Gruppe um Hammes auf letzten 25 Metern gestellt

Wiebes revanchiert sich in Burgos mit zweitem Sieg

Von Felix Mattis aus Aranda de Duero

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Lorena Wiebes (SD WOrx) | Foto: Cor Vos

20.05.2023  |  (rsn) - Am Grünen Tisch verlor Lorena Wiebes (SD Worx) am Freitag ihren Etappensieg bei der Vuelta a Burgos Feminas (2.WWT), auf den letzten Metern der 3. Etappe holte sie nun den Tageserfolg zurück. Denn erst wenige Meter vor der Ziellinie stellte die Niederländerin aus dem Feldsprint heraus noch die 30 Kilometer vor dem Ziel ausgerissene Gruppe rund um die Deutsche Kathrin Hammes (EF Education - Tibco - SVB) und sprintete zu ihrem nun zweiten Erfolg bei der Rundfahrt in Spanien.

Zweite wurde an Wiebes' Hinterrad, wie schon auf der ersten Etappe, Elisa Balsamo (Trek - Segafredo). Platz drei ging an die erst 25 Meter vor der Linie überspurtete Spanierin Sheyla Gutierrez (Movistar) vor der Polin Karolina Kumiega (UAE Team ADQ) - beide aus der achtköpfigen Spitzengruppe. Hammes wurde Siebte.

"Als wir auf den letzten Kilometer gekommen sind dachte ich: Okay, das war's, die Etappe geht an die Gruppe. Aber nach der letzten Kurve habe ich wieder angefangen, dran zu glauben", sagte Wiebes im Ziel zu radsport-news.com.

"Wir waren so ziemlich das einzige Team, das nachgeführt hat - aber das war auch keine Überraschung. Deswegen haben wir das Feld ein wenig auf die Windkante gesetzt und sind einfach Vollgas gefahren. Das ganze Team hat einen großartigen Job gemacht und Demi ein unglaublich starkes Leadout gefahren. Dann habe ich meinen Sprint sehr früh eröffnet, aber das musste ich auch, um die Gruppe noch zu holen."

Große Enttäuschung bei Gutierrez

So sehr sich Wiebes und ihre Teamkolleginnen über die erfolgreiche Verfolgungsjagd und den dritten Etappensieg am dritten Tag freuten, so tief enttäuscht war die Drittplatzierte Gutierrez. Die 29-Jährige weinte im Ziel ob des knapp verpassten Triumphs bittere Tränen, bevor sie mit radsport-news.com sprach.

"Wir haben hier jeden Tag mit ganzem Herzen versucht, in die Spitzengruppen zu kommen und von dort aus um einen Etappensieg zu kämpfen, weil uns klar war, dass gegen Wiebes im Sprint keine Chance besteht. Heute wurde es dann wirklich, wirklich knapp", sagte sie. "Ich habe mich vor meinem inneren Auge schon die Arme zum Jubeln heben sehen, aber dann kam Lorena doch noch vorbei. Es war so, so knapp!"

In der Gesamtwertung baute Wiebes ihren Vorsprung durch den zweiten Etappenerfolg auf 14 Sekunden gegenüber Chloe Dygert (Canyon - SRAM) und ihrer Teamkollegin Vollering aus. Letztere ist angesichts der schweren Bergankunft an den Lagunas de Neila auf der Schlussetappe am Sonntag die große Favoritin auf den Gesamtsieg.

Neben der Gesamt- und der Nachwuchswertung führt Wiebes nach drei Etappen auch in der Punktewertung, wo sie die Spitze von Dygert übernommen hat. Das Bergtrikot trägt weiterhin die Italienerin Soraya Paladin vom Leipziger Rennstall Canyon - SRAM und in der Mannschaftswertung hat SD Worx 17 Sekunden Vorsprung auf die deutsche Equipe.

So lief die 3. Etappe der Vuelta a Burgos Feminas:

Die flachste der vier Etappen in Burgos begann ähnlich schnell wie das zweite Teilstück am Vortag - dank Rückenwind auf den ersten Kilometern. Anders als 24 Stunden zuvor, entstanden diesmal aber keine Windstaffeln und das Hauptfeld blieb sehr lange beisammen. Auch wenn immer wieder kleine Gruppen versuchten, sich abzusetzen, kam niemand wirklich weg.

Knapp 40 Kilometer vor Schluss aber löste sich Morgane Coston (Cofidis) und fuhr allein im Gegenwind 25 Sekunden heraus. Einige Kilometer später dann bekam die Französin Begleitung von sieben weiteren Fahrerinnen, darunter Hammes, Gutierrez und Kumiega. Die Gruppe arbeitete zunächst gut zusammen und fuhr mit weiterhin rund einer halben Minute Vorsprung auf die letzten 20 Kilometer ein.

Auf dem Schlusskilometer zögert die Spitzengruppe einen Moment zu lange

Dann ließ das Peloton, erneut in einer Gegenwind-Passage, nochmal etwas lockerer und der Vorsprung wuchs auf 1:15 Minuten an, bis es auf die letzten zehn Kilometer ging. Dann erhöhte SD Worx im Feld das Tempo, doch fünf Kilometer vor Schluss standen noch immer knapp 50 Sekunden auf der Uhr. Ein Ausreißerinnensieg schien immer realistischer zu werden, doch die auf den letzten 300 Metern ansteigende Zielgerade spielte der Spitzengruppe nicht in die Karten.

Den Schlusskilometer erreichten die Ausreißerinnen zwar noch mit 15 Sekunden Vorsprung, doch weil dann kurzzeitig nicht mehr alle mit durch die Führung gehen wollten, schmolz die Lücke weiter und auf der Zielgeraden sah das Feld die Gruppe nach dem letzten Kreisverkehr plötzlich vor sich. An der Spitze eröffnete Kumiega den Sprint und duellierte sich schließlich mit Gutierrez um den vermeintlichen Sieg. Doch von hinten kamen Wiebes und Balsamo mit augenscheinlich beinahe doppelter Geschwindigkeit angeflogen und schossen auf den letzten 25 Metern noch vorbei.

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