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18.07.2010 | (rsn) – Nach vier Leidenstagen bei der Tour de France hat Grischa Niermann kurz vor dem Beginn des Col de Pailheres seine Beine wiedergefunden. „Seit ich am vergangenen Dienstag krank geworden war, waren Sie verschwunden. Jeder Tritt war schmerzhaft und ich fühlte mich ziemlich kraftlos“, schrieb der Rabobank-Profi am Abend in seinem Tour-Tagebuch.
Niermann verrichtete auf der ersten der vier Pyrenäenetappen wie geplant seine Arbeit für die beiden Kapitäne Denis Mentschow und Robert Gesink. „Als ich dann 6 Kilometer vor der Bergwertung auf dem Pailheres die Segel streichen musste, bin ich im Armstrong-Grupetto relativ ruhig ins Ziel auf dem Plateau de Bonascre gefahren“, so der Hannoveraner weiter.
Dabei deutete am Mittwoch noch einiges darauf hin, dass Niermann schon die Segel streichen müsste. Nach einer Nacht mit Erbrechen und Durchfall hatte sich der 34-Jährige durch die 11. Etappe gequält. „Meine Teamkollegen haben mich den ganzen Tag mit Wasser und Cola versorgt und das Weiße Trikot (Gesink, d. Red.) persönlich hat seinen Edelhelfer den Berg hoch geschoben“, so Niermann nach der Etappe.
Die Magenprobleme waren nach einem Tag überwunden, aber mit den Folgen hatten Niermanns Beine noch einige Tage zu kämpfen. „Meine Muskeln schreien mir den ganzen Tag ins Ohr 'hör einfach auf zu treten', und wenn ich 500 Meter Vollgas fahre, dann habe ich Laktat bis in die Haarspitzen“, schrieb er etwa nach der Mende-Etappe.
Rechtzeitig vor den Pyrenäen meldeten sich Niermanns Beine am Sonntag aber wieder zurück - sehr zur Freude des Routiniers. „Heute im Verlauf der Etappe, da ging es plötzlich wieder. Ich erwarte ja gar nicht, dass ich am Berg mit den Besten mithalten kann. Noch dabei zu sein und meine Arbeit verrichten, wenn 40 Mann übrig sind, das reicht mir fürs erste schon“, so Niermann erleichtert.
Nicht nur für den Deutschen lief die Etappe zur Zufriedenheit – auch seine beiden Kapitäne zeigten starke Leistungen. Mentschow festigte mit seinem zweiten Etappenrang seinen vierten Gesamtplatz, Gesink zog im Gesamtklassement am US-Amerikaner Levi Leipheimer (RadioShack) vorbei und ist neuer Sechster der Gesamtwertung. Da ist Niermann auf Position 45 übrigens zweitbester deutscher Fahrer.
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