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Alessandro Petacchi (LPR-Brakes) schlägt im Duell der Supersprinter Mark Cavendish (Columbia-Highroad).
Foto: ROTH
11.05.2009 | (rsn) – Im Duell Erfahrung gegen Jugend steht es nach der 2. Etappe des Giro d’Italia 1:0. Auf der langen Zielgeraden in Triest überraschte der 35 Jahre alte Italiener Alessandro Petacchi (LPR-Brakes) seinen fast 12 Jahre jüngeren britischen Widersacher Mark Cavendish (Columbia-Highroad) mit einem fulminanten Antritt rund 300 Meter vor dem Ziel.
Während Cavendish in einer vergleichbaren Situation beim Frühjahrsklassiker Mailand-San Remo Heinrich Haussler (Cervélo TestTeam) noch abfangen konnte, war er am Sonntag gegen Petacchi chancenlos. Der erfahrene LPR-Kapitän ließ sich seinen 20. Giro-Etappenerfolg nicht mehr nehmen. Fünf Siege aus dem Jahr 2007 wurden ihm aberkannt, nachdem er auf der 11. Etappe positiv auf Salbutamol getestet und von seinem damaligen Milram-Team aus dem Rennen genommen worden war.
„Das war heute mein erster richtiger Sieg des Jahres“, so Petacchi nach dem Rennen. „Sprints beim Giro, der Tour und der Vuelta sind total verschieden von denen in anderen Rennen“, erklärte der beste italienische Sprinter der vergangenen Jahre. „Ich wusste nicht viel über Cavendish. Ich habe ihn in Katar gesehen und bei seinem San-Remo-Sieg – aber das kann man nicht mit einem Etappenrennen vergleichen. Ich wollte sehen, ob er wirklich so schnell ist.“
Cavendish war zumindest an diesem Tag nicht schnell genug, um Petacchi zu schlagen. Das Überraschendste in diesem Finale war weniger Petacchis frühe Attacke, sondern dass es Cavendish nicht schaffte, den Abstand zu verkürzen. „So früh anzugreifen, war ein Risiko“ so Petacchi, “aber ich wusste, dass ihm lange Sprints nicht so liegen. Natürlich habe ich leicht gewonnen, aber das heißt nicht, dass es morgen oder beim nächsten Mal genauso sein wird.“
Dabei müssen Petacchi und LPR mit einem großen Handicap in diesen Giro fertigwerden, denn mit den beiden Italienern Alberto Ongarato und Lorenzo Bernucci fehlen verletzungsbedingt die beiden wichtigsten Anfahrer. Jetzt müssen andere die Arbeit der Sprinter verrichten. Petacchi: "Und wenn Bergfahrer die Sprints anziehen müssen, dann ist das doppelt viel wert."
Der 160. Sieg seiner Karriere hatte für den ehemaligen Milram-Star aber nicht nur deshalb eine ganz spezielle Bedeutung. Wegen seiner Dopingsperre war Petacchi gezwungen, die letztjährige Italien-Rundfahrt vor dem Fernsehapparat zu verfolgen. „Die erste Giro-Etappe nach meiner Sperre zu gewinnen, war sehr wichtig für mich. Ich bin sehr froh, wieder zurück zu sein“, sagte der Ligurer.
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