn liege. Ich sah, dass meine Verfolgerinnen etwas näher gekommen waren und war dadurch unkonzentriert“, lachte die 35-Jährige. “Zum Glück konnte ich mich selbst auffangen und schnell weiterfahren. Auf dem Schotter richtig zu stürzen, wäre eklig gewesen“, fügte sie an.
Während Brand ihren zweiten Sieg binnen fünf Tagen feiern konnte, musste sich van Empel wie schon zum Superprestige-Auftakt mit Rang zwei begnügen.“Ich bekam die Lücke nicht zu. Ich habe da auch keine Ausreden, ich bin zufrieden mit meinem Rennen“, sagte die 22-Jährige, die anfügte, sich sehr auf das Koppenbergcross am Freitag zu freuen.
Im Klassement übernahm Brand die Führung von Alvarado, die auf Rang drei zurückfiel, aber nur einen Zähler Rückstand aufweist. Van Empel ist punktgleich mit der neuen Spitzenreiterin Zweite. Der dritte von acht Superprestige-Läufen findet am 11. November in Niel statt.
Mit schlechten Starts verpassten Brand und Alvarado den Anschluss an die fünfköpfige Spitzengruppe, die sich nach wenigen Sekunden aus dem nur 25-köpfigen Feld löste. Van Empel gehörte dazu und schüttelte danach schnell am Baum. Bei der ersten Zielpassage hatte die Weltmeisterin nur noch Casasola und die Französin Helene Clauzel (Van Rysel) am Hinterrad.
Die beiden Landesmeisterinnen wurde sie nicht los, deswegen nahm van Empel Tempo heraus. Inge van der Heijden (Corendon – Crelan), Vas und auch Brand kamen wieder heran, Alvarado lag einige Sekunden zurück. Die konnten sie in der dritten Runde aber aufholen. Kurz darauf griff Brand bergauf aber an und der Niederländischen Meisterin konnte nur Casasola folgen.
Van Empel wartete ab und reagierte später. Ihr wollte van der Heijden folgen, die aber schnell mit Materialproblemen zurückfiel. Eingangs der drittletzten Runde lag van Empel sechs Sekunden hinten und auch Casasola hatte nun Probleme: An der nächsten Steigung musste die Italienerin passen und wurde wenig später von van Empel eingeholt. Brand war ihren Konkurrentinnen inzwischen deutlich ernteilt. Die vorletzte Runde nahm sie mit elf Sekunden Vorsprung auf das Verfolgerduo - wo van Empels Motor inzwischen auch auf Touren war - in Angriff.
Die Visma-Fahrerin verkleinerte ihren Rückstand auf neun Sekunden und als Brand in einer scharfen Kurve wegrutschte, schien der Abstand plötzlich wieder überbrückbar. Die Spitzenreiterin hielt aber dagegen und lag schnell wieder zehn Sekunden vor den beiden Verfolgerinnen, ehe van Empel kurz darauf Casasola abschüttelte.
In der Schlussrunde halbierte sie ihren Rückstand schnell und sah nun wesentlich frischer aus als ihre Landsfrau. In einer Haarnadelkurve mit direkt folgendem Anstieg baute Brand ihren Vorsprung dann aber erneut deutlich aus, van Empel gab ihre Jagd nun auf und wurde schließlich wie schon bei der ersten Superprestige Zweite.
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