Alles zu den Titelkämpfen am Wochenende

Cross-WM in Luxemburg: Überraschen die deutschen Männer?

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Wout Van Aert wurde dieses Jahr in Belgien zum zweiten Mal Cross-Meister. | Foto: Cor Vos

28.01.2017  |  (rsn) - Bieles, auf Französisch: Belvaux. Hier finden am Wochenende die 68. Weltmeisterschaften im Cross statt. Ein Ort mit kaum 6.000 Einwohnern wird für zwei Tage zum Schauplatz von gleich fünf Schlammschlachten um Regenbogentrikots (alles live auf radsport-news.com). Schlammschlachten? Mangels Niederschlag in den vergangenen Wochen steht dahinter noch ein Fragezeichen, doch die Wettervorhersage verspricht Tauwetter und eventuell auch etwas Regen. Nach den eiskalten letzten Tagen könnte das auf bislang gefrorenem und an vielen Stellen noch mit Schnee bedecktem Boden für eine echte Rutschpartie sorgen.

Der Bund Deutscher Radfahrer hofft, dass seinen 15 Athleten und Athletinnen ein Ausrutschen trotzdem erspart bleibt. Denn auch wenn der Gewinn einer Medaille im von Belgiern und Niederländern dominierten Sport eine Überraschung wäre - Hoffnung auf Edelmetall besteht schließlich immer, wenn man zu Titelkämpfen reist.

Die meisten davon schultern am Wochenende die Elite-Männer. Vor allem der Deutsche Meister Marcel Meisen (Team Steylaerts) bewies im Januar Top-Form, wurde im vorletzten Weltcup-Lauf im italienischen Fiuggi sogar Zweiter. Am vergangenen Wochenende ließ der 28-Jährige beim Weltcup-Finale in Hoogerheide einen achten Platz folgen. Dort fuhr außerdem Philipp Walsleben (Beobank-Corendan) auf Rang zehn. Und auch der Dritte im Bunde, Sascha Weber (Focus CX Elite), ist an einem guten Tag für ein Top-15-Resultat gut. Gerade Meisen dürfte der Kurs mit schneller erster Hälfte und technisch sowie topografisch schwerem zweiten Teil besonders liegen.

Top-Favoriten sind aber zwei Männer aus Belgien und den Niederlanden. Titelverteidiger Wout Van Aert (Crelan-Vastgoedservice) und Mathieu van der Poel (Beobank-Corendon) dominierten die Saison bislang fast nach Belieben und wechselten sich mit ihren Siegesserien ab. Zwar konnten beide in Hoogerheide am vergangenen Wochenende nicht glänzen, doch das lag in erster Linie daran, dass der Belgische Meister Van Aert nach in Fiuggi zurückgekehrten Knieproblemen gar nicht am Start stand und der Weltmeister von 2015, van der Poel (24. Platz), entweder einen schlechten Tag hatte oder sich sogar schonte. Dass beide in Bieles wieder das Maß der Dinge sein werden, daran zweifelt kaum jemand.

Pünktlich zum Saisonhöhepunkt im Kreis der Favoriten zurückgemeldet hat sich der Niederländer Lars van der Haar (Telenet-Fidea). Der ehemalige Giant-Alpecin-Fahrer gewann in Hoogerheide souverän mit 44 Sekunden Vorsprung vor dem Belgier Tom Meeusen (Telenet-Fidea) und dürfte derjenige sein, der Van Aert und van der Poel noch am ehesten ärgern kann - auch weil Europameister Toon Aerts (Marlux-Napoleon Games) in Bieles verletzt fehlt. Neben van der Haar und Meeusen zählt Kevin Pauwels (Marlux-Napoleon Games) zum erweiterten Favoritenkreis.

Das dünnste Aufgebot stellt der BDR nach dem Karriereende von Mehrfach-Weltmeisterin Hanka Kupfernagel im Rennen der Elite-Frauen. Einzig Deutschland-Cup-Siegerin Stefanie Paul von der RSG Hannover steht dort am Samstagnachmittag am Start. Medaillenchancen hat sie aber keine. Zu stark sind vor allem die Niederländerinnen um Top-Favoritin Marianne Vos (WM3 Pro Cycling), Lucinda Brand (Sunweb) und Weltcup-Gesamtsiegerin Sophie de Boer (Breepark A27) - trotz der verletzungsbedingten Absage von Titelverteidigerin Thalita De Jong (Lares-Waowdeals), die in Hoogerheide am vergangenen Sonntag gestürzt war und für vier Wochen ausfällt.

Herausgefordert werden sie hauptsächlich von den Belgierinnen Sanne Cant (Enertherm-Beobank) und Laura Verdonschot (Marlux-Napoleon Games), der Tschechin Katerina Nash (Clif), der US-Amerikanerin Katherine Comptopn (Trek) und der luxemburgischen Lokal-Matadorin Christine Majerus (Boels-Dolmans).

In den Nachwuchsklassen hofft der BDR auf eine Top-Ten-Platzierung von Junior Niklas Märkl (RSC Linden), der das mit fünf Mann stärkste Aufgebot Deutschlands bei der WM anführt. Außerdem ist die Deutsche Meisterin Jessica Lambracht (Stevens Racing) der Kopf des U23-Damen-Teams.  Deutschland-Cup-Sieger Paul Lindenau (Stevens Racing) ist Leitfigur der vier U23-Männer, da der Deutsche Meister Lukas Baum (Müsing Racing) fehlt.

Zu verfolgen sind die Rennen im Live-Stream der UCI auf radsport-news.com.

Alle Rennen (und die deutschen Starter):

Samstag, 28. Januar, 11:00 Uhr - Junioren: Luca Bockelmann (RRG Bremen), Lukas Märkl (RSC Linden), Niklas Märkl (RSC Linden), David Westhoff-Wittwer (RSV 1931 Gütersloh), Tim Wollenberg (E-Racers Top Level Augsburg)

Samstag, 28. Januar, 13:00 Uhr - Frauen U23: Jessica Lambracht (Stevens Racing), Larissa Luttuschka (RK Endspurt 09 Cottbus)

Samstag, 28. Januar, 15:00 Uhr - Frauen Elite: Stefanie Paul (Stevens Racing)

Sonntag, 29. Januar, 11:00 Uhr - Männer U23: Paul Lindenau (Stevens Racing), Lukas Meiler (Focus CX Elite), Maximilian Möbis (BSV ADW Berlin), Manuel Müller (RSV Rheinstolz Wyhl)

Sonntag, 29. Januar, 15:00 Uhr - Männer Elite: Marcel Meisen (Team Steylaerts), Philipp Walsleben (Beobank-Corendon), Sascha Weber (Focus CX Elite)

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