Vorschau auf die UAE Tour 2026

Setzt Evenepoel seine frühe Erfolgsserie fort?

Von Kevin Kempf

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Remco Evenepoel (Red Bull - Bora - hansgrohe) peilt bei der UAE Tour seinen zweiten Gesamtsieg nach 2023 an. | Foto: Cor Vos

15.02.2026  |  (rsn) – Dass Remco Evenepoel ausgezeichnet in sein erstes Jahr bei Red Bull – Bora – hansgrohe gestartet ist, ist augenscheinlich. Nach zwei Einzel- sowie dem Teamsieg auf Mallorca und zwei Etappenerfolgen plus Gesamtsieg bei der Valencia-Rundfahrt (2.Pro) stellt sich nun die Frage, ob es ab Montag bei der 8. UAE Tour (16. - 22. Februar) und damit auf WorldTour-Niveau so weitergehen wird. 

Das Zeitfahren der 2. Etappe etwa spricht für den Doppel-Olympiasieger, die Bergankunft am Jebel Mobrah einen Tag danach hätte für Evenepoel vermutlich auch etwas leichter ausfallen dürfen. Dennoch hat der 26-Jährige gute Chancen auf seinen zweiten Gesamtsieg nach 2023.

“Eines meiner Ziele dieses Jahr ist es, mehr einwöchige WorldTour-Rennen zu gewinnen und die UAE Tour ist eine Gelegenheit, das zu tun. Meistens gewinnt hier der Stärkste und deswegen sind wir hier. Für mich ist es etwas Besonderes, wieder hier zu sein, denn meine zweite Familie ist arabisch“, sagte der Lebensgefährte von Oumaïma Rayane in einer Pressemitteilung des Veranstalters. 

Vingegaard muss kurzfristig passen

In Abwesenheit von Tadej Pogacar (UAE – Emirates – XRG) und dem kurzfristig ausgefallenen Jonas Vingegaard (Visma – Lease a Bike) ist mit Evenepoel der erfolgreichste Rundfahrer der letzten Jahre am Start, doch UAE - Emirates - XRG fährt bei der Heimrundfahrt auch ohne den Weltranglistenersten eine ganz starke Truppe auf.

Mit der teaminternen 1 auf dem Rücken startet Isaac Del Toro in die Saison. “Weil es mein erstes Rennen des Jahres ist, spüre auch etwas Druck. Hinzu kommt, dass dies unser Heimrennen ist. In Mexiko habe ich ein paar Tests gemacht und die waren ganz okay. Remco ist der Favorit, wegen der Erfolge, die er schon hat“, meinte der Mexikanische Meister, der unter anderem auf den starken Briten Adam Yates bauen kann.

Antonio Tiberi und Afonso Eulalio (beide Bahrain Victorious) sowie Ben O’Connor und Luke Plapp (beide Jayco – AlUla) haben in den letzten vier Wochen ebenfalls  schon Formnachweise geliefert. Wie Del Toro starten auch der Tour-Fünfte Felix Gall (Decathlon – CMA – CMG), der Tour-Sechste Tobias Johannessen (Uno-X Mobility), der Giro-Vierte Derek Gee-West (Lidl – Trek) und der Giro-Zehnte Michael Storer (Tudor) sowie David Gaudu (Groupama – FDJ United) ins Jahr. Bei ihnen allen bleibt abzuwarten, wie die Beine sind.

Der Saisoneinstand von Lennert Van Eetvelt (Lotto - Intermarché) ging in Australien komplett in die Hose. Der UAE-Sieger von 2024 musste die Tour Down Under (2.UWT) nach einem Sturz auf der 2. Etappe vorzeitig aufgeben. In den Vereinigten Arabischen Emiraten will er das vergessen machen. "An den Sieg hier habe ich toller Erinnerungen und es ist schön, wieder da zu sein. Die Veranstalter machen den Kurs jedes Jahr schwerer. Es könnte auch Windetappen geben. Es wird hart, aber ich freue mich drauf“, so der Belgier.

Auch Tarling und Milan wollen glänzen

Im Zeitfahren wird Evenepoel sich vor allem mit einem Mann messen müssen: Joshua Tarling (Ineos Grenadiers). “Es sieht so aus, als würde es wie letztes Jahr auf der 2. Etappe windig werden“, blickte der 22-Jährige voraus. Tarling war vor zwölf Monaten auf identischer Strecke 13 Sekunden schneller als Stefan Bissegger (Decathlon – CMA – CMG), der ebenfalls dabei ist, und deren 18 als der spätere Gesamtsieger Pogacar. Der Waliser freut sich auf ein Wiedersehen mit dem Kurs – und der Hitze. “Ich hatte einen kalten Winter mit Regen im Vereinigten Königreich und Schnee in Andorra. Mit der Sonne und der Hitze umzugehen, sollte schön werden.“

Bei den Sprints werden alle Augen auf Jonathan Milan (Lidl – Trek) gerichtet sein. Bei der AlUla Tour (2.Pro) war der Italiener bereits zweimal erfolgreich. Doch Matteo Malucelli (XDS – Astana), Erlend Blikra (Uno-X Mobility), Juan Sebastian Molano (UAE – Emirates – XRG), Sam Welsford (Ineos Grenadiers) und Ethan Vernon (NSN) haben 2026 ebenfalls schon mindestens einmal Siegerblumen bekommen. 

Auch wenn es nicht die ganz großen Namen sind, die Milan herausfordern, dass die Form stimmt, haben viele von ihnen bereits gezeigt. Der Lidl-Trek-Star selbst träumt aber nicht nur vom Sprint Royal: "Hoffentlich gibt es Seitenwind, so dass wir etwas Spaß auf dem Rad haben können!“

Die deutschsprachigen Fahrer

Als Ausreißer wurde Emil Herzog (Red Bull – Bora – hansgrohe) in Valencia Zweiter der Schlussetappe, Georg Steinhauser (EF Education – EasyPost) überzeugte auf Mallorca nach einer langen Flucht als Fünfter der Trofeo Calvia und mit drei weiteren Top-Ten Resultaten. Auch Nils Politt (UAE – Emirates) zeigte sich auf Mallorca bereits. Während die beiden Erstgenannten auf den mittelschweren und schweren Etappen als Ausreißer etwas versuchen könnten, wird der Roubaix-Zweite von 2019 wie Maximilian Walscheid (Lidl – Trek) vor allem im Wind zu beachten sein.

Mit Hannes Wilksch (Tudor), Niklas Märkl (Picnic – PostNL) und Nikias Arndt (Bahrain Victorious) werden drei weitere Deutsche vor allem als Helfer im Einsatz sein. Diese Rolle wird auch Patrick Gamper zuteil. Der Tiroler ist neben Gall und dessen Teamkollegen Gregor Mühlberger sowie Rainer Kepplinger (Bahrain Victorious) einer von vier Österreichern.

Die Schweiz wird von Silvan Dillier (Alpecin – Premier Tech), Bisseger, Johan Jacobs (Groupama – FDJ United) und Robin Froidevaix (Tudor) vertreten. Der einzige Luxemburger im Peloton wird Arthur Kluckers (Tudor) sein.

Die UAE Tour wird täglich live im Live-Stream auf HBO max und Discovery+ zu sehen sein. RSN tickert jeweils die letzten beiden Stunden der insgesamt sieben Etappen.

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