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24.01.2024 | (rsn) – Der französische Rennstall FDJ – Suez ist eines der traditionsreichsten Teams im Frauen-Peloton. Seit 2006 besteht die Equipe aus der Nähe von Poitiers im Nouvelle-Aquitaine und ab 2012 landete man erste Top-10-Resultate bei Weltcup-Rennen, etwa mit Pascale Jeuland-Tranchant, Audrey Cordon-Ragot oder Karol-Ann Canuel und Roxane Fournier. Einen echten Schub bekam das Team aber 2017 durch den Einstieg der französischen Lotterie-Gesellschaft FDJ als neuem Geldgeber.
Dabei wichtig: Trotz des gemeinsamen Titelsponsors und trotz des teilweise ähnlichen Designs und lange Zeit gleichen Materials ist FDJ – Suez nicht das Frauenteam von Groupama – FDJ. Es sind zwei voneinander völlig unabhängige Rennställe, die rund 350 Kilometer voneinander entfernt ihren Sitz haben. Entsprechend fährt FDJ – Suez 2024 auch weiter Lapierre, während Groupama – FDJ auf Wilier umgestiegen ist.
Nach dem Einstieg von FDJ wuchs das Team, beendete 2020 erstmals ein Jahr in den Top 10 der Team-Weltrangliste und holte Shootingstar Cecilie Uttrup Ludwig als neue Kapitänin an Bord. Die sehr kletterstarke Dänin, die gerade bei kurzen, steilen Anstiegen mit ihrem Punch immer Siegkandidatin ist und auch zu Saisonbeginn bei der Tour Down Under bereits eine Etappe gewann, ist weiterhin der Kopf des Teams. ___STEADY_PAYWALL___
Sehr gut ins Jahr gestartet: Cecilie Uttrup Ludwig feiert ihren Sieg auf der 2. Etappe der Tour Down Under. | Foto: Cor Vos
Doch an ihrer Seite reifen einige französische Talente wie Evita Muzic, Marie Le Net, Jade Wiel oder Gladys Verhulst-Wild zu Spitzenfahrerinnen heran und Team-Manager Stephen Delcourt verstärkte seinen Kader außerdem über die Jahre mit internationalen Assen wie Emilia Fahlin, die 2024 aber nicht mehr zum Team gehört, Marta Cavalli, Vittoria Guazzini und Grace Brown sowie zuletzt Loes Adegeest, Amber Kraak und Nina Buijsman.
Vor allem die australische Zeitfahr-Vizeweltmeisterin Brown und das italienische Kletter-Ass Cavalli haben bereits große Ergebnisse eingefahren. Letztere war 2022 Giro-Zweite, verlor nach ihrem schweren Sturz bei der Tour damals aber Selbstvertrauen und vor allem Unbekümmertheit beim Positionsfahren im Peloton. Findet sie da mehr Sicherheit zurück, könnte sie 2024 für sehr starke Ergebnisse bei den großen Rundfahrten sorgen. Cavallis Landsfrau Guazzini ist eher Allrounderin, sie aber hat 2024 ihr größtes Ziel mit der Mannschaftsverfolgung auf der Bahn bei den Olympischen Spielen abseits der Straße.
WM-Silber im Einzelzeitfahren 2023 und eine bärenstarke Allrounderin für FDJ - Suez: Grace Brown (links). | Foto: Cor Vos
Viel Bewegung war im Winter im Kader von FDJ – Suez: Mit den endschnellen Clara Copponi (Lidl – Trek) und Emilia Fahlin (Arkéa – B&B Hotels) sowie Stine Borgli (noch ohne Team), Victorie Guilman (St Michel – Mavic – Auber93) und Maelle Grossetete (Human Powered Health) haben fünf Fahrerinnen das Team verlassen, sechs neue kommen dafür hinzu (Liste siehe unten). Die interessanteste Verpflichtung dürfte dabei die der Niederländerin Amber Kraak sein, die genau wie die neue Co-Direktorin für "Performance", Lieselot Decroix, von Jumbo – Visma zu den Französinnen kommt.
Die 29-Jährige sattelte 2019 vom Rudern, wo sie 2016 U23-Weltmeisterin im Leichtgewichts-Doppelzweier war und zur niederländischen Olympia-Reserve für Rio gehörte, auf den Radsport um. Im Juni 2021 wurde sie nach einigen Erfolgen bei nationalen Rennen in ihrer Heimat bei Jumbo – Visma Profi und 2022 fuhr sie als Zweite beim Classic Lorient Agglomération (ehemals GP Plouay) ihr erstes WorldTour-Podium ein.
Amber Kraak kommt von Jumbo – Visma zu den Französinnen und bringt viel Potenzial mit. | Foto: Cor Vos
Vor allem auf schwerem Terrain und in Zeitfahren hat Kraak viel Potenzial bewiesen, sammelte 2023 sehr viele Top-15-Ergebnisse auf der WorldTour, wurde 17. der Tour de France und Ende August Dritte der Tour of Scandinavia – geschlagen nur von Annemiek van Vleuten und Cecilie Uttrup Ludwig, aber vor Liane Lippert und Grace Brown.
Das Klettertalent aus dem Jura ist schon längst kein unbeschriebenes Blatt mehr. Bereits 2020 gewann die damals 21-jährige Französin in Motta Montecorvino als Ausreißerin die schwere Schlussetappe des Giro d'Italia und schlug dabei Niamh Fisher-Black sowie ihre langjährige Wegbegleiterin Juliette Labous – beide sind beim VC Morteau herangewachsen - in einem Dreikampf auf den letzten Metern zum Ziel. Seither gilt Muzic als eines der größten Talente des Sports.
Doch auch wenn sie Labous damals beim Giro bezwang, so steht Muzic bislang etwas im Schatten ihrer Landsfrau, die 2022 und 2023 bereits in den Top 5 der Tour de France Femmes landete. Das aber scheint fast unfair, wenn man bedenkt, dass auch Muzic 2023 Fünfte beim Flèche Wallonne sowie jeweils Sechste der Vuelta und der Baskenland-Rundfahrt war, bevor sie ihren großen Saisonhöhepunkt - die Tour - Ende Juli krankheitsbedingt aufgeben musste.
Ein sehr früher, sehr großer Erfolg: Muzic bei ihrem Etappensieg am Schlusstag des Giro d'Italia 2020. | Foto: Cor Vos
2024 nun könnte ihr Jahr werden. Die Teamleitung jedenfalls hat riesiges Vertrauen in Muzic und verlängerte ihren Vertrag gerade bis Ende 2027. Übrigens: Den 16. August dürfte sich die 24-Jährige rot angestrichen haben. Da endet die erste Bergetappe der Tour in Morteau im Jura, dem Ort ihrer Radsport-Jugend.
Das Aufgebot:
Loes Adegeest (Niederlande / 27), Grace Brown (Australien / 31), Nina Buijsman (Niederlande / 26), Marta Cavalli (Italien / 25), Léa Curinier (Frankreich / 22), Coralie Demay (Frankreich / 31), Eugénie Duval (Frankreich / 30), Vittoria Guazzini (Italien / 23), Amber Kraak (Niederlande / 29), Marie Le Net (Frankreich / 23), Cecilie Uttrup Ludwig (Dänemark / 28), Lauren Molengraaf (Niederlande / 18), Évita Muzic (Frankreich / 24), Gladys Verhulst-Wild (Frankreich / 27), Alessia Vigilia (Italien / 24), Jade Wiel (Frankreich / 23)
Davon Neuzugänge:
Nina Buijsman (Human Powered Health), Léa Curinier (dsm-firmenich), Coralie Demay (St Michel – Mavic – Auber93), Amber Kraak (Jumbo – Visma), Lauren Molengraaf (Neo-Profi), Alessia Vigilia (Top Girls Fassa Bortolo)
Teamleitung:
Manager: Stephen Delcourt
Sportdirektor: Nicolas Maire
Sportliche Leiter: Cédric Barre, Lieselot Decroix, Flavien Soenen
Material:
Rahmenhersteller: Lapierre
Gruppe:Shimano
Laufräder: Shimano
Reifen: Continental
Trikot: Gobik
Helm: Lazer
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