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05.07.2014 | (rsn) – „Mit einem Etappensieg in Paris anzukommen, damit wäre ich schon sehr zufrieden“, kündigte Marcel Kittel (Giant-Shimano) im Vorfeld der 101. Tour de France an. Mit Blick auf das vergangene Jahr, als dem deutschen Top-Sprinter gleich vier Tageserfolge gelangen, scheint eine solche Ziel-Formulierung doch reichlich untertrieben.
„Wir haben mit den vier Siegen im Vorjahr die Messlatte sehr hoch gelegt, aber dies ist kein Grund vermessen zu werden“, erklärte der 26-Jährige seine defensive Herangehensweise und ergänzte: „Ich sehe die Tour 2013 auch als Ausnahmejahr und versuche, entsprechend locker ins Rennen zu gehen.“
Kittel will also mit so wenig Druck wie möglich ins Rennen gehen. Gerade auf der 1. Etappe am heutigen Samstag wird er den aber nicht vermeiden können, schließlich will Kittel auch diesmal wieder die 1. Etappe gewinnen und das Gelbe Trikot erobern. Auf Revanche sinnt allerdings Mark Cavendish (Omega Pharma Quick Step), der 2013 auf Korsika stürzte und beim Grand Départ in Leeds unter besonderer Beobachtung der heimischen Fans steht.
Den 190,5 Kilometer langen Auftakt von Leeds nach Harrogate hat Kittel in der Vorbereitung schon inspiziert und kommt zu dem Ergebnis: „Es wird nicht einfach werden, es kann sogar sehr schwer werden.“
Damit spielte er nicht einmal auf die topographischen Verhältnisse an, denn mit einem Anstieg der 4. Kategorie und zwei Bergpreisen der 3. Kategorie im Mittelteil sind die doch überschaubar. „Aber gerade der Mittelteil führt über sehr engere Straßen, rechts und links sind Steinmauern, so dass man bei Stürzen nicht ausweichen kann“, wiee Kittel auf die lauernden Gefahren hin, die durch ein nervöses Feld nicht gerade geringer werden.
Sein Teamkollege John Degenkolb macht sich für den Auftakt zumindest kleine Hoffnungen, dass im Finale für ihn gefahren wird. „Rennfahrer machen das Rennen schwer. Wenn dort mit einem hohen Tempo die Anstiege hochgefahren werden und dann nach den Anstiegen der Wind entsprechend steht, kann es auf die Kante gehen und das Feld komplett zerreißen. „Die Etappe ist auf jeden Fall sehr anspruchsvoll", sagte der Frankfurter.
Deutlich schwerer wird der Sonntag, wenn insgesamt zehn Bergwertungen anstehen. „Manche haben dieses Teilstück mit Lüttich-Bastogne-Lüttich verglichen. Es geht nur auf und ab“, so Degenkolb, der sich deshalb keine Chancen ausrechnet. „Die 2. Etappe ist definitiv zu schwer für mich, die ist abartig“, gab er zu Protokoll.
Kittel jedoch sieht durchaus Chancen für seinen Teamkollegen: „John hat auch schon manche schwere Etappen überlebt, deshalb will ich nichts für unmöglich erklären", meinte er.
Insgesamt sieht Kittel auf den ersten zehn, zwölf Etappen „viele Chancen für John und mich. Dann kommt eine längere Durststrecke in den Bergen und dann noch mal die Etappen 19 und 21“, so Kittel, der wie im Vorjahr zu gerne einen frühen Sieg einfahren möchte. „Falls nicht, dann werde ich aber nicht nervös, denn es kommen ja noch weitere Chancen.“
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