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16.05.2016 | (rsn) - Platz 81 in San Diego - irgendwo mitten im Hauptfeld. Unter normalen Umständen wäre das für John Degenkolb (Giant-Alpecin) bei einer Sprintankunft eine herbe Enttäuschung. Doch an seinem zweiten Renntag seit dem schweren Trainingsunfall im Januar, der ihn beinahe seinen Zeigefinger gekostet hätte, konnte der 27-Jährige zufrieden sein, überhaupt nahe ans Sprinten herangekommen zu sein.
"Es ist kein einfacher Start, hier wieder zurückzukommen und ich habe mich am Berg auch nicht unbedingt bombastisch gefühlt", erklärte Degenkolb nach absolvierter Dopingkontrolle und verdienter Dusche vor dem Teamcamper im Gespräch mit radsport-news.com. Ungefähr zu Rennhalbzeit erreichte das Peloton auf der 175 Kilometer langen Auftaktetappe rund um San Diego eine 800 Meter hoch gelegene Bergwertung der 1. Kategorie an den Honey Springs, zu Deutsch: Honigquellen.
Ein "Honigschlecken" war der Anstieg dort hinauf sicher nicht, doch Degenkolb konnte im Gegensatz etwa zu Mark Cavendish (Dimension Data) immerhin den Kontakt halten. Der Brite musste von seinem Team anschließend wieder ans Feld herangeführt werden. Und auch im Etappenfinale war Degenkolb, der bei seinem ersten Renneinsatz des Jahres am 1. Mai bei Rund um den Finanzplatz in Frankfurt noch ausgestiegen war, mit von der Partie.
"Ich habe mich vom Kopf her eigentlich ganz gut gefühlt und war gut bei der Sache, aber wir haben uns leider etwa 1,5 Kilometer vor dem Ziel verloren. Da dann nochmal vorzukommen hat einfach zu viel Kraft gekostet", sagte der Giant-Kapitän. "Um vorne zu landen muss momentan für mich einfach alles 100 Prozent passen - das hat es nicht."
In den kommenden Tagen geht es für Degenkolb nun in erster Linie darum, das Ziel zu erreichen, um weitere Rennkilometer sammeln zu können - auch um das Zusammenspiel mit seinen Teamkollegen auf dem Weg zur Tour de France zu verbessern. "Wir versuchen uns hier zu 100 Prozent aufeinander abzustimmen und haben eine super Mannschaft dabei, im Kern die, die auch mit zur Tour gehen soll. Von daher: Auch wenn keine Ergebnisse einfliegen werden, ist das ein wichtiger Schritt sich in der Mannschaft zu integrieren und dass die Abstimmung wieder reinkommt."
Der erste Tag lief ordentlich, doch Degenkolb weiß, dass die Kalifornien-Rundfahrt in diesem Jahr einen schweren Parcours bereithält. "Was mir für morgen etwas Kopfzerbrechen bereitet ist, dass es direkt vom Start losgeht", erklärte er. Die 2. Etappe beginnt in South Pasadena und gewinnt auf den ersten 22 Kilometern bereits 900 Höhenmeter auf dem Weg durch den Angeles Forest. Insgesamt stehen eine Bergwertung der 1. und drei der 2. Kategorie auf dem Programm. Ein Massensprint in Santa Clarita wäre eine Überraschung. Und so dürfte es für Degenkolb diesmal in erster Linie ums Durchkommen gehen.
Jens Voigts Analyse zur 1. Etappe und Vorschau auf Etappe 2:
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