Italiens Nationalcoach: “Es wird kompliziert“

Gannas olympischer Doppeleinsatz fordert auch Cassani

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Filippo Ganna (Ineos Grenadiers) feiert seinen dritten Etappensieg beim Giro d´Italia. | Foto: Cor Vos

11.12.2020  |  (rsn) - Nach seinen herausragenden Vorstellungen auf der Straße gehört Filippo Ganna (Ineos) bei den Olympischen Spielen von Tokio nicht nur zu den Gold-Kandidaten auf der Bahn, sondern auch im Zeitfahren. Für den Weltmeister in dieser Disziplin ergibt sich daraus ein schwieriger Spagat, wie Italiens Nationaltrainer Davide Cassani meint.

“Es wird kompliziert. Nicht so sehr in Tokio selbst, sondern in Vorbereitung darauf“, sagte Cassani der Zeitung Het Nieuwsblad. “Es ist nicht möglich, nach einer kompletten Straßensaison plötzlich zur Teamverfolgung zu wechseln. Besonders im letzten Monat muss auf der Bahn geübt werden. Es wird nicht einfach sein, ein gutes Programm für Tokio zu entwickeln“, meinte der Italiener, der sich deshalb in Kürze mit Gannas Team treffen will.

Der 24-jährige Italiener will nach Cassanis Angaben keine Abstriche an seinem Bahnprogramm machen, vor allem, was die Mannschaftsverfolgung betrifft. “Die Jungs haben enorme Fortschritte gemacht und bei drei aufeinander folgenden Weltmeisterschaften die Bronzemedaille gewonnen. Jetzt wollen sie auch olympisches Edelmetall. Und das will auch Filippo. Er will sie nicht verlassen“, sagte der Nationalcoach und betonte: “Filippo ist Teil eines vierjährigen Projekts. Dieses Projekt wird nicht aufgegeben, weil er plötzlich eine Chance als Zeitfahrer hat.“

Damit nicht genug, wird Ganna auch im Olympischen Straßenrennen starten müssen, weil dies Regularien des Internationalen Olympischen Komitees so vorsehen. "Kein Problem", gab sich Cassani wegen der weiteren Belastung allerdings gelassen. “Filippo hat bereits im Giro bewiesen, dass er ein Fahrer mit Substanz ist. Er kann sich (im Straßenrennen) auf eine Helferrolle beschränken.“

Ganna gehört zu den erfolgreichsten Profis der zu Ende gegangenen Saison, in der er sieben Siege feierte, alle nach dem Re-Start eingefahren und sechs davon in Zeitfahren. Allein beim Giro d’Italia konnte er viermal jubeln. Für die kommende Saison hat er von Ende Januar bis Ende Mai ein volles Straßenprogramm geplant, das mit der Italien-Rundfahrt (8. - 30. Mai) seinen Höhepunkt und Abschluss findet.

Im Juni will er bei den Bahn-Europameisterschaften starten, ehe es im darauf folgenden Monat nach Tokio geht, wo am 24. Juli als erster Einsatz der im Straßenrennen ansteht. Es folgt am 28. Juli das Zeitfahren, ehe am 2. August die Bahnwettbewerbe beginnen.

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