Philipsen und Bouhanni auf 6. Tour-Etappe geschlagen

Cavendish jubelt zum dritten Mal in Chateauroux

Foto zu dem Text "Cavendish jubelt zum dritten Mal in Chateauroux"
Mark Cavendish (Deceuninck - Quick-Step) hat auf der 6. Etappe von Tours nach Chateauroux seinen 50. Sieg bei einer Grand Tour eingefahren. | Foto: Cor Vos

01.07.2021  |  (rsn) - Meilensteine für die Ewigkeit: Mark Cavendish (Deceuninck - Quick-Step) hat auf der 6. Etappe von Tours nach Chateauroux seinen 50. Sieg bei einer Grand Tour eingefahren. Gleichzeitig war es der 32. Erfolg bei der Tour und nach seinem ersten Coup in Frankreich 2008 sowie einem weiteren Sieg 2011 der mittlerweile dritte an Ort und Stelle.

“Ich kann es kaum glauben, zehn Jahre ist es her, dass ich hier zuletzt gewonnen habe“, sagte der 36-Jährige Brite im Ziel. “Es ist schon etwas besonderes. Jedes Mal waren die Ankünfte unterschiedlich, 2008 etwa ging es etwas bergauf“, erinnerte sich der Sprintstar an den Beginn seiner Erfolgsserie. 

Hinter Cavendish, den jetzt nur noch zwei Siege vom Tour-Rekord von Eddy Merckx trennen, jagte mit Jasper Philipsen, der den Sprint vom Gewinner der 3. Etappe, Tim Merlier, angezogen bekam, ein Fahrer von Alpecin-Fenix als Zweiter über den Zielstrich.  "Ich denke überhaupt nicht über Rekorde oder sowas nach. Ich will nur Etappen bei der Tour de France gewinnen. Wenn ich gut genug bin, um 50 zu gewinnen, ist das super. Und wenn ich keine mehr gewinne, soll es halt so sein", sagte Cavendish mit Blick auf die Merckx-Marke.

Rang drei belegte der Franzose Nacer Bouhanni (Arkea - Samsic), der bereits sein drittes Spitzenergebnis bei dieser Tour einfuhr. "Es ist der dritte Sprint bei der Tour und zum dritten Mal stehe ich auf dem Podium. Das ist gut, aber natürlich hoffe ich, noch eine Etappe zu gewinnen", sagte Bouhanni, der nach einer schwächeren Phase wieder seine Sprintqualitäten wiedergefunden zu haben scheint. "Im Finale gab es Rückenwind, derjenige der zuerst angetreten ist, war im Vorteil. Ich bin am Ende noch etwas aufgekommen, aber es war zu spät."

Walscheid mit dem Timing noch nicht zufrieden

Dagegen kam kein deutscher Sprinter in die Top Ten. Bester war der Heidelberger Max Walscheid (Qhubeka NextHash) als Dreizehnter, einen Platz vor Rick Zabel (Israel Start-Up Nation). "Ganz zufrieden mit meinem Timing bin ich noch nicht, auf den letzten 1 -2 Kilometern hakt es noch etwas. Ich habe keinen Leadout, habe aber trotzdem den Anspruch, es besser hinzubekommen", sagte Walscheid.

Durch seinen zweiten Etappensieg bei dieser 108. Tour baute Cavendish auch die Führung in der Punktewertung aus. Zudem verteidigte Ide Schelling (Bora-hansgrohe) das Bergtrikot. Auch in der Gesamtwertung änderte sich nichts, Mathieu van der Poel (Alpecin-Fenix) blieb in Gelb und konnte sich so erneut auf das Leadout für seine Sprinter konzentrieren.

“Wir waren leider etwas weit hinten, haben dann den Zug aber wieder ganz gut hinbekommen. Cavendish ist im Moment aber einfach der schnellere Mann. Wir werden es weiter probieren“, sagte van der Poel, der das Gesamtklassement mit acht Sekunden Vorsprung auf Titelverteidiger Tadej Pogacar (UAE Team Emirates) anführt. Der Slowene behielt auch sein Weißes Trikot des besten Jungprofis.

So lief das Rennen:

Erwartungsgemäß gab es direkt vom Start weg die ersten Ausreißversuche. Und es schien, als könne sich eine prominent besetzte Achtergruppe – unter anderem mit den Deutschen Nils Politt (Bora – hansgrohe) und Georg Zimmermann (Intermarche - Wanty – Gobert Materiaux) sowie dem belgischen Duo Thomas De Gendt (Lotto Soudal) und Greg Van Avermaet (AG2R Citroën) nach sechs Kilometern absetzen. 50 Sekunden holte sie maximal heraus, aber richtig rund lief es nicht, weil im Feld vor allem Groupama - FDJ alles daransetzte, die starke Gruppe wieder zurückzuholen. Nach 32 Kilometern war es soweit und bis auf Van Avermaet waren alle Ausreißer gestellt.

Zum Olympiasieger gesellte sich nach 40 Kilometern Roger Kluge (Lotto Soudal), der nach dem Sturz-Aus von Caleb Ewan ebenfalls freie Fahrt erhielt. Das Duo bestimmte in der Folge die Etappe, konnte sich aber nie mehr als zwei Minuten herausfahren. Bis zur Bergwertung bei etwa der Hälfte des Rennens, die sich Van Avermaet sicherte, änderte sich daran nichts.

Auch am Zwischensprint bot sich das gleiche Bild: Van Avermaet vor Kluge, allerdings folgte das Feld mit nur noch knapp 50 Sekunden Rückstand. Im Sprint der Verfolger setzte sich Sonny Colbrelli (Bahrain Victorious) durch, wobei sich die Favoriten im Kampf um die Punktewertung schon ordentlich beharkten.

Van Avermaet und Kluge reichen auch 48,8 km/h nicht

Immerhin noch eine halbe Minute an Vorsprung nahm das Spitzenduo auf die letzten zehn Kilometer mit. Erst zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel wurden Van Avermaet und Kluge eingefangen – kaum verwunderlich bei einem Schnitt von 48,8 km/h während des Ausreißversuchs.

Danach ging die Post so richtig ab. Über die linke Seite der Straße baute sich der Deceuninck-Zug auf, rechts organisierten sich Alpecin - Fenix und Trek - Segafredo. Weil Cavendish zu früh die Anfahrer ausgingen, wechselte er 300 Meter vorm Zielstrich ans Hinterrad von Philipsen und zog schließlich mit der höheren Endgeschwindigkeit am jungen Belgier vorbei, der nach Rang drei in Fougeres diesmal mit Bouhanni die Plätze tauschte.

Arnaud Démare, für den sich Groupama - FDJ zu Beginn der Etappe ins Zeug gelegt hatte, blieb nur Rang vier, gefolgt von Peter Sagan (Bora - hansgrohe) 

Mehr Informationen zu diesem Thema

09.12.2021Frau mit “Allez Opi – Omi“-Schild zu einer Geldstrafe verurteilt

(rsn) - Zu einer Geldstrafe von 1200 Euro wurde die Zuschauerin verurteilt, die mit dem Schild "Allez Opi – Omi" bei der vergangenen Tour de France einen Massensturz verursacht hatte. Ein Gericht in

13.10.2021Verursacherin des Tour-Massensturzes vor Gericht

(rsn) – Während am Donnerstag in Paris die Strecke der Tour de France 2022 vorgestellt wird, beginnt in Brest der Strafprozess gegen die junge Frau, die auf der 1. Etappe der diesjährigen Frankrei

23.07.2021Zimmermann kämpfte sich mit Kahnbeinfraktur durch die Tour

(rsn) - Georg Zimmermann (Intermarché - Wanty - Gobert) ist seine erste Tour de France mit einem Kahnbeinbruch zu Ende gefahren, den er sich bereits bei einem Sturz auf der 1. Etappe zugezogen hatte.

21.07.2021Verstärkt Soler ab 2022 die Helferriege von Tour-Sieger Pogacar?

(rsn) - Nach seinem Sturz zum Auftakt der Tour de France, bei dem er sich Frakturen in beiden Ellbogen zuzog, erholt sich Marc Soler nur langsam von den Folgen. “Ich trainiere schon seiteiniger Zeit

21.07.2021Highlight-Video der 108. Tour de France

(rsn) - Vom Grand Départ am 26. Juni in Brest bis zum großen Finale am 18. Juli auf den Champs Élysées: Das Highlight-Video zur 108. Tour de France liefert einen Rückblick auf die 21 Etappen des

20.07.2021Pogacar und UAE Team Emirates auch in Geldranglisten vorn

(rsn) - Tadej Pogacar und sein UAE Team Emirates sind die Großverdiener der 108. Tour de France. Nach seinen Galavorstellungen vor allem in der letzten der drei Wochen kommt der Titelverteidiger auf

19.07.2021Martinez mit Corona infiziert: Olympiastart abgesagt

(rsn) – Wie das kolumbianische Portal Mundo Ciclístico berichtet, hat sich Daniel Martinez mit dem Coronavirus infiziert und wird deshalb nicht wie vorgesehen am Olympischen Straßenrennen am 24.

19.07.2021Krebs, Herzprobleme: Brailsford denkt an Rücktritt

(rsn) – Dave Brailsford, Gründer und Team-Manager von Ineos Grenadiers, hat in einem Interview mit der Tageszeitung The Guardian erklärt, dass ihn massive gesundheitliche Probleme zum Rücktritt

19.07.2021Konrad: “Wir haben zwei von drei Zielen erreicht“

(rsn) – Zum dritten Mal stand Patrick Konrad (Bora – hansgrohe) am Start der Tour de France. Mit seinem grandios herausgefahrenen Sieg auf der 16. Etappe von El Pas de la Casa nach Saint-Gaudens s

19.07.2021Cavendish verpasst alleinigen Rekord und ist dennoch glücklich

(rsn) - Obwohl sein Team Deceuninck - Quick-Step nochmals alles gab, konnte Mark Cavendish eine bis dahin für ihn perfekt verlaufene Tour de France nicht mit dem fünften Etappensieg krönen. Nachdem

19.07.2021Politt jubelte, Rutsch überraschte, Buchmann half

(rsn) - Nach der 108. Tour de France ziehen wir Bilanz von den Vorstellungen der insgesamt zwölf deutschen Starter, von denen nach drei schweren Wochen acht in Paris das Ziel auf den Champs Élysée

19.07.2021Auf den Champs Élysées pokerte Greipel etwas zu lange

(rsn) - In den Jahren 2015 und 2016 holte sich André Greipel zum Abschluss der Tour de France auf den Champs Élysées den jeweils letzten Etappensieg, 2017 musste er sich nur Dylan Groenewegen gesch

Weitere Radsportnachrichten

08.01.2026Iserbyt muss seine Karriere beenden

(rsn) – In einem emotionalen Video auf Instagram hat Eli Iserbyt (Pauwels Sauzen – Altez) das Ende seiner Karriere erklärt. Seit Februar 2025 hat er ehemalige Weltranglistenerste kein Rennen mehr

08.01.2026Verschneite Querfeldein-Titelkämpfe in Bensheim

(rsn) – Am kommenden Wochenende werden im südhessischen Bensheim die Deutschen Meisterschaften im Cross ausgetragen. Wie schon 2018 finden die Titelkämpfe rund um den Bikepark am Berliner Ring im

08.01.2026Soudal - Quick-Step bindet auch Magnier langfristig

(rsn) - In unserem ständig aktualisierten Transferticker informieren wir Sie regelmäßig über Personalien aus der Welt des Radsports. Ob es sich um Teamwechsel, Vertragsverlängerungen oder Rücktr

08.01.2026Soudal bleibt Titelsponsor bis 2030, Dumoulin wird Renndirektor

(rsn) - Ex-Profi Tom Dumoulin wird neuer Renndirektor des Amstel Gold Race. Der 35-jährige Niederländer übernimmt den Job von Leo van Vliet, allerdings erst zur Austragung 2027. Es wird die 61. sei

08.01.2026Titelverteidiger Plapp fährt hinterher: Vine ist neue Zeitfahrmeister Australiens

(rsn) – Jay Vine (UAE – Emirates – XRG) hat sich zum zweiten Mal nach 2023 zum australischen Zeitfahrmeister gekrönt. Der 30-Jährige fuhr in Perth, wo auch die Straßenrennen ausgetragen

08.01.2026Als ProTeam: Tudor legt den Fokus auf die Grand Tours

(rsn) – Der Schweizer Rennstall Tudor Pro Cycling hat am Mittwoch im spanischen Moraira etwas östlich von Calpe an der Costa Blanca seinen Medientag vor der Saison 2026 abgehalten. Und Miteigentüm

08.01.2026Nach starker Saison startet erneut die Jagd auf den “Heiligen Gral“

(rsn) – Sechs Neuverpflichtungen nahm FDJ - Suez für das Jahr 2025 unter Vertrag und krempelte das Team damit maßgeblich um. Vom siebten Platz 2024 arbeitete sich die französische Mannschaft zum

07.01.2026Simon Yates beendet Karriere

(rsn) – Der amtierende Giro-Sieger Simon Yates hat am Mittwochmittag völlig überraschend und mit sofortiger Wirkung seine Karriere beendet. “Ich habe die Entscheidung getroffen, mich vom profess

07.01.2026Pidcock und Pinarello-Sextett zieht es nach Chile

(rsn) – Dass Radsportler vor Saisonbeginn ins Höhentrainingslager ziehen, ist nichts Besonderes. Dass ein Septett von Pinarello einen Monat nach Südamerika reist, ist dann aber doch sehr ungewöhn

07.01.2026Roodhooft: Van der Poel “war einfach so, wie er sein musste“

(rsn) – In der Weihnachtsperiode hat Niels Vandeputte zwei Crossrennen im Trikot von Alpecin – Deceuninck und im neuen Jahr dem von Alpecin – Premier Tech gewonnen. Doch Fahrer der belgischen Ma

07.01.2026Die Hoffnung auf Healy und Highlights

(rsn) – Auf dem Papier war die Saison 2025 eine durchschnittliche für das Team EF Education – EasyPost. Zehn Siege lagen unter der Norm für die US-amerikanische Equipe, Rang zwölf im UCI-Rankin

06.01.2026Mit “Mont Ventoux Norwegens“ und Finale an den Hängen der Ski-WM

(rsn) – Während es 2026 keine Tour of Norway geben wird, weil die öffentlichen Förderungen gestrichen wurden, steht das Arctic Race of Norway (2.Pro) auch in diesem Jahr wieder im Rennkalender. I

RADRENNEN HEUTE

    Radrennen Männer

  • Antwerp Port Epic (1.1, BEL)
  • Vuelta al Táchira en (2.2, VEN)
  • Tour de Gyeongnam (2.2, KOR)