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02.05.2016 | (rsn) – Bei der Premiere der Tour de Yorkshire (2.1) hatte sich Thomas Voeckler (Direct Energie) im vergangenen Jahr in einer knappen Entscheidung noch mit Rang drei begnügen müssen. Bei der 2. Auflage der Rundfahrt durch die gleichnamige englische Grafschaft machte der 36-jährige Franzose mit seinem Sieg auf der Schlussetappe noch einen Sprung von Rang acht an die Spitze der Gesamtwertung und schnappte sich so das hellblaue Führungstrikot, das zuvor der Niederländer Dylan Groenwegen (LottoNL-Jumbo) getragen hatte. Der Auftaktsieger fiel noch vom ersten auf den 55. Platz des Schlussklassements zurück.
Voeckler dagegen präsentierte sich auf der über anspruchsvolles Klassikerterrain führenden Königsetappe in Top-Form und verwies im Sprint zweier Ausreißer Nicolas Roche (Sky) auf den zweiten Platz. “Ich war mir nicht sicher, ihn zu schlagen. Normalerweise ist er schneller als ich. Aber ich wusste, dass ich eine Chance hatte, so dass ich sagte: ‚Komm, lass uns gehen, wir fahren, und wir schauen, was im Sprint herauskommt“, sagte der Direct Energie-Kapitän im Interview der L’Equipe.
Dank der Zeitgutschrift für seinen vierten Saisonsieg setzte sich Voeckler auch in der Gesamtwertung vor dem Iren durch – und zwar mit sechs Sekunden Vorsprung. Rang drei ging an seinen Landsmann Anthony Turgis (Cofidis), der 16 Sekunden zurück lag.
Titelverteidiger Lars Petter Nordhaug (Skjy/+0:52) blieb diesmal nur der sechste Platz. Der Hamburger Nikias Arndt (Giant-Alpecin), vor der Etappe noch Gesamtdritter, kam auf dem mit sieben Bergwertungen ausgestatteten Abschnitt mit der ersten Verfolgergruppe ins Ziel und fiel auf Position acht (+1:13) zurück, womit er dennoch bester der drei deutschen Starter war.
Auf der turbulent verlaufenden Schlussetappe, die über 198 Kilometer von Middlesbrough ins Seebad Scarborough führte, hatte das heimische Sky-Team lange Zeit alles im Griff. Als Roche gemeinsam mit Adam Yates (Orica-GreenEdge) und Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) am vorletzten Anstieg des Tages 25 Kilometer vor dem Ziel attackierte, schien Voeckler schon geschlagen, doch kurz darauf schafte er gemeinsam mit Turgis den Anschluss an die Gruppe. Roche gab sich mit der Aussicht auf einen möglichen Fünfer-Sprint allerdings nicht zufrieden. Als der Kletterspezialist am letzten Berg nochmals das Tempo forcierte, konnte nur Voeckler folgen und ihn schließlich in Scarborough bezwingen.
Dahinter folgten Yates, Turgis, Kruijswijk und Nordhaug. Arndt verlor zwar seinen Podestplatz und musste sich am Ende zwar mit Rang zehn begnügen. Doch der 24-Jährige zeigte eine tadellose Vorstellung und parierte lange Zeit alle Tempoverschärfungen von Team Sky, die auch zum Ziel hatten, Sprinter wie ihn loszuwerden. Doch selbst, als er im vorletzten Anstieg in Hardwood Dale abgeschüttelt wurde, gab Arndt nicht auf, sondern versuchte, wieder den Anschluss an die fünfköpfige Spitzengruppe herzustellen. Das misslang zwar, doch viel vorzuwerfen hatte er sich nicht.
“Das Team hat über alle drei Etappen hinweg einen sehr guten Job verrichtet. Wir können zufrieden sein, auch wenn ein Etappensieg schön gewesen wäre“, sagte Arndt, der auf den ersten beiden Abschnitten jeweils Dritter geworden war und nun ein positives Fazit zog: „Aber wir haben das Beste draus gemacht. Ich denke, die Jungs sind bereit für den Giro.“
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