Hansen: “Brauchen Gelbe Karten für Veranstalter“

Sprint-Crash in Marseille: Kontakt mit Offiziellem auf Zielgerade

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Sprint-Crash in Marseille: Kontakt mit Offiziellem auf Zielgerade"
Der Moment, als ein Fahrer des Elite Fondations-Teams mit einer akkreditierten Person auf der Zielgeraden kollidiert. | Foto: Screenshot

02.02.2026  |  (rsn) – Der Sturz im Sprintfinale des Grand Prix Cycliste la Marseillaise (1.1) am Sonntag war kein normaler Rennunfall. Das wird beim näheren Betrachten der TV-Bilder aus Marseille deutlich. Guillaume Bagou und Victor Jean, zwei Franzosen vom Schweizer Team Elite Fondations, kamen innerhalb der letzten 100 Meter zu Fall, nachdem einer von ihnen am linken Straßenrand eine Person berührt hatte, die eine Akkreditierung um den Hals trug und innerhalb der Absperrgitter stand.

Nach dem Rennen wurden die Fahrer Lukas Kubis (Unibet – Rose Rockets) und Gerben Thijssen (Alpecin – Premier Tech) relegiert, weil sie sich auf der linken Straßenseite beim Eröffnen des Sprints mit den Schultern duelliert hatten. Sie zogen anschließend in Richtung Straßenmitte und lösten so auch die Welle aus, die zum Ursprung für den Sturz wurde. Denn am Hinterrad von Kubis hängte sich ein Kern-Pharma-Profi auf, rutschte aus dem Pedal und bog dann scharf nach links ab. Das sorgte für eine Welle im Feld, durch die auch Bagou und Jean an den linken Straßenrand in Richtung Gitter ausweichen mussten.

Dass sie dort tatsächlich eingeschlagen und gestürzt wären, scheint wahrscheinlich, bleibt aber Spekulation. Denn genau an der Stelle, wo das möglicherweise passiert wäre, stand ein Mann in schwarzer Jacke und mit Akkreditierung um den Hals auf der Innenseite der Gitter. Er presste sich zwar an die Absperrung und versuchte, sich dünn zu machen. Trotzdem aber kam es zur Berührung, infolge der der erste Elite-Fondations-Fahrer in die Bandengitter krachte und der zweite schließlich über ihn stürzte. Beide Fahrer kamen wohl glimpflich davon - von einer schwereren Verletzung jedenfalls berichtete ihr Team nicht.

radsport-news.com hat nach der Analyse der TV-Bilder Kontakt mit dem Team und auch den Rennveranstaltern aufgenommen, zunächst aber keine Reaktion bekommen. (Update: Reaktion der Veranstalter hier!) Adam Hansen machte in seiner Rolle als Vorsitzender der Fahrergewerkschaft CPA auf Nachfrage von RSN dagegen seinem Unmut Luft:

CPA-Präsident Hansen: "Dafür muss es eine Strafe geben"

"Es ist einfach unglaublich, dass jemand mit Akkreditierung weniger als 300 Meter vor dem Ziel innerhalb der Absperrgitter stand. Dafür muss es eine Strafe an die Organisatoren oder den SafeR-Manager geben – wer auch immer dieser Person erlaubt hat, da zu stehen", sagte Hansen. SafeR ist eine relativ neue Institution im Radsport, die sich um Sicherheitsangelegenheiten bei Profiradrennen kümmert. Sie setzt sich aus Vertretern von Rennveranstaltern, Teams, Fahrern und auch der UCI zusammen. Hansen selbst ist ebenfalls Teil der SafeR-Kommission.

"Wir brauchen so etwas wie das Gelbe-Karten-System für Organisatoren, um sicherzustellen, dass so etwas nicht noch mal passiert. Wenn ein Fahrer im Finale gegen die Regeln verstößt, ist er auf halbem Weg zu einer Sperre. Wenn ein Organisator etwas macht, gibt es einen Klaps auf die Finger", so der australische Ex-Profi.

Sprint crash at GP La Marseillaise - what is the job of that person inside the barriers with less than 200m to go at a bunchsprint finish? #GPLM

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— felixmattis.bsky.social (@felixmattis.bsky.social) 2. Februar 2026 um 12:59

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