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04.08.2010 | (rsn) - Koldo Fernández de Larrea ist ein Baske, wie er im Buche steht. Er hat einen baskischen Vornamen, er spricht baskisch, er trägt einen Ohrring und er fährt für das baskische Team Euskaltel-Euskadi. Er ist einer der „Orangen“, einer der Sprinter der Mannschaft, die zum größten Teil aus „Bergziegen“ besteht. Allerdings scheint ihm Spanien zur Zeit mehr zu liegen als das Baskenland.
Seinen letzten Sieg fuhr Fernández vor genau einem Jahr bei der Burgos-Rundfahrt ein. Weder am vergangenen Sonntag in Getxo noch bei einem der anderen baskischen Rennen gelang der Sprung auf die oberste Stufe des Podiums. „Es wird mal wieder Zeit, dass er die Arme heben kann“, bemerkte seine Lebensgefährtin, die ihn heute im Ziel in Medina de Pomar erwartete. „Er ist schon lange ohne Sieg!“
Und tatsächlich, sie und alle, die heute auf den 28jährigen Sprinter gesetzt hatten, sollten Recht behalten. Auf der mit 143 Kilometern relativ kurzen Etappe, die drei Berge der 3. Kategorie aufwies, hatten die Fahrer nach dem Start in Villasana de Mena zunächst zwei Ausreißer gewähren lassen. Die beiden Spanier Mikel Ilundain vom Team Orbea und Manuel Calvente (Andalucía – Cajasur) profitierten vom Umstand, dass das Feld lieber bummelte und sich unterhielt, als dass es sich ernsthaft an die Verfolgung gemacht hätte.
Und so hatte das Duo beim ersten Zwischensprint in Villasana de Mena einen Vorsprung von zwei Minuten auf Pedro Merino (Footon-Servetto) und Luis Más (Burgos Monumental) und gar acht Minuten auf das Feld. Der erste Berg nach 40 Kilometern war jedoch zusammen mit der zunehmenden Hitze zuviel für den jungen Orbea-Fahrer. Er musste Calvente ziehen lassen. Das Feld war nun endlich aufgewacht und machte sich daran, die vier Ausreißer einzuholen.
Kurz vor Villarcayo, einem Städtchen 30 Kilometer vor dem Ziel, als die beiden letzten Fahrer, Ilundain und Calvente eingeholt waren, begannen erneut Angriffe. Eine Gruppe von 15 Fahrern konnte sich vom Feld absetzen. Unter ihnen befand sich der Spanische Meister José Iván Gutiérrez (Caisse d'Epargne), der kurz danach erneut angriff. Aufgrund seiner exzellenten Zeitfahrqualitäten stellte er zehn Kilometer vor dem Ziel eine echte Gefahr für die Sprintermannschaften dar.
Euskaltel arbeitete hart und stellte ihn und die übrigen Ausreißer zwei Kilometer vor Etappenende. Danach ließ die baskische Mannschaft nichts mehr anbrennen. Sie bildeten einen Zug, und Koldo Fernández de Larrea positionierte sich so geschickt, dass er am Ende über den Belgier Nikolas Maes vom Team Quick Step und den Franzosen Romain Feillu (Vacansoleil) triumphieren konnte. Wie der Baskee auf dem Podium erklärte, hatte er jedoch noch eine andere „Motivation“: „Mein Vater ist im Krankenhaus, ich möchte ihm den Sieg widmen, ich hoffe, dass er bald wieder gesund wird.“
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