20-jährige Bunel erst 600 Meter vor Schluss abgehängt

Vollering klettert im Wind der Pyrenäen zur Katalonien-Führung

Von Felix Mattis

Foto zu dem Text "Vollering klettert im Wind der Pyrenäen zur Katalonien-Führung"
Demi Vollering (FDJ - Suez) feiert ihren Etappensieg am Coll de Pal. | Foto: Cor Vos

07.06.2025  |  (rsn) – Demi Vollering hat am 2.100 Meter hohen Coll de Pal in den Pyrenäen die 2. Etappe der 2. Volta a Catalunya Femenina (2.1) gewonnen und auch die Gesamtführung bei der Katalonien-Rundfahrt der Frauen übernommen. Die Niederländerin setzte sich auf dem Schlusskilometer des 19 Kilometer langen Schlussanstiegs von ihrer letzten Begleiterin, der Französin Marion Bunel (Visma – Lease a Bike) ab und siegte schließlich mit 31 Sekunden Vorsprung auf die 20-Jährige, die im vergangenen Jahr die Tour de l'Avenir gewonnen hatte.

Dritte wurde mit 2:07 Minuten Rückstand Bunels Teamkollegin und Vollerings Landsfrau Femke De Vries, die sich im Sprintduell um die letzten vier Bonussekunden gegen Auftaktsiegerin Elise Chabbey (FDJ – Suez) durchsetzte. Als Fünfte fuhr die Kolumbianerin Paula Patino (Movistar / + 2:15) über den Zielstrich.

Die Australierin Neve Bradbury (Canyon – SRAM – zondacrypto), die in Katalonien für das Development-Team des Leipziger Rennstalls an den Start geht, wurde 2:27 Minuten hinter Vollering Etappensechste vor Barbara Malcotti (Human Powered Health / + 2:40) und dem zweiten Visma-Nachwuchs-Talent, der 18-jährigen Slowakin Viktoria Chladonova (+ 2:57).

"Es war ein ziemlich harter Tag – viel Kletterei schon am Anfang. Ich hatte eine Teamkollegin in der Spitzengruppe, was gut war. Aber trotzdem sind wir hinten ein hohes Tempo gefahren, um einige Fahrerinnen am Berg sofort abzuhängen", fasste Vollering den Tag im Ziel zusammen.

"Zu einem gewissen Zeitpunkt habe ich dann angegriffen und nur Bunel konnte mir noch folgen, so dass wir zu zweit waren. Der Anstieg war nicht extrem steil und es gab an einigen Stellen starken Gegenwind. Da hat man am Hinterrad natürlich einen großen Vorteil. Aber irgendwann ist sie auch mal nach vorne gefahren und sie war wirklich stark heute – es war schwer, sie abzuhängen, aber ich habe es auf den letzten 600 Metern oder so geschafft."

Vor der Schlussetappe führt Vollering die Rundfahrt mit 2:08 Minuten Vorsprung auf ihre Teamkollegin Chabbey an. Bunel folgt bei 2:29 Minuten auf dem dritten Gesamtrang und die Spanierin Ane Santesteban (Laboral Kutxa – Fundacion Euskadi), die auf der 1. Etappe mit Chabbey und Vollering allen Kontrahentinnen enteilt war, ist mit 3:34 Minuten Rückstand Gesamtvierte. De Vries liegt elf Sekunden hinter Santesteban auf Gesamtrang fünf.

"Das waren jetzt zwei sehr schwere Tage. Morgen wird das Wichtigste sein, das GC zu verteidigen", blickte Vollering auf die Schlussetappe voraus, die weniger bergig wird und in Barcelona endet.

So lief die 2. Etappe der Volta Catalunya Femenina:

Zunächst setzte sich auf der nur 72,9 Kilometer kurzen, aber sehr schweren Bergetappe die Norwegerin Stine Dale (Coop – Repsol) alleine ab und fuhr rund 1:30 Minuten Vorsprung auf das Hauptfeld heraus. Im zweiten der drei Anstiege des Tages, dem Collet de Cal Ros, bildete sich hinter ihr eine von Nina Buijsman (FDJ – Suez) initiierte Verfolgergruppe.

Sie holten Dale in der Abfahrt ein und erreichten zu siebt noch mit 30 Sekunden Vorsprung den 19 Kilometer langen Schlussanstieg zur 2.100 Meter hohen Bergankunft am Coll de Pal, oberhalb des Ski-Orts La Molina.

Das Profil der 2. Etappe der Katalonien-Rundfahrt der Frauen. | Grafik: Veranstalter

12,5 Kilometer vor dem Ziel wurden alle Ausreißerinnen vom Feld gestellt, in dem FDJ das Tempo bestimmte – letztlich sogar mit der Gesamtführenden Chabbey an der Spitze und Vollering an deren Hinterrad. Zwei Kilometer später dann setzte Vollering ihre Attacke. Zunächst zogen Bunel, Bradbury und De Vries noch zu dritt mit, doch nach 500 Metern blieb nur die 20-jährige Französin noch am Hinterrad der Top-Favoritin.

Dahinter wuchs die Verfolgerinnengruppe mit Patino, Chabbey, Chladonova, Malcotti und Tiril Jörgensen (Coop – Repsol) noch auf sieben Frauen an. Der Rückstand zum Spitzen-Duo blieb zunächst relativ klein, doch sieben Kilometer vor Schluss fehlte hinten Einigkeit, die Gruppe hinten wurde noch größer und die Lücke ging bis auf 1:20 Minuten auf. Vorne half Bunel Vollering nur kurz bei der Führungsarbeit.

5,5 Kilometer vor dem Ziel attackierte dann Patino die größer gewordene Verfolgergruppe und nur Chabbey, De Vries, Bradbury und Malcotti konnten noch mithalten. Zu fünft hielten sie den Abstand zu Vollering und Bunel relativ konstant, konnten aber nicht mehr aufholen, und so machten die Niederländerin und die Französin den Sieg vorne unter sich aus.

Dabei legte Vollering auf dem Schlusskilometer nochmal einen Gang zu und setzte sich mit konstant sehr hohem Tempo von vorne von Bunel ab, die knapp 600 Meter vor Schluss nicht mehr folgen konnte und sich mit Platz zwei zufriedengeben musste.

Dahinter setzten sich auf dem Schlusskilometer De Vries und Chabbey von ihren Begleiterinnen ab und duellierten sich mit einem Sprint bis zur Ziellinie um den dritten Etappenrang sowie die damit verbundenen vier Bonussekunden.

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