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04.01.2026 | (rsn) – Am Ende eines wahren Cross-Spektakels mit vielen Positionswechseln und Stürzen konnte Ceylin del Carmen Alvarado (Fenix - Premier Tech) beim Weltcup in Zonhoven die Arme jubelnd gen Himmel strecken. In der Schlussrunde hatte die Niederländerin von einem erneuten Fehler von Lucinda Brand (Baloise – Het Poetsbureau Lions) profitiert und sich entscheidend absetzen können. Brand kassierte bei winterlichen Bedingungen mit Schnee und Kälte zwar ihre dritte Niederlage bei 20 Saisoneinsätzen, baute als Zweite aber ihre Podiumsserie auf derer 61 und außerdem die Weltcup-Gesamtführung aus.
Puck Pieterse (Fenix – Premier Tech) hatte einige Zeit allein an der Spitze gelegen und anschließend gleichauf mit Alvarado und Brand ihre Runden gedreht. Letztendlich musste die Niederländische Meisterin aber ihre Landsfrauen fahren lassen und mit dem dritten Platz zufrieden sein. Die Französische Meisterin Amandine Fouquenet (Pauwels Sauzen – Altez) wurde Vierte vor Shirin van Anrooij (Baloise – Het Poetsbureau Lions) und Aniek van Alphen (Seven), zwei weiteren Niederländerinnen.
Nachdem sie im gesamten Kalenderjahr 2025 sieglos geblieben ist, feierte Alvarado im neuen Jahr bei ihren beiden Einsätzen binnen vier Tagen jeweils den Sieg. Das führte im Zielraum zu Tränen der Freude. “Ich habe so viele Fehler gemacht und bin zu lange auf den falschen Reifen geblieben. Ich habe aber nie aufgegeben. Letztendlich waren die Fehler entscheidend“, urteilte die 27-Jährige nach ihrer Titelverteidigung im Ziel-Interview.
Von denen hatte sich Brand im Wettkampf zu viele erlaubt. Als sie in der Schlussrunde in der Absperrung hängen blieb, löste sich die Hoffnung auf ihren ersten Triumph in Zonhoven endgültig in Luft auf. “Ich habe mich sehr stark gefühlt, auch nach dem schweren Sturz“, kommentierte sie ihren ersten Abgang in der Auftaktrunde und fügte enttäuscht an: “Aber…zu viele Fehler. Ich bin jedes Mal wieder rangekommen. Aber wenn man Fehler macht und jemand anders macht sie nicht. Ja…“, schloss sie das Interview vielsagend ab.
Die einzige Deutsche in Zonhoven war Kaija Budde (Pure Energy - Haro Bike). Die 19-Jährige wurde am Ende des vierten Umlaufs aus dem Rennen genommen und als 54. von 64 Teilnehmerinnen gewertet. Die Luxemburgerin Marie Schreiber (SD Worx – Protime) beendete das Rennen auf dem 21. Platz, die Schweizerin Rebekka Estermann belegte direkt hinter der in deutschen Diensten fahrenden Niederländerin Mae Cabaca (Heizomat – Cube) Rang 26. Auf Position 57 taucht die Österreicherin Rosalie Denk im Ergebnis auf.
Brand liegt im Weltcup-Klassement jetzt 82 Punkte vor van Alphen, auf Rang drei folgt Fouquenet. Der zehnte von zwölf Weltcups findet am 18. Januar in Benidorm statt.
Nach zuletzt vielen mäßigen Starts kam Pieterse diesmal am besten aus den Blöcken. Sie riss schon auf den ersten Metern eine kleine Lücke und jagte als Erste die Kuil hinab. Während Zoe Bäckstedt (Canyon – SRAM – zondacrypto) und Kristyna Zemanova (Brilon) sich ineinander verhakten, schlossen Brand und Alvarado zu Pieterse auf, die bei der zweiten Passage der Kuil über den Lenker flog und im Sand landete. Brand überholt ihre Landsfrau und stürzte weiter unten ebenfalls. Alvarado konnte Brand nicht ausweichen und ging ebenfalls zu Boden.
Pieterse war schnell wieder auf dem Rad und behielt so die Führung. Brand, Alvarado, Leonie Bentveld (Pauwels Sauzen – Altez) und van Alphen versammelten sich dahinter. Bei der nächsten schweren Sand-Durchfahrt schloss Brand zu Pieterse auf. Kurz darauf hatte sie aber Kettenprobleme und fiel dadurch auf Position fünf zurück. Sie wechselte wie Alvarado das Rad und ordnete sich hinter van Anrooij als Sechste ein. Pieterse kam neun Sekunden vor Bentveld zur ersten Zielpassage, dahinter waren die Abstände gering, van Anrooij folgte als Sechste 21 Sekunden hinter der Spitzenreiterin.
Platz zwei bis fünf kamen anschließend zusammen, aber Pieterse hatte ihren Vorsprung weiter ausgebaut. Die nächsten beiden Passagen durch die Kuil verliefen diesmal problemlos. Brand hatte sich an die zweite Position gesetzt, während ihre Teamkollegin aus der Gruppe ein Quintett machte. Die Weltranglistenerste macht Druck, verkleinerte den Rückstand und schüttelte bis auf Alvarado alle Konkurrentinnen ab. Dieses Duo lag eingangs der dritten von sechs Runden elf Sekunden zurück.
Mit einer guten ersten Passage in der Kuil halbierte Brand ihren Rückstand, Alvarado musste eine Lücke aufgehen lassen. Die konnte sie bei der zweiten Durchfahrt schließen, da Brand Probleme hatte und mit einem Bein hoch in der Luft unten ankam. Bentveld erwischte es noch schlimmer, sie stieg über den Lenker ab, konnte aber gleich weiterfahren. Im Sandanstieg hatten die drei Besten ihre Schwierigkeiten. Brand kam dadurch an Pieterse heran und auch Alvarado schaffte wenig später den Anschluss. Eingangs einer scharfen Rechtskurve rutschte Pieterse dann weg. Kurz danach verpasste Alvarado die Ausfahrt einer weiteren Rechtskurve. Sie blieb auf dem Rad, doch Brand war plötzlich allein vorn.
Die Rennhälfte erreichte sie drei Sekunden vor Alvarado und sechs Sekunden vor deren Teamkollegin. Auf Platz vier hatte sich van Alphen vorgearbeitet, sie lag aber bereits 45 Sekunden zurück. Auch Pieterse handelte sich nun Rückstand ein und schied aus dem Kampf um den Sieg aus. Alvarado dagegen leistete Brand weiter Widerstand. Ihren Rückstand konnte sie auf fünf Sekunden verringern, doch dann musste sie Brand nach einer weiteren Kuil-Abfahrt ziehen lassen. Nach ihrem schlechten Start kam Fouquenet immer besser ins Rollen, die Französische Meisterin überholt nun van Alphen.
Auf die Vorschlussrunde ging Brand zehn Sekunden vor Alvarado und derer 22 vor Pieterse. Nur die Reaktion der Zuschauer verriet dann, dann Brand ausgangs der ersten Kuil-Passage gestürzt war. Ihr Vorsprung hatte sich halbiert und wenig später hatte Alvarado auch die letzten fünf Sekunden zugefahren. Als Brand das Rad wechselte, setzte ihre Kontrahentin auf der ansteigenden Gerade voll an. Das sorgte für zehn Sekunden Unterschied. Die behauptete die Spitzenreiterin lange, erst kurz vor der letzten Zielpassage holte Brand einige Meter auf, während Pieterse ein weiteres Mal am Boden lag.
Als die Glocke läutete, lag Brand noch sieben Sekunden den hinten. Die hatte sie im folgenden leicht ansteigenden Stück beinahe wettgemacht. Ausgangs der ersten Passage durch die Kuil gab es dann erneut ein Spitzenduo. Brand nahm sofort das Heft des Handelns in die Hand und setzte ihre Gegnerin unter Druck. Doch als sie einige Radlängen zwischen sich und Alvarado bringen konnte, schoss sie aus der Spur und verhedderte sie sich kurz vor der zweiten Kuil-Durchfahrt in der Absperrung. Alvarado zog erneut vorbei und setzte sich ab. Brands Widerstand war nun gebrochen, so dass Alvarado ein packendes Rennen für sich entscheiden konnte.
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