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04.06.2007 | (Ra) - Ohne Saisonsieg, dafür aber mit jeder Menge Sorgen, trat Erik Zabel vergangenen Mittwoch zur Bayern-Rundfahrt an. Die Ungewissheit, wie Fahrer und Zuschauer auf sein Doping-Geständnis reagieren würden, war groß.
Nach fünf Tagen dürfte sich die Stimmung von Zabel gebessert haben. Die Zuschauer haben dem Milram-Profi bereits verziehen und auch sportlich lief es für Zabel mit zwei Etappensiegen wieder rund.
Nachdem sich der 36-jährige Sprinter zum Auftakt noch dem Überraschungssieger André Schulze vom Team Wiesenhof-Felt geschlagen geben musste, feiert Zabel einen Tag später den Sieg - der für ihn jedoch viel mehr als nur ein erster Saisonerfolg war. „Nach vergangenem Donnerstag war zunächst mal eine große Leere da. Jetzt kommt so nach und nach die Erleichterung. Aber die Gefühle kann ich noch nicht einordnen. Auch diesen Erfolg kann ich nur ganz schwer einordnen. In den letzten Wochen habe ich so viel erlebt, dass Siege und Niederlagen für mich momentan zweitrangig sind. Am Donnerstag habe ich mir nicht vorstellen können, dass für mich noch einmal die Nationalhymne gespielt wird", wollte beim Triumphator aber noch keine rechte Freude aufkommen.
Mit neuen Selbstvertrauen ausgestattet konnte Zabel am nächsten Tag, im Trikot des Gesamtführenden, noch einen draufsetzen und in Kitzingen seinen nächsten Sieg ersprinten. "Sportliche Erfolge oder Niederlagen haben in den vergangenen Tagen und Jahren sicherlich an Bedeutung verloren und durch die letzte Woche natürlich nochmals ganz enorm. Auf dem Fahrrad ist es sicherlich im Moment am einfachsten, aber das macht die geschehenen Dinge natürlich nicht vergessen. Auf dem Fahrrad bekommt man mal den Kopf frei. Und sicherlich bedeutet der Sieg eine ganze Menge für mich", äußerte sich Zabel noch immer zurückhaltend.
Seinen dritten Erfolg verpasste Zabel auf der Schlussetappe nur denkbar knapp. Die Niederlage dürfte Zabel angesichts der Tatsache, dass ihn sein Teamkollege Sebastian Siedler auf Rang zwei verdrängte, zu verschmerzen gewesen sein. "Das wird nicht sein letzter Etappensieg in diesem Jahr sein. Davon bin ich überzeugt. Er ist so stark und so explosiv, dass da der ein oder andere ganz große Name wohl Schwierigkeiten hätte", lobte Zabel seinen Teamkollegen.
Das Fazit dieser ungewissen Woche fiel für Zabel durchweg positiv aus: "Das war nach der turbulenten Zeit jetzt der Sprung ins kalte Wasser hier bei der Bayern-Rundfahrt, aber das war wahrscheinlich das beste, was mir passieren konnte. Ich mag dieses Rennen sehr, hier ist eine tolle Atmosphäre und das Publikum hat mir sicherlich auch ein bisschen geholfen."
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