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26.01.2014 | (rsn) - Der letzte Tag der 16. Tour Down Under gehört einem Mann: André Greipel (Lotto-Belisol). Bereits zum dritten Mal in Folge und vierten Mal insgesamt setzte sich der 31-Jährige im Massensprint der Schlussetappe von Adelaide durch und feierte so seinen zweiten Tageserfolg bei der diesjährigen Auflage der ersten WorldTour-Rundfahrt.
Greipel gewann nach 95 Kilometern auf dem knapp fünf Kilometer langen Innenstadt-Rundkurs vor dem Omega-Pharma-Quick-Step-Duo Mark Renshaw und Andrew Fenn.
„Ich bin wirklich glücklich, die Tour Down Under erneut mit einem Tagessieg abschließen zu können“, freute sich der Deutsche Meister. „Der neue Kurs hier in Adelaide ist sehr schnell, aber wir haben genug Erfahrung im Team, um uns dem anzupassen.“
Weniger gut gelang das Marcel Kittel (Giant-Shimano), der es wie bereits zwei Tage zuvo, beim ersten Massensprint der Rundfahrt in Victor Harbor, nicht im ersten Feld auf die Zielgerade schaffte und mit 27 Sekunden Rückstand nur auf Rang 76 kam.
Den Gesamtsieg sicherte sich der Australische Meister Simon Gerrans (Orica-GreenEdge). Der 33-Jährige, der die Rundfahrt in seinem Heimatland bereits 2006 und 2012 gewonnen hatte, behauptete am Schlusstag seinen Vorsprung von einer Sekunde gegenüber seinem Landsmann Cadel Evans (BMC). Dritter blieb Diego Ulissi (Lampre-Merida / + 0:05) aus Italien vor den Australiern Nummer drei und vier, Richie Porte (Sky / + 0:10) und Nathan Haas (Garmin-Sharp / + 0:27). Als bester Deutscher schloss Simon Geschke (Giant-Shimano) die Tour Down Under mit exakt drei Minuten Rückstand auf Rang 24 ab.
„Ich habe meinen dritten Sieg bei der Tour Down Under dank eines hervorragenden Teams geholt“, sagte Gerrans. „Ein australisches Team gewinnt am Australia Day in Australien bei einem WorldTour-Event - brauche ich mehr zu sagen?“
Am australischen Nationalfeiertag hatten neben Gerrans auch zwei andere „Aussies“ allen Grund zur Freude. Denn neben dem Landesmeister, der auch die Punktewertung für sich entschied, gewann Greipels Teamkollege Adam Hansen punktgleich vor dem Franzosen Axel Domont (Ag2r) die Bergwertung, Jack Haig (UniSA-Australia) sicherte sich die Nachwuchswertung. Außerdem ging die Teamwertung an Orica-GreenEdge.
Auch auf der Schlussetappe blieb es im Kampf um den Gesamtsieg ununterbrochen spannend. Evans hätte lediglich an einem Zwischensprint einen zweiten Platz erzielen müssen, um durch die Zeitbonifikationen an Gerrans vorbeizurutschen. „Es war ein sehr nervöser Tag“, sagte der deshalb. „Mehrere Fahrer hätten noch gewinnen können, und wir haben einfach versucht, immer an der Spitze zu bleiben und uns aus allem herauszuhalten. Ich bin sehr froh, dass ich unversehrt geblieben bin.“
Dass Evans und Ulissi aber gar keine Chance auf Bonussekunden hatten, dafür sorgten zunächst Will Clarke (Drapac), Maxim Belkov (Katusha) und Angelo Tulik (Europcar) - sowie nach einem Sturz von Tulik Julien Berard (Ag2r) - die jeweils die dreiköpfige Spitzengruppe bildeten, die zwar immer in Reichweite blieb, aber erst nach allen Zwischensprints in Runde 15 von 18 eingeholt wurden.
Im Finale startete Greipel seinen Sprint nach erneut perfekter Vorarbeit seines roten Sprintzuges, der schon jetzt an den legendären Saeco-Zug von Mario Cipollini erinnert, vom Hinterrad seines Anfahrers Jürgen Roelandts vergleichsweise spät: erst als Fenn und Renshaw bereits aus seinem Windschatten ausgeschert waren, um zum Überholen anzusetzen.
Doch als der Deutsche seinerseits den Turbo zündete, hatten sowohl der Brite als auch der Australier keine Chance mehr, und so siegte Greipel bereits zum 16. Mal am Ende einer Etappe der Tour Down Under souverän.
„Hut ab vor meinen Teamkollegen. Die sind unglaublich schnell angefahren, so dass ich bis zum allerletzten Moment warten konnte“, sagte der Rekordhalter über das Hochgeschwindigkeitsfinale. „Ich hatte heute schnelle Beine und habe Vertrauen in meine Form. Heute war es schwer, das Feld beisammen zu halten, aber das ganze Team wusste genau, was zu tun ist und exakt an welcher Stelle wir mit dem Leadout beginnen würden.“
Zwar führte 1,5 Kilometer vor dem Ziel noch die Omega-Armada das Peloton an, doch exakt an der 1.000-Meter-Marke stürmte Marcel Sieberg an die Spitze und zog den Lotto-Zug nach vorne. Anschließend war keine andere Farbe mehr an der Spitze zu sehen - lediglich auf dem Zielstrich das Weiße Trikot mit dem schwarz-rot-goldenen Bruststreifen.
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