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03.05.2015 | (rsn) - Die Gesamtwertung der 51. Türkei-Rundfahrt schien vor der abschließenden Flachetappe durch Istanbul ein bestelltes Feld zu sein. Doch die letzten 121 Kilometer des Rennens waren dramatischer, als es einigen im Feld lieb war.
So stürzten 28 Kilometer vor dem Ziel der Gesamtzweite Davide Rebellin (CCC Sprandi) und sein Teamkollege Stefan Schumacher, als ein Hund ins Feld lief. Der 43 Jahre alte Italiener, der bis zur zweiten Bergetappe am Freitag das türkisfarbene Führungstrikot getragen hatte und auf bestem Weg zum Gesamtsieg war, schied mit einer Verletzung am Schlüsselbein aus und verlor damit noch seinen sicher geglaubten Podiumsplatz.
Beinahe wäre auch noch der Gesamtsieg des Kroaten Kristijan Durasek (Lampre-Merida) in Gefahr geraten, denn in der Nacht zum Sonntag wurde der 27-Jährige krank, klagte über 38 Grad Fieber und Magenprobleme. „Es war wirklich schlimm, ich wusste zunächst nicht, ob ich würde starten können. Ich habe mir dann gesagt, dass ich es einfach versuchen muss", sagte Durasek, der die 8. Etappe durch die türkische Metropole unbeschadet überstand und den größten Erfolg seiner Karriere perfekt machte.
Die presidential Tour of Turkey beendete Durasek schießlich 32 Sekunden vor dem Argentinier Eduardo Sepulveda (Bretagne-Séché), der sich nach Rebellins spätem Ausfall noch vom zweiten auf den dritten Platz verbesserte, und 54 Sekunden vor dem Australier Jay McCarthy (Tinkoff-Saxo). „Der Sieg bedeutet mir sehr viel. Natürlich bin ich hier mit dem Ziel angereist zu gewinnen, aber bei einer Rundfahrt weiß man nie“, erklärte Durasek nach dem bisher größten Erfolg seiner Karriere..
Ins Bild der turbulenten letzten Etappe passte es auch, dass nicht Mark Cavendish (Etixx Quick Step) wie erwartet seinen vierten Tagessieg einstreichen konnte. Denn 1.5 Kilometer vor dem Ziel war der Spanier Lluis Mas (Caja Rural) auf der technisch anspruchsvollen Strecke auf einer ansteigenden Passage aus dem Feld gefahren und rettete tatsächlich einen kleinen Vorsprung auf die Verfolger ins Ziel. Cavendish entschied zwar den Sprint des arg geschrumpften Feldes für sich, doch das bedeutete eben nur Rang zwei vor Mas' Teamkollegen und Landsmann Carlos Barbero.
„Ich hätte heute gerne gewonnen, aber Lluis war super stark. Ich bin froh, auf dem Podium zu stehen", sagte der Brite, der sich immerhin mit dem Gewinn der Punktwertung trösten konnte.
Dafür freute sich Mas über seinen ersten Saisonsieg und den zweiten seines Teams bei dieser Türkei-Rundfahrt, nachdem sein Landsmann Pello Bilbao bereits die 6. Etappe für sich hatte entscheiden können. Am Sonntag nutzte Mas die Gunst der Stunde, nachdem seine Mannschaft an der Spitze des Feldes die letzten, technisch anspruchsvollen Kilometer in Angriff genommen hatte.
„Am Start heute dachten wir nur daran, für Carlos Barbero den Sprint zu fahren, aber dann kamen im Finale wir als erste in die letzte Kurve. Ich beschloss zu attackieren und Carlos rief mir zu ‚nicht stoppen, nicht stoppen‘, und ich habe nicht gestoppt“, grinste Mas, ehe er zur Siegerehrung ging.
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