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22.07.2011 | (rsn) – Thomas Voeckler (Europcar) hat auf der Königsetappe der Tour de France die Marke von 2004 eingestellt. Damals trug der Franzose zehn Tage lang das Gelbe Trikot, bevor er es an Lance Armstrong abgeben musste. Am Donnerstag behauptete er am Galibier um 15 Sekunden die Gesamtführung der 98. Frankreich-Rundfahrt vor dem Tagessieger, Andy Schleck (Leopard-Trek), und wird damit auch die letzte der drei Alpenetappen im Maillot Jaune in Angriff nehmen. Das begehrteste Trikot des Radsports trägt Voeckler seit der 9. Etappe, als er Zweiter hinter dem Spanier Samuel Sanchez (Euskaltel) wurde.
Auf der gestrigen 18. Etappe fehlte allerdings nicht viel, und der völlig entrkräftet ins Ziel rollende Voeckler wäre Gelb los gewesen. „Ich war heute am Limit, habe auf den letzten Metern keine Luft mehr gekriegt“, erklärte der kleine Elsässer, der vor allem von der Tempoarbeit des Australiers Cadel Evans (BMC) profitierte. Der Vierte des Gesamtklassements reduzierte auf den letzten Kilometern der Schlusssteigung im Alleingang Andy Schlecks Vorsprung noch um mehr als zwei Minuten - Voeckler und die anderen Konkurrenten im Schlepptau.
„Mein Ziel war nicht, an Andy Schleck sondern an der Verfolgergruppe dranzubleiben“, schilderte der 32-Jährige seine Taktik. Nur dann, wenn keiner der anderen Favoriten Verantwortung übernahm, schickte Voeckler seinen Teamkollegen Pierre Rolland nach vorn - um das Rennen zu kontrollieren, nicht, um Zeit auf den jüngeren der Schleck-Brüder gutzumachen. Voecklers Pokerspiel war erfolgreich, auch wenn er und Rolland auf den letzten Metern noch einige Zeit verloren. „Pierre Rolland hat heute wieder super geholfen“, lobte der Europcar-Kapitän seinen Landsmann. Allerdings schien Voeckler einige Male auch mit Rolland zu schimpfen, weshalb auch immer.
Am Ende ging jedoch alles gut und Voeckler verteidigte als Tagesfünfter zum neunten Mal bei dieser Tour sein Gelbes Trikot. „Wenn Ihr wüsstet, wie ich mich fühle. Meine Beine tun so weh, ich will jetzt nur noch ins Hotel“, gestand er im Ziel. Den Toursieg traut er sich aber auch nach der Leistung am Galibier nicht zu. Voeckler: „Ich habe drei Tage hintereinander mein Trikot verteidigen müssen und jedes Mal Zeit verloren. Ich bin Realist.“
Voecklers Favorit heißt Andy Schleck, der sich ihm im Gesamtklassement bis auf wenige Sekunden genähert hat. „Zuletzt habe ich 2004 gegen Armstrong das Gelbe Trikot verteidigt und er hat es dann in Paris getragen. Heute ist mir das nochmal gegen Andy Schleck gelungen, und ich denke, das Gelbe Trikot wird ihm in Paris gehören“, erklärte er.
Dafür wird Europcar auf den Champs-Elysées möglicherweise mit dem Weißen Trikot entschädigt, denn Rolland ist am Galibier auf Rang zwei der Nachwuchswertung geklettert, nur 33 Sekunden hinter dem neuen Führenden, dem Esten Rein Taaramae (Cofidis). Davon will der 25-Jährige jedoch (noch) nichts wissen. „Die Verteidigung des Gelben Trikots hat absolute Priorität“, erklärte der 25-Jährige, der seit dem frühzeitigen Ausstieg von Christophe Kern Voecklers Edelhelfer in den Bergen ist und sich so ganz nebenbei im Gesamtklassement bis auf Rang zwölf vorgearbeitet hat.
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