Schlusssprint in Meulebeke war keiner

Brand fügt van Empel in bizarrem Finale erste Niederlage zu

Von Kevin Kempf

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Lucinda Brand (Baloise – Trek Lions) | Foto: Cor Vos

01.10.2022  |  (rsn) – Beim ihrem zweiten Renneinsatz der Saison hat die Niederländerin Lucinda Brand (Baloise – Trek Lions) ihren ersten Saisonsieg gefeiert. Zugleich fügte beim Exact Cross in Meulebeke ihrer Landsfrau Fem van Empel (Pauwels Sauzen – Bingoal) die erste Niederlage der Saison zu. Dritte in einem bizarren Dreierspint, der eigentlich keiner war, wurde van Empels Teamkollegin Denise Betsema.

Die drei Spitzenreiterinnen kamen gemeinsam auf die Leichtathletikanlage in Meulebeke, wo auch der Zielstrich hinter einer der beiden Kurven lag. “Als wir auf die Bahn kamen, hat sie das Tempo rausgenommen“, kommentierte Brand die taktische Entscheidung der in erster Position fahrenden van Empel. “‘Schön‘, dachte ich mir, dann fahr ich wieder vorbei. Und dann habe ich einen langen Sprint draus gemacht“, fügte sie hinzu. Den Sprint gewann Brand buchstäblich unangefochten, denn weder van Empel noch Betsema schienen ein Interesse am Sieg zu haben und griffen nicht mehr in die Entscheidung ein.

Das führte zu allgemein großer Verwunderung, doch im Ziel-Interview erklärte van Empel ihre vermeintliche Lustlosigkeit. “Es ist Schotter und die Reifen haben wenig Druck. Ich hatte wie beim Start Probleme, die Kurve zu halten“, berichtete die 20-Jährige. “Aber ich denke, sie (Brandt) hat verdient gewonnen. Ich habe mein Lehrgeld gezahlt und das nehme ich mit für nächste Woche“, kündigte sie an.

Am Sonntag steht im Benelux-Raum kein Wettkampf auf dem Programm, da das Rennen in Gieten abgesagt wurde. In acht Tagen findet dann im US-amerikanischen Waterloo der Weltcup-Auftakt statt. “Ich mache mich jetzt erstmal auf der Bank lang und steige dann ins Flugzeug. Hoffentlich können wir diese positive Tendenz fortsetzen“, so Brand, die für ihren ersten Saisonsieg wesentlich härter arbeiten musste als für so manchen ihrer zwanzig Triumphe des vergangenen Winters.

Doch ihrer früheren Dominanz trauerte sie nicht hinterher. “Es macht so eigentlich auch Spaß. So schnell wie möglich seine Runden zu ziehen ist auch eine Herausforderung, man muss schließlich erstmal vor den anderen bleiben und mit hohem Puls technisch gut fahren“, befand die Europameisterin. “Aber jetzt muss ich auf eine andere Art technisch gut fahren und das ist auch sehr lehrsam. Vor drei Jahren hätte das wohl noch nicht so gut geklappt“, lachte die 33-Jährige, die erst spät in ihrer Karriere von der Straße ins Gelände gewechselt war.

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