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03.02.2023 | (rsn) – Im vergangenen Jahr war die Mixed-Staffel bei der Cross-WM in Fayetteville noch Test-Event, am Freitag in Hoogerheide konnten sechs Athletinnen und Athleten des Teams Niederlande zum Auftakt der Welt-Titelkämpfe erstmals Regenbogentrikots in Empfang nehmen. Doch auch wenn das Rennen nun offiziell zum Programm gehört, so wurde es noch stiefmütterlich behandelt.
Ein Indiz dafür war, dass lediglich zehn Teams an der Startlinie standen, Aufgebote aus Deutschland, Österreich, der Schweiz oder Luxemburg suchte man vergeblich. Auch die großen Stars verzichteten. Mathieu van der Poel wurde bei den Niederländern von Ryan Kamp vertreten, statt Wout van Aert ging bei den Belgiern immerhin Weltcup-Gesamtsieger Laurens Sweeck an den Start. Bei den Frauen war mit der Niederländerin Fem van Empel die Nummer 1 der Weltrangliste dabei. In den unteren Altersklassen fehlten ebenfalls einige der Besten.
___STEADY_PAYWALL___Wer zum Start des Rennens um 12:35 Uhr den Fernseher anstellte oder einen Stream suchte, wurde enttäuscht. TV-Bilder aus Hoogerheide wird es erst ab Samstag geben. Die einzige Möglichkeit, die WM-Premiere zu verfolgen, war der Live-Ticker des Radsportweltverbands UCI.
Fem van Empel war wie erwartet im Mixed-Staffel-Wettbewerb die schnellste Frau. | Foto: Kevin Kempf
Die Zuschauer wurden nicht schlau aus dem, was sie sahen
Eine andere Möglichkeit gab es doch noch: Zuschauer am Streckenrand durften, wo am Samstag ein Ticket 25 und am Sonntag sogar 30 Euro kostet, am Freitag das Gelände gratis betreten und die Mixed-Staffel miterleben.
Wirklich schlau wurden die Zuschauer aus dem, was sie da sehen, aber nicht. Aus jeder der drei Altersklassen wurde pro Nation je ein Mann und eine Frau in vorher selbst festgelegter beliebiger Reihenfolge ins Rennen geschickt. Zwischen der Juniorin und dem Elite-Mann einer Equipe lag dabei im Normalfall ein Zeitunterschied von ungefähr einer Minute.
So hatte die Britin Zoë Backstedt als Letzte der ersten Runde 37 Sekunden Rückstand auf die führenden Niederländer, die mit Tibor del Grosso einen der Titelanwärter der U23 an erster Position hatten. Da die meisten Nationen mit einem Elite- oder U23-Mann gestartet waren, hatte die 18-jährige Backstedt keine Chance – was ihre Zeit wert war, wurde erst später deutlich. Sie erzielte die beste Zeit der U23-Frauen und war satte 17 Sekunden schneller als die Französin Line Burquier, welche die zweitbeste Zeit erzielte. Danach verbesserte sich das britische Team noch auf den zweiten Platz und verwies Belgien auf den Bronzerang.
Da die Zuschauer am Streckenrand aber keine Informationen bekamen, wer für sein Land noch auf den Kurs muss, war es unmöglich einzuschätzen, wie die bereinigte Rennsituation aussah. Nur dass die Niederlande vorn lagen, war deutlich. Und das reichte dem Heimpublikum glücklicherweise für gute Laune und ein kleines Fest. Den anderen Fans blieb der Blick auf kontextlosen Sport sowie den Kurs.
Leonie Bentveld (li.) übergibt bei den Niederländerinnen an Fem van Empel. | Foto: Cor Vos
Zum Auftakt eine trockene Flugshow
Regen macht den Parcours in Hoogerheide meist tief, rutschig und schwer. Zur Weltmeisterschaft allerdings ist der Untergrund trocken wie selten zuvor. Das entschärft die meisten schweren und technischen Passagen, sorgt im Gegenzug aber für ein “Vliegmeeting“ – eine “Flugshow“ – wie die Niederländer und Flamen besonders schnelle Crossrennen nennen. Die Traverse kurz vor der Zielgeraden wurde von den Organisatoren entschärft und wird bei den erwarteten äußeren Bedingungen kein Problem darstellen.
Einzig die Balken, die statt vor dem VIP-Zelt nun in einer leicht ansteigenden Passage eingangs der Nordschleife liegen, stellen eine neue Herausforderung dar. Diese wurde von fast allen Männern, auch von denen der U23 und den meisten Junioren, allerdings recht problemlos gemeistert. Die Frauen versuchten sich nicht am Sprung mit dem Rad – alle stiegen hier ab. Da die Niederländerinnen Puck Pieterse und Aniek van Alphen, die am besten mit den Holzhindernissen umgehen können, weder im Rennen noch beim Training anwesend waren, bleibt die Frage, ob diese Stelle im Frauenrennen nicht doch eine entscheidende Rolle spielen könnte.
Die beste Zeit erzielte übrigens Sweeck, der sich auf der Schlussrunde ein packendes Duell mit dem eine Sekunde langsameren Franzosen Joshua Dubau lieferte. Die drittbeste Zeit des Tages fuhr del Grosso, der damit bester U23-Fahrer und je fünf Sekunden schneller als der Belgier Joran Wyseure und der Brite Joseph Blackmore war. Die schnellste Frau war am Freitag van Empel, die Backstedt aber nur fünf Sekunden abnahm. Diese Werte zeigen, dass es an den kommenden beiden Tagen sehr schwer sein wird, sich von ähnlich starken Konkurrenten abzusetzen.
Zoë Backstedt war nach der ersten Runde letztplatzierte ihrer Gruppe – am Ende war die Britin aber die schnellste der U23-Frauen und nur fünf Sekunden langsamer als Fem van Empel. | Foto: Cor Vos
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